(© Sergej Preis Fotografie )

Zehn Freunde, ein Traum: Die Geschichte vom Café "Brooks"

Mit wenigen Groschen und vielen helfenden Händen entstand das "Brooks" in Hasselbrook. Das Café verwöhnt seine Gäste mit hausgemachtem Frühstück, Mittag und Kuchen in entspannter Atmosphäre und mit jeder Menge Persönlichkeit.

Aus Hasselbrook wird Hasselbrooklyn: Der Stadtteil zwischen Hauptbahnhof und Hafencity wird bereits seit längerem – und wie so viele andere Stadtteile auch – als das zukünftige Szeneviertel gehyped. Ganz soweit ist es vielleicht noch nicht, aber in einer kleinen Seitenstraße findet sich hier ein Café, das so gemütlich und gleichzeitig modern ist, das es den Stadtteil tatsächlich ein bisschen angesagter macht – ohne, dass das jemals der Anspruch war. Die Rede ist vom "Brooks". Ein kleines Café in der Hasselbrookstraße, bei dem guter Kaffee und köstliche selbstgebackene Kuchen auf entspannten und herzlichen Service treffen.

Köstliche Kuchen: Der NY-Cheesecake mit Himbeersauce ist ein echter Kracher! Jupiter Union / Jennifer Meyer )

Eine ganz besondere Geschichte

Die Geschichte des "Brooks" ist so besonders wie das Café selbst. Im September 2012 wurde es von zehn Freunden eröffnet, die zum Großteil selbst in der Nachbarschaft wohnten. Damals gab es kaum Gastronomie in dem Viertel, schon gar keine netten Cafés. Die Freunde wollten einen schönen Ort schaffen, an den auch die Nachbarn gerne hinkommen und wo sie guten Kaffee und leckere Croissants bekommen können. So die erste Idee. Keiner der Gründer kam aus der Gastro. Einen Kredit wollten sie damals nicht für das Café aufnehmen, also schmissen sie alle ein bisschen was zusammen und starteten mit 13.000 Euro – wenig Geld, um einen alten Laden in ein gemütliches Café zu verwandeln. "Das hat nur funktioniert, weil wir alles selbst gebaut haben, aber auch, weil uns so viele Menschen geholfen haben", erzählt Mitgründerin Rebekka Wang. Eine befreundete Modedesignerin, die über dem Café wohnt, übernahm die Inneneinrichtung. Ein anderer Nachbar hat die Stühle abgeschliffen. Und ein Fliesenleger aus Hannover ist für zwei Wochenenden extra nach Hamburg gekommen, um zu helfen. Niemand von ihnen wollte Geld dafür haben. Sie glaubten einfach an die Idee und wollten den jungen Gründern dabei helfen, sie umsetzen. "Wir sind hier ohnehin in einer tollen Nachbarschaft gelandet. Viele kennen sich hier untereinander, und es hat manchmal wirklich etwas von einer Gemeinschaft", schwärmt Rebekka.

Café Brooks )

Die Deutschen lieben Frühstück

Seit fast sechs Jahren leiten Rebekka Wang und Anne Katzera das Café und werden dabei von vielen tollen Menschen unterstützt: Alle aus dem Gründungsteam haben ihre Plätze als Hausmeister, Abendbrotgastgeber, brooks-am-Abend-Organisator, Helfer in der Not, Motivator oder Vollzeit-Kaffeetrinker gefunden. Anfangs wollten sie eigentlich weder Frühstück noch Mittag anbieten, bis sie feststellten: Die Deutschen lieben Frühstück! "Für uns war aber klar, dass wir so nachhaltig wie möglich arbeiten wollen", so Rebekka. Doch gerade bei fertig angebotenen Frühstückstellern bleibt häufig etwas übrig. "Irgendetwas ist immer dabei, das man nicht gerne isst. Dadurch kamen wir auf die Idee mit dem individuellen Frühstück zum Ankreuzen, damit jeder wirklich das bekommt, was er mag", erklärt Rebekka. Für das Frühstück ist das "Brooks" dank sozialer Netzwerke mittlerweile stadtbekannt. Vor allem das Brunch-Buffet am Wochenende – bei dem das Café-Team ebenfalls darauf achtet, das nicht zu viel weg kommt – hat es den Hamburgern angetan. Reservieren ist daher definitiv Pflicht.

Nachhaltigkeit auch beim Mittagstisch

Nachhaltigkeit spielt auch beim Mittagstisch eine Rolle, den die Gäste hier in der Woche bekommen. "Wir kochen jeden Tag 20 Portionen. Wenn die alle sind, sind sie alle", so Rebekka. "Außerdem verzichten wir dabei immer auf Fleisch" Anfangs gab es die Idee, alles in Bio-Qualität anzubieten. Doch die zehn Freunde wollten, dass sich die Menschen aus ihrer Nachbarschaft einen Besuch in dem Café auch wirklich leisten können. "Bei Kaffee und Schokolade achten wir dennoch auf Fairtrade."

Nachbarschaftstreff mal anders

Den Nachbarschaftsgedanken führt das "Café Brooks" übrigens auch nach den normalen Öffnungszeiten weiter. Regelmäßig lädt das Team zum gemeinsamen Abendbrot ein: Bei dem offenen Treffen darf jeder kommen und etwas zu Essen mitbringen. Die schönen Räumlichkeiten werden dann einfach nur als Ort genutzt, um mit lieben Menschen zusammenzukommen und sich auszutauschen. Folgt doch einfach mal dem Brooks auf Facebook, und seid beim nächsten Mal Teil dieser liebenswerten kleinen Wahl-Familie.

Info: Hasselbrookstraße 37, 22089 Hamburg, Di-So von 10 bis 19 Uhr; www.cafebrooks.de

Mehr Wandsbeker Schlemmereien

Das Café "Brooks" ist ein kleiner, aber bedeutender Schritt in Richtung cooles Wandsbek. Ein paar Asse hat das Viertel aber dennoch im Ärmel, auch in Sachen Nachhaltigkeit: zum Beispiel gleich mehrere tolle Vintage-Läden. Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken!

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