Die Wilhelmsburger Windmühle Johanna. (© Windmühlenverein / Gundula Niegot )

"Windmühle Johanna": Wilhelmsburger Geschichte seit 1875

1875 wurde die Windmühle Johanna in Hamburg-Wilhelmsburg gebaut. Jeden ersten Sonntag im Monat könnt ihr das zauberhafte Kulturdenkmal kostenlos besichtigen.

Sie ist lebendige Geschichte und ein Wahrzeichen Wilhelmsburgs: die Windmühle Johanna. Seit 1875 thront das reetgedeckte Gebäude auf dem damaligen Deich und an der heutigen Schönfelder Straße – und sieht auch nach bald 150 Jahren genauso aus wie damals. Baulich ist dieses Kulturdenkmal quasi unverändert, auch wenn "die schöne Johanna" zwischenzeitlich weniger glanzvolle Zeiten erlebte. Ein tolles Ausflugsziel, wenn ihr mal historische Luft schnuppern und euer Hirn mit Wissen über die Vergangenheit der Elbinsel füttern wollt! Jeden ersten Sonntag im Monat habt ihr Gelegenheit, euch die historische Windmühle anzusehen: Dann öffnen das Museum und das Mühlencafé, in dem ihr leckeren selbst gebackenen Kuchen essen könnt.

Lange Tradition der Windmühle Johanna

Die Windmühle Johanna ist nicht die erste Mühle an diesem Standort. Schon vor mehr als 400 Jahren stand hier eine Kornwindmühle; sie wurde 1585 erbaut und 1705 baufällig abgerissen. Die zweite, dritte und vierte Mühle, die nach ihr errichtet wurden, brannten allesamt ab. Die fünfte jedoch, die Müllermeister Christoph Cordes im Jahr 1875 in der Bauart eines sogenannten Galerie-Holländers errichten ließ, steht heute noch: Johanna.

Doch sie war nicht immer in dem großartigen Zustand, in dem sie heute ist. Nach mehreren Eigentümer-Wechseln (Christoph Cordes starb 1886, seine Tochter Marie musste 1907 Konkurs anmelden), übernahm Müllermeister Erwin Sievers die Kornmühle im Jahr 1935. Der Zustand der Windmühle war desolat, zwei der Flügel waren verrottet – die arme Johanna musste zehn Jahre lang mit nur zwei Flügeln arbeiten. Sievers verkaufte die baufällige Mühle 1961 an die Stadt Hamburg, wo sie irgendwann von einem Kulturgut zum Gewerbeobjekt degradiert wurde. Das historische Bauwerk wäre womöglich irgendwann verfallen – wäre da nicht der Wilhelmsburger Windmühlenverein gewesen, der 1997 für 30 Jahre lang das Erbbaurecht an Johanna erwarb.

Der Windmühlenverein Wilhelmsburg kümmert sich

Nun endlich bekam die Windmühle die Pflege, die sie benötigte: Der gemeinnützige Verein renovierte und sanierte das beflügelte Kulturdenkmal für eine halbe Million Euro. Als endlich geliebtes Kind bekam es sogar einen Namen: 1998 wurde die Mühle nach der letzten dort arbeitenden Müllerin, Johanna Sievers, getauft. Diese verstarb 2004, fast 100-jährig, in einem kleinen Haus in unmittelbarer Nähe.

Ihr wollt mithelfen, Johanna zu erhalten? Nur zu, der Verein freut sich über jeden Helfer und Unterstützer. Oder schaut doch einfach mal vorbei, wenn jeden ersten Sonntag im Monat die Mühle, das Mühlencafé und das Backhaus öffnen. Regelmäßig finden in der Windmühle Johanna zudem Veranstaltungen wie das Kartoffelfest, das "Slachtfest an der Möhl", ein Ostermarkt, das Mühlenfest zum Deutschen Mühlentag, ein plattdeutscher Stammtisch oder Bilderausstellungen statt. Übrigens: Der Eintritt ist frei, der Verein freut sich aber über eine Spende.

Info: Windmühle Johanna – Schönenfelder Str. 99A, 21109 Hamburg (Wilhelmsburg); i.d.R. geöffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr. Das Mühlenfest 2019 findet am Montag, den 10 Juni 2019, von 10 bis 18 Uhr statt.

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