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Urlaubszeit gleich Stauzeit: So soll die Stress-Autobahn A23 ausgebaut werden

Na, habt ihr auch schon mal auf der A23 gestanden, wenn nichts mehr geht? Die gute Nachricht: Der Bund plant den Ausbau unserer Nordsee-Autobahn. Die schlechte ist, dass das noch dauern kann.

Morgens stehen sie wegen Berufsverkehrs in Richtung Hamburg. Abends auf der Gegenfahrbahn. Stoßstange an Stoßstange. In den Ferien geht manchmal den ganzen Tag nichts, schließlich ist die A 23 für uns Hamburger die Nordsee-Autobahn. Doch für genervte Pendler wie Urlauber gibt es Anlass zur Hoffnung. Denn die Umsetzung der Pläne für einen sechsspurigen Ausbau der Strecke unmittelbar hinter der Hamburger Landesgrenze zu Schleswig-Holstein nimmt langsam Fahrt auf. Wir fassen den Sachstand mal für euch zusammen.

A23: Ausbau auf sechs Spuren ist "vordringlich"

Die gute Nachricht für alle, die sich einen schnellen Ausbau der Nordsee-Autobahn wünschen, schon mal vorweg: Für das Berliner Verkehrsministerium hat das Projekt Priorität. Und zwar nachweislich. Denn es wurde ganz offiziell in den so genannten Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. Und zwar auch noch mit der Bemerkung, es gebe einen "vordringlichen Bedarf" für Sechsspurigkeit der A23. Aha, schnell soll es also möglichst gehen.

Kosten sind noch unklar

Das ganze Konzept gegen den Stress auf der Nordsee-Autobahn könnt ihr euch übrigens selbst im Internet ansehen. Der Ausbau der A 23 ist demnach auf einer Länge von 15 Kilometern geplant. Die Vorplanung laufe schon seit 2013, heißt es. Die letzte Kostenprognose ist mehrere Jahre alt. Damals wurde mit Investitionen in Höhe von 208 Millionen Euro gerechnet. Seitdem hat sich die Lage auf dem Bausektor verschärft, die Nachfrage ist gestiegen, die Preise somit auch. Eine ganz aktuelle Kostenschätzung gibt es nicht.

Einigen Anliegern droht Enteignung

Doch Geld ist nicht das einzige Problem. Denn Fakt ist auch, dass für einen Ausbau der A 23 zusätzliche Flächen benötigt werden. Und es wird mächtig eng, denn es gibt am Rand der Strecke teilweise sehr dichte Bebauung. Zumindest bis nach Pinneberg stehen Wohnhäuser und Gewerbehallen manchmal direkt an der Trasse. Da müssten viele Anlieger sich von ihrem Grund und Boden trennen. Es könnte zu Enteignungsverfahren kommen. Zu Klagen. Zu Zoff. Verzögerungen.

Freigabe der Seitenstreifen ist vom Tisch

War 2014 noch über die temporäre Freigabe der Seitenstreifen zum Zweck der Verkehrsentlastung diskutiert worden, ist dergleichen wegen zu hoher Kosten mittlerweile vom Tisch. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die erforderlichen Baumaßnahmen und der erforderliche Planungsaufwand und Zeitbedarf fast dem eines sechsstreifigen Ausbaus entsprächen, so heißt es aus dem schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium.

Wie soll die A23 überhaupt wachsen

Wichtigste zu klärende Frage wird nun sein, wie die A23 genau wachsen soll. So wird diskutiert, die bisherige Trasse schlicht auf beiden Seiten um eine Spur zu verbreitern. Alternativ könnte aber auch asymetrisch ausgebaut werden. Das hieße, dass eine Richtung eine komplett neue Fahrbahn bekommt. Insgesamt müsste die A23 für sechs Spuren eine Breite von fast 40 Metern haben.

Längst überholte Fahrzeugzahlen

Neue Zahlen der Bundesanstalt für Straßenweisen besagen, dass die Anzahl der Fahrzeuge auf der A23 allein zwischen 2010 und 2015 im Bereich nordwestlich von Hamburg um rund 20.000 pro Tag angewachsen ist. In der ursprünglichen Ausbauplanung war von 79.000 Fahrzeugen täglich bis zum Jahr 2030 ausgegangen worden. Doch diese Zahl scheint längst überholt.

Nicht verschwiegen werden darf, dass es angesichts des Klimawandels immer lauter werdende Kritik am Ausbau von Autobahnen gibt. Stattdessen wird immer häufiger gefordert, verstärkt ins Schienennetz zu investieren. Die Praxis sah bislang jedoch anders aus.

Dann doch lieber Bahnfahren in Hamburg

Auch in Hamburg wird über den Ausbau des Schienennetzes diskutiert: Schließlich hat BUND-Chef Manfred Brasch die Stadtbahn wieder ins Gespräch gebracht. Doch braucht Hamburg wirklich wieder eine Straßenbahn? Wenn ihr auf die Scheine umsteigt, dann solltet ihr allerdings einiges beachten. Dies sind die 10 goldenen Regeln fürs Bahnfahren in Hamburg.

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