(© Vanessa Leitschuh )

Veganes Backen: Deutschlands erste vegane Kochschule setzt auf Süßes

Backen ohne Ei, Milch oder Butter. Mitten in Eimsbüttel, in der ersten veganen Kochschule Deutschlands, entstehen unter der fachkundigen Anleitung von "Schneewittchen" Leckereien, die ohne das unfreiwillige Mitwirken von Henne und Kuh auskommen.

Eimsbüttel strahlt an diesem Sonntagnachmittag. Es sind 26 Grad und ganz in der Nähe stöbern, feilschen und feiern die Eimsbütteler noch auf dem Osterstraßenfest. Nicht weit vom bunten Treiben entfernt liegt in der Methfesselstraße die erste vegane Kochschule Deutschlands: die Kochschule Kurkuma. Trotz Sonne und Sommertemperaturen werden hier heute die Rührlöffel geschwungen. Die Eimsbüttelerin Ines Pfisterer gibt regelmäßig unter dem Namen "Schneewittchen" vegane Backkurse. Dort lernen die Kursteilnehmer, wie einfach sie Kuchen ohne Milch, Kekse ohne Butter oder Brownies ohne Eier zaubern können.

Auch beim Essengehen sind für mich die veganen Rezepte meistens die besten auf der Karte, weil es die kreativsten sind.

Die Kochschule "Kurkuma"

"Kurkuma", eine südasiatische Knolle, die hierzulande auch "Gelbwurz" genannt wird, ist der strahlende Superfood-Überflieger schlechthin – und wird in ihrer Heimat seit Jahrtausenden als Gesundheitsbringer und Medizin gefeiert. Gesund und strahlend soll auch sein, was die Räumlichkeiten der veganen Kochschule verlässt.

Diese ist modern und hell eingerichtet, mit Fenstern, die bis zum Boden reichen. Es sieht weniger nach Kochschule, viel mehr nach heimischer Küche aus. Vorne befinden sich alle Küchenutensilien, im hinteren Teil des Raums steht eine lange Tafel, die schon auf den besten Teil des Kurses hindeutet: Das Beisammensitzen und Probieren der Köstlichkeiten. Doch vorher muss gebacken werden. Auf den Theken und Tischen der Kochschule warten bereits elf Rezepte mit den dazugehörenden Zutaten auf die Kursteilnehmer. Diese sind teilweise weit angereist, um veganes Backen zu lernen.

(© Vanessa Leitschuh )

Ein Brot mit Bierkruste?

Noch bevor der Backkurs startet, duften die Räumlichkeiten schon nach Selbstgebackenem. In einer Ecke klingelt ein Wecker. "Ich habe noch was zur Begrüßung im Ofen", unterbricht Ines. Sie holt ein Brot aus dem Ofen und packt es zum Abkühlen auf ein Holzbrett. Die Backmischung dazu hat sie selbst zusammengestellt: "Das ist meine Bierkruste. Ich hatte Freunde zum Biertrinken eingeladen und wollte ihnen etwas zum Essen anbieten. Bier und Brot passt super zusammen." So entstand eine Backmischung, die nur mit Bier vermengt ein herzhaftes Bierbrot ergibt. Die Bierkrusten-Backmischung gibt es nun in ihren Kursen in Papiertüten zu kaufen. Die 26-jährige Kursleiterin hat sich zwar auf das vegane Backen spezialisiert, doch für Freunde oder Catering-Aufträge backt sie auch mal mit tierischen Produkten. "Auch beim Essengehen sind für mich die veganen Rezepte meistens die besten auf der Karte, weil es die kreativsten sind", erklärt die gebürtige Stuttgarterin.

(© Vanessa Leitschuh )

An die Rührlöffel, fertig, los

Nach kurzem Kennenlernen erklärt Ines die Grundregeln des veganen Backens und mit welchen Produkten, tierische leicht ersetzt werden können. Dann dürfen die Workshop-Teilnehmer selbst ran: In Paaren suchen sie sich eines der vorbereiteten Rezepte aus und rühren, kneten und pürieren drauf los. Solange bis alle Rezepte verarbeitet und aus den Zutaten frische, rein pflanzliche Backwerke entstanden sind. Ja, backen macht glücklich – genauso das Naschen danach. Die Kuchen sind noch warm und duften. Voll Vorfeude wartet die Runde auf die ersten Probierstücke: Blueberry Cheesecake, Chocolate Chip Cookie und Mango Trifle serviert Kursleiterin Ines in der ersten Runde. Beim grünen Pandankuchen, aus Kokosmilch, Tofu und Pandanblättern, werden die Stückchen schon deutlich kleiner. In der nächsten Runde, beim Schwedenkuchen mit Schokolade und Espresso, steigen die ersten aus – zu voll. Manche halten noch bis zum Himbeer-Chia-Streuselkuchen und dem Carrot Cake durch. Nichtsdestotrotz bleibt der größte Teil der süßen Leckereien übrig. Mit Aufbewahrungsbehältern ausgestattet packen sich die Kursteilnehmer die Reste ein – morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

(© Vanessa Leitschuh )

Bald geht's in die Sommerpause

Die Backkurse mit Schneewittchen gibt es alle sechs bis acht Wochen in der Kurkuma Kochschule. In den warmen Monaten etwas seltener, denn im Juli und August ist Sommerpause. Dafür startet im Winter die Weihnachtsbäckerei mit mehr Plätzchen-Rezepten. Der nächste und damit letzte Kurs vor der Sommerpause findet am 17. Juni statt. Noch mehr zur ersten veganen Kochschule Deutschlands findet ihr auf der Website von Kurkuma.

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