(© Vinca Film )

"Zaunkönig" im Lichtmess: Bewegendes Tagebuch einer Freundschaft

Martin dokumentiert sein Leben, immer am Rand durch Drogen bestimmt, in Tagebüchern. Nach seinem Tod verfilmt sein Freund Ivo diese. Der bewegende Film "Zaunkönig" hat am 23. März Hamburg-Premiere im Lichtmess Kino.

Martin und Ivo waren Freunde. Immer auf der Suche nach dem Absoluten. Ein durchschnittliches Leben reichte ihnen nicht, die beiden wollten höher fliegen als alle anderen. Mit 34 Jahren ist Martin gestorben – an seinem exzessiven Drogenkonsum, dessen Eigendynamik er sich nicht entziehen konnte. 15 Jahre seines Lebens hat er in Tagebüchern festgehalten, vor allem den Abschnitt als Süchtiger. Seine Mutter hat aus diesen Dokumenten ein Buch gemacht und Ivo den Film "Zaunkönig" gedreht.

Er erzählt darin die Geschichte ihrer Freundschaft, die auch Schattenseiten hatte. Und er erzählt von Martins Leben. "Im Hauptteil seines Tagebuchs berichtet Martin beinahe fanatisch vom Drogenkonsum. Demgegenüber stehen verzweifelte Versuche, sein Leben in den Griff zu bekommen. Er hat das Bedürfnis nach einem sinnvollen Leben, sehnt sich nach Körperlichkeit und Liebe. Nach einem missglückten Suizidversuch unternimmt Martin einen letzten Versuch, drogenfrei zu werden. Als Mönch auf Zeit findet er Aufnahme im Kloster Disentis. Das spirituelle Leben gibt ihm Halt, er vertieft sich in die Bibel, führt theologische Gespräche mit den Patres. In durchwachten Nächten blickt Martin zurück in die eigene Kindheit, versucht zu verstehen, welche Ereignisse sein Leben prägten", so fasst der Regisseur in einem Interview die Essenz von Martins Unglück zusammen.

Regisseur Ivo Zen zu Gast im Lichtmess

Der Film "Zaunkönig – Tagebuch einer Freundschaft" funktioniert über die Verknüpfung von unterschiedlichen Ebenen. Neben Super-8-Aufnahmen aus Ivos Archiv, lesen die Mutter, Martins Freunde und der Regisseur Passagen aus dem Tagebuch. Sie treten miteinander in Dialoge und setzen sich gemeinsam mit den Tagebuch-Inhalten und der Vergangenheit auseinander. Auch Martin hat eine Stimme im Film, durch den Schauspieler Flurin Giger. Ein interessanter und bewegender Film, der eine Wohlstandsgesellschaft spiegelt, in der Verweigerung und Selbstzerstörung bis heute etwas Verlockendes haben.

Der Film feiert am 23. März Hamburg-Premiere imLichtmess Kino. Im Anschluß findet ein Gespräch mit Regisseur Ivo Zen und Filmemacher Philipp Hartmann statt.

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