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Zu Gast im Café Katzentempel: Ein einziges Schnurren und Streicheln

Cat-Content geht immer! Rilana Rentsch hat daraus eine Geschäftsidee gemacht und das erste Katzencafé Hamburgs eröffnet. Zwischen veganen Speisen und Getränken machen es sich Stubentiger gemütlich und warten darauf, von euch gekrault zu werden. Wir haben dem Café einen Besuch abgestattet.

Der Platz ist schon besetzt, sorry. Avy liegt entspannt auf dem korbgeflochtenen Stuhl und döst vor sich hin. Neben ihr sitzt eine junge Studentin und kann ihr Glück kaum fassen. Immer wieder streichelt sie der graubraunen Katze übers Fell. Anfangs noch vorsichtig und unsicher. Dann immer natürlicher. So, als wäre es selbstverständlich, dass in Cafés Katzen leben und sich zwischen den Gästen räkeln und dösen.

Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal

Avy ist eine von insgesamt sechs Hauskatzen, die seit Juli 2017 im Katzentempel unweit des Schlump wohnen und sich von den Gästen, nun ja, verwöhnen lassen. Auch wenn Avy und Co. die eigentlichen Stars im Katzentempel sind, eröffnet hat das ungewöhnliche Café Rilana Rentsch. Die erfahrene Gastronomin wollte sich Ende 2016 einen Traum erfüllen und ihre Liebe zu Katzen mit ihrer beruflichen Vita verknüpfen. Weil "vegan" allein als Aushängeschild aber nicht mehr ausreicht und auch die Zielgruppe momentan noch zu klein ist, suchte Rilana nach etwas, das ihrem Vorhaben ein Alleinstellungsmerkmal verleiht – das neben dem Veganen noch etwas wirklich Einzigartiges bietet. Im Internet stieß sie auf den Katzentempel, ein Café in München, das 2013 von Thomas Leidner und Kathrin Karl eröffnet wurde. Dank eines Lizenzsystems waren die Formalitäten schnell geklärt und ein Standort gefunden, der den Anforderungen entspricht. Gerade am Anfang haben Thomas und Kathrin Rilana bei der Planung und Eröffnung geholfen – die besser wohl nicht hätte laufen können. Aufgrund der Einzigartigkeit hier im Norden (insgesamt gibt es bislang drei Katzentempel in Deutschland) war die Neugier und das Medienecho entsprechend groß. "Ich hatte anfangs extra jemanden eingestellt, der sich ausschließlich um die Reservierungen kümmert", resümiert Rilana. "Die ersten drei Monate war es richtig krass. Aber eigentlich ist das ja ein Luxusproblem", ergänzt sie und lacht.

Mittlerweile ist der anfängliche Andrang einer entspannten Normalität gewichen. "Reservierungen sind unter der Woche nicht mehr notwendig", betont Rilana. Auch wer spontan vorbeikommt, findet noch ein Plätzchen – falls nicht gerade eine Katze darauf liegt.

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Ein Leben zwischen Schnurren und Schmusen

Die ersten Nächte hatte Rilana ebenfalls noch im Café verbracht. "Mit Schlafsack und Isomatte" schlief sie zwischen Katzen und Kabeltrommeln. Das Interieur ist dabei in erster Linie auf die Bedürfnisse der tierischen Bewohner ausgerichtet. Es gibt Kratzbäume und Kletterbalken über die Köpfe der Gäste hinweg, die es sich derweil auf weißen Landhausmöbeln gemütlich machen. Der große Raum animiert aber nicht nur die Katzen dazu, auf dem Boden rumzutollen. Immer wieder setzen sich Gäste auf den Fußboden, um mit Spielzeug die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Avy indes fühlt sich nicht bemüßigt zu reagieren. Sie döst weiterhin lieber auf dem Stuhl. Plötzlich huscht ein schwarzer Schatten übers Laminat: Das wackelnde Spielzeug hat Mellows Spieltrieb geweckt. Sie wirft sich vor der jungen Frau auf den Rücken und langt mit der Pfote immer wieder nach der Angel, die über ihr tanzt wie ein Mobile.

Berührungsängste haben die Stubentiger hier nicht. Wenn es ihnen doch mal zu viel wird, können sie sich jederzeit in ihr Katzenzimmer zurückziehen. Dort sind sie unter sich. Theoretisch. "Denn eigentlich machen sie so gut wie nie Gebrauch davon", sagt Rilana. Nur für die Toilette und das Fressen gehen sie dorthin. Denn Gästen das Essen zu stibitzen kommt gar nicht in Frage. Mit veganen Gerichten können sie – zum Glück – nichts anfangen.

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Doch der Besuch im Katzentempel lohnt sich nicht nur für Veganer (bei der Milch für den Kaffee macht Rilana übrigens eine Ausnahme und bietet neben Soja- und Reis- auch Kuhmilch an). Denn der Katzentempel ist auch besonders gut für Menschen geeignet, die selbst keine Zeit oder keinen Platz für ein Haustier haben, aber trotzdem nicht darauf verzichten wollen. Und es ist ja kein Geheimnis, dass von Tieren eine beruhigende Aura ausgeht. Nach einem anstrengenden Arbeitstag (oder vielleicht schon in der Mittagspause) einer Katze übers Fell zu streicheln hat etwas Meditatives und baut nachweislich Stress ab. Dass das Essen darüber hinaus auch noch äußerst lecker ist (unbedingt den Avocado-Schokokuchen probieren), ist dabei fast schon zweitrangig.

Für 2018 hat Rilana übrigens schon ein paar neue Ideen: Als erste Veranstaltung plant der Katzentempel ein Valentinstagsdinner mit Drei-Gänge-Menü im Beisein der Katzen. Weitere Infos dazu findet ihr bei Facebook. Außerdem sind ein veganes Speed-Dating und eine Kooperation mit einem Hersteller für Katzenspielzeug in Planung.

Und Avy? Die gähnt zum Abschied und schläft dann wieder ein.

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