(© Shutterstock/Matthias Roehe )

Zeugen der Zeit: An diesen Orten erlebt ihr Fuhlsbüttler Geschichte

Fuhlsbüttel hat einige historische Orte zu bieten, die schon viel gesehen und erlebt haben. Stattet ihnen einen Besuch ab und hört euch an, welche Geschichten sie zu erzählen haben.

1. Erlebt die Anfänge der Luftfahrt in Deutschland: Der Hamburg Airport Helmut Schmidt

Gegen die Flughäfen in Frankfurt, München oder Düsseldorf wirkt der Hamburger Airport fast schon mickrig. Eines hat er ihnen aber voraus: Als ältester Flughafen Deutschlands hat er die Anfänge der Luftfahrt live mitbekommen.

In Hamburg begannen diese, als Graf Ferdinand von Zeppelin die Hansestadt im Jahr 1910 besuchte und für eine Zukunft der Zeppeline warb. Mit Unterstützung einiger reicher und bekannter Einwohner begann der Bau einer Luftschiffhalle, der zwei Jahre später abgeschlossen war. Der reguläre Flugverkehr begann allerdings erst nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1919. Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Hamburg Airport im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Flughäfen unversehrt. Ob das an der Tarnung des Geländes durch Birken und Tannen lag oder strategische Gründe der Alliierten hatte, ist bis heute nicht sicher geklärt.

Fakt ist: Seit dem Krieg wächst der Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel, der heute Hamburg Airport Helmut Schmidt heißt, beständig. Rund 17,2 Millionen Fluggästen aus aller Welt passieren den Flughafen jährlich.

Infos: Hamburg Airport, Flughafenstraße 1–3, 22335 Hamburg

2. Santa Fu und raus bist du? Die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel

Flucht aus Santa Fu – das klingt wie ein Filmtitel, abenteuerlich und ein bisschen romantisierend. Dabei sollen die Justizvollzugsanstalt und ihre Geschichte hier gar nicht verklärt werden. Denn letztendlich handelt es sich immer noch um ein Gefängnis für Strafgefangene mit Freiheitsstrafen ab drei Jahren und für Sicherungsverwahrte.

Während heute nur noch 300 Verurteilte in der JVA Platz finden, boten die vier Häuser einst Raum für fast 2.000 Gefangene. In den 1970er-Jahren sorgte die 1879 errichtete Justizvollzugsanstalt für Schlagzeilen, als mehreren Insassen die Flucht gelang. "Santa Fu und raus bist du", titelten die Zeitungen damals. Das dunkelste Kapitel seiner Geschichte erlebte das Gefängnis aber während des Nationalsozialismus ...

Infos: JVA Fuhlsbüttel, Suhrenkamp 92, 22335 Hamburg

3. Zentraler Ort der Unterdrückung und des Terrors: Das KZ Fuhlsbüttel

Von außen ist das historische Torhaus der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel ein fotogener Backsteinbau. Wer es nicht weiß, ahnt vermutlich nicht, welch Terror und Gräueltaten sich zwischen 1933 und 1945 dahinter in Haus II der JVA abgespielt haben.

Währen der gesamten Zeit des Nationalsozialismus bestand das Konzentrationslager Fuhlsbüttel, auch Kola-Fu genannt. Heute erinnern schwarze Gedenktafeln mit langen Listen von Namen daran, wie viele Menschen dort ermordet wurden. Mehr als 250 Häftlinge sind es gewesen, doch bis heute kennt man nicht alle Namen der Toten. Für weitere Gefangene war das KZ Fuhlsbüttel bloß die erste Station auf einem langen Leidensweg der Deportation, der sie nach Sachsenhausen, Ravensbrück oder Buchenwald führte. Damit die schrecklichen Taten nicht in Vergessenheit geraten, ist das Torhaus heute eine Erinnerungsstätte.

Infos: Gedenkstätte Fuhlsbüttel, Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg; So 10 bis 17 Uhr

4. Dichte Haine und romantische Laubengänge: Der Wacholderpark

Der Wacholderpark war nie in privater Hand, sondern schon immer eine öffentlich zugängliche Grünanlage. Das Schöne daran ist, dass er deshalb heute noch fast genauso aussieht wie vor über hundert Jahren, als ihn der Gartenreformer Leberecht Migge schuf.

Der Landschaftsarchitekt war ein Freund der zweckmäßigen Gestaltung, Bereiche mit verschiedenen Funktionen einte er zu einem architektonischen Ganzen. Gleichzeitig sollte der Wacholderpark aber auch zur Erholung dienen und dazu animieren, aktiv zu sein. So entstanden eine sonnige, grüne Wiese im Zentrum, ein Birkenhain und Lindenlaubengänge, die sich sowohl für romantische Spaziergänge als auch für flotte Laufrunden eignen. Lediglich der ursprüngliche Haupteingangsbereich und ein Senkgarten mit Stauden sind heute nicht mehr erhalten.

Infos: Wacholderpark, Wacholderweg 19, 22335 Hamburg

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