(© Veringhof 7 )

Zinnwerke in Wilhelmsburg: Neues Leben für den Veringhof

Die Zinnwerke in Wilhelmsburg sind eine einzigartige Spielwiese für Künstler und Kreative. Die Stadt Hamburg meint: Da geht noch mehr! So könnt ihr euch beteiligen.

Am Veringkanal auf dem Gelände der ehemaligen Zinnwerke in Wilhelmsburg herrscht dicke Luft. Und das schon seit Jahren. Die Hallen, in denen immer wieder Konzerte und Vorträge stattfanden, sollten eigentlich nach dem Willen der Stadt verlassen werden. Der Grund: Einsturzgefahr und fehlender Brandschutz. Gleichzeitig gab es vom damaligen Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte und heutigen Innensenator Andy Grote das Versprechen, dass die Hallen saniert werden und das Gelände als Raum für Kreative und Künstlerinnen gestaltet wird.

Seitdem haben sich immer wieder Planer und Studierende Gedanken über die Nutzung des Grundstücks gemacht, doch nichts davon wurde umgesetzt. Gefrustet vom langen Warten sind Ateliers, Werkstätten und teilweise sogar kleine Unternehmen einfach wieder eingezogen. Selbst ein Stadtteilfest mit Flohmarkt findet jeden Monat auf dem Gelände statt. Eingestürzt ist noch nichts.

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"Das ist hier ein tolles Grundstück", sagt Marco Antonio Reyes Loredo, Geschäftsführer von Hirn und Wanst, einer Videoproduktions- und Cateringfirma mit Sitz auf dem Gelände. "Klar muss hier noch ein wenig angepackt werden, aber alles in allem beweisen wir jeden Tag, dass es auch jetzt schon gut läuft."

Offene Gespräche über die Zukunft des Veringhofs

Damit endlich ein echtes Konzept für die Zinnwerke ausgearbeitet wird, hat die Stadt etwas Geld lockergemacht. Bevor irgendwas geschieht, soll die städtische Hamburg Kreativ Gesellschaft für 60.000 Euro ein Konzept zur Nutzung der Fläche entwickeln. Und das soll nicht ohne die Menschen gehen, für die das Gelände gedacht ist. In einem mehrstufigen Verfahren werden Ideen gesammelt, es werden Vorgespräche geführt und Workshops veranstaltet, bei denen Anwohnerinnen und Hamburger Kultur- und Kreativschaffende über die Zukunft des Areals diskutieren.

Doch Marco befürchtet: "Die Stadt plant schon ohne uns!" Die Mieter und Anwohner haben die Sorge, dass die Workshops nur Alibi-Veranstaltungen sind. "Die wollen uns hier raus haben, um mit neuen Mietern mehr Geld zu machen. Wir brauchen kein neues Konzept. Wir können auf dem aufbauen, was wir in den letzten Jahren geschaffen haben. Die Menschen sind schon hier!"

Wenn ihr also in irgendeiner Weise in Verbindung mit Wilhelmsburgs Kreativquartier steht, nebenan wohnt oder Künstler seid, und euren Interessen Gehör verschaffen wollt, könnt ihr euch auf der Website der Hamburg Kreativ Gesellschaft zu einem der nächsten Workshop-Termine anmelden. Dort könnt ihr auch noch bis Januar Vorschläge und Ideen einreichen, die hoffentlich ins fertige Konzept einfließen.

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