(© Shutterstock/Leonid Andronov )

Verspätungs-Rekord: Darum sind Hamburger S-Bahnen so unpünktlich wie nie

Schlechte Nachrichten für den Hamburger Nahverkehr: Die S-Bahn hat 2018 ihr Pünktlichkeitsziel verfehlt. Außerdem war die Zahl der störbedingten Ausfälle so hoch wie seit 2002 nicht mehr. Was die Stadt nun vorhat, um diesen Missstand zu beheben, erfahrt ihr hier.

Kein gutes Ergebnis für die Hamburger S-Bahn: 2018 waren nur 94,3 Prozent der Züge pünktlich. Das bedeutet: weniger als drei Minuten verspätet. Das ist der schlechteste Wert seit 2015 (93,7 Prozent). Der Senat teilte daneben auf die Anfrage der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion mit, dass die Pünktlichkeitsquote 2017 noch bei 94,7 Prozent gelegen habe. Außerdem wurde bekannt, dass 1,4 Prozent der Züge im Jahr 2018 ausgefallen sind – aufgrund von Störungen. Ein bedenklicher Trend, wie der Blick auf die Zahlen der letzten Jahre zeigt. 2002 lag die Ausfallquote noch bei 0,4 Prozent, 2010 bei 0,8 Prozent und 2017 bereits bei 1,2 Prozent.

Januar 2019: Nur 90,5 Prozent der S-Bahnen pünktlich

Weitere Hiobsbotschaften gibt es bereits aus diesem Jahr: Im Januar waren nur 90,5 Prozent der S-Bahnen pünktlich beziehungsweise weniger als drei Minuten verspätet. Rekordhalter der unpünktlichsten Bahnlinien Hamburgs ist die S2 – nur 77 Prozent fuhren im Januar 2019 pünktlich ein und ab. Aber auch die S21 fiel negativ auf: Ihre Pünktlichkeitsquote lag bei 84,7 Prozent. Im Vergleich dazu geradezu vorbildlich: die Linie S1 mit einer Quote von 94,7 Prozent.

Zugausfälle und Verspätungen: Gründe … und Lösungen?

Als Erklärung für den traurigen Rekord verweist die Wirtschafts- und Verkehrsbehörde auf den Anstieg der Fahrgäste und die Erhöhung der Fahrten. Aber auch extreme Wetterlagen, Rettungs- und Notarztwagen- sowie Polizeieinsätze werden als Ursachen angeführt. Außerdem: Am 9. Dezember 2018 trat ein neuer Vertrag in Kraft, in dem die Stadt das Pünktlichkeitsziel der S-Bahn Hamburg erstmals gesenkt hat. Darin wurde festgehalten, dass in Zukunft nur noch 94 Prozent statt 94,7 Prozent der Züge pünktlich (beziehungsweise unter drei Minuten verspätet) sein müssen. Das soll sich laut Senat besonders positiv auf die S3 auswirken, die zwischen Neugraben und Stade im Mischverkehr mit weiteren Zügen verkehrt.

S-Bahn ist optimistisch

Zum Thema Pünktlichkeit äußerte sich Hamburgs S-Bahn-Chef Kay-Uwe Arnecke kürzlich optimistisch. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Die Trendwende ist bereits geschafft, in den vergangenen Wochen sind wir wieder deutlich besser unterwegs." Ein Ton, der zumindest die Online-Community überrascht. In den sozialen Netzwerken äußern sich einige User kritisch zu den angegeben Zahlen des Senats – ebenso wie zur erwähnten Trendwende. Dabei berufen sie sich besonders auf ihre eigenen Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr.

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