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Wandsbeks Zukunft: Kann das Viertel jemals hip werden?

Wandsbek gilt nach wie vor als eher unattraktiver Stadtteil. Warum das so ist und was die Zukunft für das bringen soll, haben wir bei der City Wandsbek e.V. erfragt.

Mit rund 420.000 Einwohnern ist Wandsbek der bevölkerungsreichste Bezirk Hamburgs und damit größer als Städte wie Kiel oder Münster. Dennoch hat vor allem das Zentrum des Bezirks, verglichen mit anderen Vierteln, nicht gerade den besten Ruf in Hamburg. Es scheint manchmal fast so, als würde die Alster Hamburg trennen: Da ist der schöne, angesagte Westen, und da ist der Osten, der eher als langweilig und unattraktiv gilt. Doch warum ist das eigentlich so?

In Wandsbek gibt es bisher wenig Möglichkeiten auszugehen

"Wandsbek hat größtenteils keine schöne Architektur zu bieten. Man findet hier fast ausschließlich Häuser, die schnell nach dem Krieg gebaut wurden. Zudem haben wir, im Vergleich zu anderen Stadtteilen, wenig Gastronomie und wenige Möglichkeiten auszugehen," erklärt Nicole Fehrmann. Die Hamburgerin ist Ansprechpartnerin für den "City Wandsbek e.V.". Der Verein hat sich vor allem der Aufgabe verschrieben, den Wandsbeker Marktplatz mit verschiedenen Veranstaltungen zu beleben. Pro Jahr organisiert der Verein, neben vielen kleineren, vier große Events: die "Wandsbeker Wiese", den "Wandsbeker Winterzauber", den Beach Club "Like Ice and Sunshine" und eine Frühjahrsveranstaltung. Der City Wandsbek e.V. glaubt daran, dass der Hamburger Osten viel Potenzial hat, das bisher noch nicht entdeckt wurde. Aber mit der Suche nach neuem Wohnraum, scheint sich genau das zurzeit zu ändern: "Das spüren wir gerade an unserem neuesten Veranstaltungsformat dem "Food Truck Market", der einmal pro Monat stattfindet. Mit dem hatten wir plötzlich ein ganz anderes, junges Publikum, das aus dem Viertel kommt, auf dem Wandsbeker Marktplatz", so Nicole Fehrmann. Man merke, dass wenn man den Menschen in Wandsbek etwas biete, sie auch im Viertel Zeit verbrachten. An den Veranstaltungsabenden des "Food Truck Markets" blieben viele in Wandsbek, anstatt in die Schanze oder nach St. Pauli zu fahren. Genau das will der "City Wandsbek e.V." in Zukunft noch viel öfter erreichen.

Teure Wohnungen bringen ein anspruchsvolles Klientel

Doch reichen ein paar schöne Veranstaltungsformate tatsächlich aus, um einen besseren Ruf für einen ganzen Stadtteil nachhaltig zu erarbeiten? Daran glaubt auch Nicole Fehrmann nicht. "Doch wo fängt man an? Ich glaube, dass es manchmal wichtig ist, einfach zu starten. Dann ergibt das Eine das Andere." Für die Hamburgerin hat der Stadtteil im Grunde eine gute Ausgangslage, um sich schnell zu einem attraktiven Ort zu entwickeln. "Die Gegend um Wandsbek Markt ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Zudem findet man hier mit dem Quarree und den vielen Einzelhändlern einen spannenden Branchenmix. Darüber hinaus ist der Stadtteil wunderschön grün."

Nicole Fehrmann sieht für die Zukunft Wandsbeks bunt. (© kiekmo )

Dass sich etwas tut, sehe man auch an Bauprojekten wie dem "Brauhausquartier", das nördlich der Wandsbeker Marktstraße entsteht. Teil des neu entwickelten Gebäudekomplexes werden auch eher teurere Wohnungen. "Dementsprechend werden sich hierfür Mieter finden, die hohe Ansprüche an ihre Nachbarschaft haben", so Nicole Fehrmann. "Deshalb versuchen wir, hier mehr Gastronomie hinzuziehen und die Bedürfnisse nach schönen Orten, an denen man seine Freizeit verbringen möchte, zu befriedigen."

Der Wunsch: Ein großes Miteinander

Für Nicole Fehrmann ist das Zentrum Wandsbek grundsätzlich auf einem guten Weg, sich zu einem attraktiven Ort zum Leben zu entwickeln. Ideen, wie das Herz des Stadtteils in zehn Jahren aussehen könnte, hat sie viele. So möchte sie erreichen, dass der Wochenmarkt hinter dem Quarree wiederbelebt wird. Dieser sei in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden. Schön wäre hier auch eine Markthalle mit festen Ständen. Kunst und Kultur könne hier ebenfalls einen Platz finden. "Ich stelle mir Wandsbek Markt als quirliges, liebenswertes Zentrum vor. Überall ein buntes Treiben, durch das das Viertel auch wieder zusammenwächst und ein großes Miteinander möglich wird."

Doch für einen Imagewandel müssen und sollen alle Wandsbeker mit anpacken und ihre unterschiedlichen Visionen einbringen. Nur dann entsteht ein Ort im Herzen Wandsbeks, an dem sich alle wohlfühlen. Wer über seine Ideen sprechen möchte, kann das bei den zuständigen Behörden oder im ersten Schritt eben auch beim City Wandsbek e.V..

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