Robin Eberhardt/Eimsbütteler Na )

Umbenennungen: Diese Straßen in Eimsbüttel haben neue Namen

Der Hamburger Senat hat unlängst beschlossen, dass 22 Straßen, Wege und Parks einen neuen Namen bekommen. Ein Großteil der Neubenennungen befindet sich im Bezirk Eimsbüttel. Wir verraten euch, welche es sind.

Die Behörde für Kultur und Medien hat für Parks, Wege und Straßen neue Straßennamen bekanntgegeben. Diese werden in einem formalen Verfahren einer Senatskommission ermittelt. Die Vorschläge für die Namen oder Umbenennungen kommen meist aus den Bezirken und werden von der Kommission nur noch geprüft und beschlossen.

Christa-Siems-Park an der Hallerstraße

So wird die Parkanlage am Grindel nach der beliebten Hamburger Volksschauspielerin Christa Siems benannt. Die von der Hallerstraße nach Norden verlaufende Parkanlage Grindelberg wird nun zum Christa-Siems-Park.

Christa Siems wurde am 28. Juni 1916 in Hamburg geboren, sie lernte die Schauspielerei in Düsseldorf und kehrte nach Engagements in Flensburg, Neuss und Halle 1946 nach Hamburg zurück. Dort wurde sie Mitglied des St. Pauli Theater-Ensembles und verkörperte unter anderem über 300 Mal die "Zitronenjette". Nebenbei arbeitete sie auch für Rundfunk und Fernsehen wirkte bei vielen Hörspielproduktionen, Spielfilmen und Fernsehstücken mit. Sie starb am 27. Mai 1990 und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.

Gustav-Falke-Sportplatz wird zum Walter-Wächter-Platz

Der Gustav-Falke-Sportplatz zwischen Schlankreye und Gustav-Falke-Straße heißt künftig Walter-Wächter-Platz. "Es ist toll, dass dieser Platz endlich nach Walter Wächter benannt wurde", sagt Enno Isermann von der Behörde für Kultur und Medien.

Robin Eberhardt/Eimsbütteler Na )

Wächter ist am 26. Mai 1913 in Hamburg geboren und war ein jüdischer Fußballer und Leichtathlet aus Eimsbüttel. Er wurde am 4. März 1935 verhaftet und ins Konzentrationslager Fuhlsbüttel gebracht. Nach dreijähriger Haft wurde er unter der Bedingung entlassen, Deutschland innerhalb der nächsten zwei Wochen zu verlassen. Über Italien, Jugoslawien, Ungarn und wiederum Deutschland reiste er illegal nach Schweden, wo er ab November 1938 als Tagelöhner und Knecht bei diversen Bauern arbeitete. Wächter starb 1983 im schwedischen Exil.

FC Alsterbrüder war die treibende Kraft

Treibende Kraft für die Umbenennung war der FC Alsterbrüder, der auf dem Sportplatz beheimatet ist. Der Verein wollte nicht mit Gustav Falke, dessen Werk stark nationalistische und kriegsverherrlichende Züge hat, in Verbindung gebracht werden.

"Bei einer Ausstellung des Deutschen Fußballbundes wurden wir auf Walter Wächter aufmerksam", erklärt Frank Vöhl-Hitscher von den Alsterbrüdern. Der Verein nahm Kontakt mit dem Sohn Walter Wächters in Stockholm auf und nachdem dieser die Umbenennung gut fand, stellte der Verein einen Antrag bei der Bezirksversammlung. Der zuständige Kerngebietsauschuss stimmte diesem dann einstimmig zu. Im Spätsommer will der FC Alsterbrüder im Beisein von Walter Wächters Sohn sowie weiteren Unterstützern, wie etwa der jüdischen Gemeinde, mit einem großen Fest die offizielle Umbenennung feiern.

Neue Namen in Lokstedt und Eidelstedt

Zudem erhält eine neuerschlossene Straße in Lokstedt den Namen Alma-Ohlman-Weg. Sie leitete ab 1976 verschiedene Gymnastikgruppen in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen und war Trägerin der "Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes".

In Eidelstedt führt künftig die Oliver-Lißy-Straße vom Hörgensweg in südöstliche beziehungsweise südwestliche Richtung und gegenüber der Einmündung Rebenacker wieder in den Hörgensweg. Die Straße ist nach dem früheren Leiter des Hauses der Jugend Eidelstedt "Acker pool Co." Oliver Lißy (1962-2016), einem zentralen Gestalter der Jugendarbeit im Stadtteil, benannt.

Last, but not least: Die etwa 40 Meter lange und 17 Meter breite Grünfläche an der Lutterothstraße zwischen dem Spielplatz und der ehemaligen Kirche St. Stephanus heißt künftig Stephanusgarten.

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