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Vorsicht, Kamera: Hamburg zählt Verkehr automatisch und rund um die Uhr

An Kameras, die öffentliche Plätze überwachen, scheiden sich die Geister. Hamburg zählt künftig sogar den Verkehr mit elektronischen Hilfsmitteln – die Daten werden allerdings anonym erhoben.

Die kleinen runden Geräte fallen kaum auf. Ihr müsst schon genau hinsehen, um die Kameras zu erkennen, die an etlichen Ampeln und Laternen im Hamburger Stadtgebiet hängen. Sie sind Teil einer Offensive der Stadt, die beim Zählen des Verkehrs künftig nicht mehr auf Menschen, sondern auf Elektronik setzt.

Wärmebildkameras erfassen Autos und Fahrräder

Anfang Juli ist das System in Betrieb genommen worden. Autos und Fahrräder werden von den Wärmebildkameras erfasst und gezählt. Die Stadt erhofft sich wichtige Erkenntnisse, mit denen auf Staus reagiert und der Verkehrsfluss optimiert werden kann. Auch bei der Planung von Baustellen könnten die Kameras helfen. Wichtig für Datenschützer: Laut Stadt werden weder Gesichter noch Nummernschilder auf den Aufnahmen zuerkennen sein.

Hamburg europaweit die einzige Stadt

Hamburg ist europaweit die erste Stadt, die flächendeckend auf eine derartige Technik setzt. Bislang war vor allem per Hand gezählt worden. Ein Aufwand, der nur mit großen Zeitabständen überhaupt betrieben werden konnte. Schon jetzt sind 115 Kreuzungen Kameras ausgestattet. Bis Ende 2020 werden voraussichtlich 2.000 Kameras an Ampeln und Laternen im Einsatz sein. So können Daten für mehr als 400 Verkehrsknotenpunkte erhoben werden. Für den Radverkehr sind 40 Standorte vorgesehen.

Ergebnisse werden veröffentlicht

Für Bürger sollen die mittels Wärmebildern gewonnenen Erkenntnisse einzusehen sein. Und zwar ab Herbst auf einer öffentlichen Plattform im Internet. Das Projekt lässt sich Hamburg einiges kosten. Die Rede ist von mehr als 20 Millionen Euro, die investiert werden. Der Bund beteiligt sich mit 12,4 Millionen Euro. "Wenn wir ein flächendeckendes Netz von Datenzählstellen ganzjährig in Echtzeit zur Verfügung haben, können wir als Stadt viel präziser als bislang planen und auf aktuelle Verkehrssituationen schneller reagieren", sagt der parteilose Verkehrssenator Michael Westhagemann.

Apropos Verkehr in Hamburg

Wusstet ihr schon, dass Uber zurück ist? Das Unternehmen hat es allerdings nicht unbedingt leicht, schließlich gibt es mittlerweile zig verschiedene Carsharing-, Sammeltaxi- und E-Roller-Anbieter in der Stadt. Unsere Autorin Lisa findet, das sind zu viele und fragt sich: Die totale Uberforderung: Braucht Hamburg wirklich so viele Fahrdienste?

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