Wilhelmsburger Geschichte in einem historischen Haus: das Museum Elbinsel. (© kiekmo )

Museum Elbinsel: Wilhelmsburger Geschichte erleben

Wie lebten die Wilhelmsburger im 19. Jahrhundert? Im Museum Elbinsel könnt ihr in die Vergangenheit eintauchen.

Kleine Einfamilienhäuser kuscheln sich rund um die alte Kirche in Kirchdorf. Beschaulich, dörflich, gediegen. Fast ein wenig deplatziert wirkt da das herrschaftliche Gebäude in der Kirchdorfer Straße 163. Früher einmal stand hier sogar ein Schloss, das aber im 18. Jahrhundert abgerissen werden musste, weil es zu baufällig war. Auf den Grundmauern des "Adeligen Sitzes Stillhorn" wurde das Amtshaus errichtet. Seit den 40er-Jahren beherbergt es das Heimatmuseum der Elbinsel, in dem ihr viel über das Leben im 19. Jahrhundert erfahren könnt.

Museum Elbinsel Wilhelmsburg: So fing alles an

Gegründet wurde das Museum Elbinsel Wilhelmsburg im Jahr 1907. Damals wurde der "Verein für Heimatkunde in Wilhelmsburg" ins Leben gerufen. Er rettete viele Einrichtungsgegenstände, Kleider und landwirtschaftliche Geräte, als die Katen und Bauernhäuser im Reiherstiegviertel den neuen Industriebetrieben weichen mussten. Zunächst wurden sie im Rathaus gelagert, später im Wasserturm. 1942 folgte der Umzug ins Amtshaus. 2007 benannte sich der Verein in "Museum Elbinsel Wilhelmsburg e.V." um.

Die Milchwirtschaft auf der Elbinsel

Jeden Sonntagsnachmittag von April bis Ende Oktober könnt ihr hier in die Historie eurer Heimat hineinschnuppern. Wusstet ihr beispielsweise, dass Wilhelmsburg Hamburg mit frischer Milch und Molkereiprodukten versorgte? Hier war schließlich jede Menge Weideland, und so gab es zahlreiche Melker, die ihre Waren in die eng besiedelte Stadt brachten. Im Museum erfahrt ihr, wie das vor sich ging: mit Melkwagen, an denen die großen Kannen baumelten, oder übers Wasser mit einem Milchewer. Ihr seht Porträts der Melker und einen Butterkarrn (Fass zum Buttern). Und ihr erfahrt, wie der Bau der Chaussee im Jahr 1852 und der der Straßenbrücke über die Elbe (1887) die Arbeit der Melker veränderte.

Ein Milchkarren aus dem 19. Jahrhundert. (© kiekmo )

Bauernstube, Küche, Landwirtschaft

Ihr könnt euch eine Bauernstube anschauen und die Festtagskleider aus dem 19. Jahrhundert bewundern. Hier könnt ihr auch heiraten! Im ersten Stock geht es dann ums Thema Küche – hier sind Geschirr, Kochutensilien, Plätteisen und "Grapen" (Kochkessel auf zwei Standfüßen) samt riesigem, offenen Ofen und einer Wäschemangel ausgestellt. Im Nebenraum seht ihr dann landwirtschaftliche Geräte vom Federwagen für Gemüsetransporte sowie kleinere Arbeitsgeräte zur Erbsensaat, Sensenvorläufer oder auch "Klützkühlen" zum Zerschlagen von Erdklumpen. Umfangreiche Infoschildchen erzählen euch dabei, um was genau es sich handelt, wie es funktionierte und was es sonst noch Hintergründiges darüber zu wissen gibt. Auch über das Schulwesen im historischen Wilhelmsburg könnt ihr euch schlau machen.

Erbsenpflanzer, Kornseegen und Matthaken: So ackerten eure Vorfahren. (© kiekmo )

Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg wird grundsaniert

Barrierefrei ist der Zugang zum Museum Elbinsel in Wilhelmsburg nicht. Noch nicht: Anfang Mai 2019 wurden umfassende Geldmittel zur Sanierung des Gebäudes freigegeben. Das ist wunderbar, ist doch auch eine Dauerausstellung zum Thema Sturmflut im Aufbau – bislang informiert lediglich eine Wasserstands-Tafel im Niedergang zum Schlosskeller aus dem Jahr 1620 über die verschiedenen Hochwasserstände. Der Nachteil: Der Museumbetrieb kann während der Arbeiten nur eingeschränkt laufen. Doch viel zu sehen gibt es dennoch. Und der Eintritt ist kostenlos! Nach dem Museumsbesuch könnt ihr euch übrigens im hauseigenen Café Eléonore mit Kaffee und Kuchen stärken.

Infos: Museum Elbinsel Wilhelmsburg, Kirchdorfer Straße 163, 21109 Hamburg; von April bis 31. Oktober jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt frei

Orte von historischer Bedeutung in Wilhelmsburg

Ihr interessiert euch für die Wilhelmsburger Geschichte? Dann ist bestimmt auch ein Besuch der Windmühle Johanna oder des Energiebunkers für euch interessant.

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