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Neue Bauprojekte: Wird St. Pauli zu St. Vegas?

Von Neubau bis Abriss: St. Pauli befindet sich im stetigen Wandel. Bei uns erfahrt ihr die wichtigsten Details zu den drei Top-Projekten.

1. Wohnen, Gewerbe und Kiez-Kultur im Paloma-Viertel

Das Tauziehen um das Paloma-Viertel geht in die nächste Runde: Die Suche nach einer Baugemeinschaft für das Teil-Areal mit besonders niedrigen Mieten scheint gescheitert zu sein. Nun will die Stadt den Teil-Komplex kaufen. Auf dem Baufeld 5 sollen Sozialwohnungen mit langer Bindung gebaut und ein Nachbarschaftscluster gegründet werden, darunter eine öffentliche Kantine, Hightech-Werkstatt, Räumlichkeiten für Musiker, aber auch Dachterrassen mit Skateanlage und Kletterwand.

Auf dem Areal nebenan soll das Molotow wieder an seinen angestammten Platz zurückkehren, die Verhandlungen laufen. Außerdem will der Investor ein Hotel errichten. Nachdem der Bebauungsplan bis Anfang April im Bürgerbeteiligungscontainer PlanBude auslag, werden nun die Anregungen der Anwohner bearbeitet. Ab 2020 sollen sich auf dem Gelände der einstigen Esso-Häuser die Baukräne drehen, Ende 2022 könnten die ersten Mieter einziehen.

2. An der Rindermarkthalle: Bürokomplex statt Flachbau

Schon lange kein Geheimtipp mehr: Das Maharaja auf St. Pauli. Das indisch-ayurvedische Restaurant eröffnete Ende 2016 einen dritten Standort in unmittelbarer Nähe zur denkmalgeschützten Rindermarkthalle. Nun soll der Flachbau abgerissen und durch einen Gebäudekomplex mit Büro und Gewerbe ersetzt werden.

Hinter dem Projekt steckt eine Baugemeinschaft aus vier Hamburger Unternehmen. Das sogenannte Paulihaus wird sechs Stockwerke umfassen und eine Tiefgarage beherbergen. Im Erdgeschoss ist Platz für Gewerbe, die anderen fünf Etagen sollen als Bürofläche genutzt werden. Kathrin Guthmann, die zusammen mit ihrem Ehemann Satish Mourya das Maharaja betreibt, könnte wieder in den Neubau einziehen. Doch dann müsste sich der Gourmettempel erheblich verkleinern, sagte sie der MOPO.

3. Bunter Bunker an der Feldstraße

Mitte 2017 unterzeichnete Bunker-Investor Thomas Matzen einen Vertrag mit der Stadt. Dieser besagt, dass er 36 Monate Zeit hat, um den Hochbunker aufzustocken und zu begrünen. Wird das Projekt nicht fristgerecht umgesetzt, werden 100.000 Euro für jeden weiteren Baumonat fällig. Nun wird es knapp. Durch den Bauboom in Hamburg sind die Kapazitäten vieler Bauunternehmen ausgeschöpft.

Auch gibt es bislang keinen Investor für das Hotel. Gespräche mit dem Betreiber des Luxushotels Louis C. Jacob verliefen im Sande. Doch die Projektgruppe Hilldegarden ist optimistisch: Sie hat die Begrünung der Fassade, den Dachgarten und die geplante Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkriegs unter ihre Fittiche genommen – und arbeitet zurzeit am Feinschliff für ihr Konzept. Nach Informationen der WELT habe die Initiative eine Fläche von 475 Quadratmetern zugesagt bekommen.

Wird St. Pauli zu St. Vegas?

Hamburger DOM, Schlagermove und bald Touri-Magnet Kriegsbunker? Kritiker bemängeln eine zunehmende Eventisierung des alternativen Stadtteils. Zudem würde der massige Bunker durch die Aufstockung noch größer und den umliegenden Wohnhäusern die ohnehin raren Sonnenstrahlen rauben.

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