(© Stephan Wallocha )

Wie gut kennt ihr den Hamburger Michel? 7 Fragen und Antworten

Der Michel ist Hamburgs bekannteste Kirche und neben der Elphi das auffälligste Wahrzeichen der Stadt. Wie gut kennt ihr euch denn mit der evangelischen Kirche aus? Testet euch selbst: Hier kommen sieben spannende Fragen und Antworten zum Hamburger Michel.

Wie alt ist der Michel in Hamburg?

Den Michel kennt in Hamburg jeder, aber kennt ihr auch seine Geschichte? Die ist recht lang und bewegend. Wir versuchen, uns kurz zu fassen: Vor fast 400 Jahren (1647 bis 1669) wurde die erste St. Michaelis Kirche gebaut – damals noch ohne den markanten Turm. Das erste Unglück passierte im Jahr 1750: Durch einen Blitzschlag und einen dadurch ausgelösten Brand wurde die Kirche komplett zerstört. 1762 war der Neubau inklusive Krypta fertig. Der Turm folgte 1786. Kupferarbeiten im Jahr 1906 sorgten allerdings dafür, dass der Turm schon bald wieder einstürzte. Dabei wurde auch das Kirchenschiff zerstört. Also nochmal von vorn: Wiederaufbau und Wiedereröffnung in 1912. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, den der Michel mit einigen blauen Augen überstand, kam das heutige Wahrzeichen zur Ruhe – und behauptet sich bis heute als Hamburg-Liebling.

Wie wurde St. Michaelis zum Wahrzeichen?

Lange Zeit war die Kirche St. Michaelis in Hamburg das Erste und das Letzte, das die Seeleute vom Wasser aus sahen. Der Anblick des Turmes bedeutete für sie Heimat. So wurde der Michel über die Jahre zum Wahrzeichen. Die Seeleute müssen sich wohl so ähnlich gefühlt haben, wie wir uns heute fühlen, wenn wir bei der Rückkehr nach Hamburg die ersten Hafenkräne sehen und wissen: Wir sind zu Hause.

Welche Geheimnisse verbirgt die Krypta des Michels?

So wie den Turm des Michels schuf der Ingenieur und Architekt Ernst Georg Sonnin auch das Gruftgewölbe unter der Kirche. In der Krypta fand er dann auch seine letzte Ruhe. Neben seinem befindet sich außerdem das Grab von Komponist Carl Philipp Emanuel Bach hier. Die Krypta ist aber nicht nur Grabstätte, sondern diente in der Vergangenheit auch als Schutzraum. Während des Zweiten Weltkrieges flohen viele Hamburger in den Raum unter der St. Michaelis Kirche, um sich vor Bombenangriffen zu schützen. Heute ist das beeindruckende Gewölbe für Besucher geöffnet – falls ich noch nicht da wart, holt es unbedingt nach!

Wie viele Stufen hat der Hamburger Michel?

Der Turm des Hamburger Michels ist 132 Meter hoch und gehört zu den schönsten Aussichtspunkten in Hamburg. Egal wo ihr in der Stadt unterwegs seid, immer wieder könnt ihr die charakteristische Turmkuppel zwischen den Häuserreihen erspähen. Der Aufstieg ist allerdings etwas beschwerlich. 452 Stufen müsst ihr erklimmen, um die Aussicht zu genießen. Die ist dann aber jeden Schweißtropfen wert!

Wann findet der Nachtmichel statt?

Bei Nacht ist die Aussicht vom Turm der St. Michaelis eine ganz besondere. Aktuell hat der Nachtmichel freitags und samstags von 18:30 bis 22:30 Uhr und sonntags bis donnerstags von 18:30 bis 22 Uhr geöffnet. Einlass ist jeweils ab 18 Uhr. Eintrittskarten könnt ihr vorab online bestellen. Da sich Öffnungszeiten und Rahmenbedingungen kurzfristig ändern können, informiert euch am besten vorher noch mal online. Ach, und falls ihr noch eine Anregung für einen romantischen Heiratsantrag braucht: Der Nachtmichel ist der perfekte Ort dafür!

Wann sind die Turmbläser zu hören?

Die Tradition der Turmbläser besteht seit mehr als 300 Jahren. Als es in Hamburg noch eine Torsperre gab, signalisierte der Trompeten-Choral die Öffnung oder Schließung der Stadttore. Heute tritt der sogenannte Michel-Türmer immer werktags um 10 Uhr und um 21 Uhr sowie sonntags um 12 Uhr in Aktion. Auf dem siebten Boden des Turms, dem Türmerboden, spielt er aus den geöffneten Fenstern seine Choräle. Dabei beginnt er beim Ostfenster und arbeitet sich dann Strophe für Strophe im Uhrzeigersinn vor. Wenn ihr in der Stadt unterwegs seid und der Wind günstig steht, könnt ihr den Choral hören.

Welche Prominente wurden im Michel in Hamburg verabschiedet?

Bei der letzten großen Trauerfeier im Michel in Hamburg verabschiedeten hunderte Fans Großstadtrevier-Legende Jan Fedder. Aber bereits vor ihm wurde einigen bekannten Hamburger Persönlichkeiten in der St. Michaelis Kirche die letzte Ehre erwiesen. Darunter Altkanzler Helmut Schmidt und seine Frau Loki, der Schriftsteller Siegfried Lenz und unser aller Liebling Heidi Kabel. Wenn ihr jetzt ganz melancholisch werdet und ein bisschen in alten Erinnerungen schwelgen wollt, schaut euch doch mal die schönsten Zitate von Heidi Kabel und die besten Zitate von Jan Fedder an. Oder erfreut euch an den besten Sprüchen von Helmut Schmidt.

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