(© picture alliance / Thomas Scholz )

Tschüss "Tante Ju": Wir werden dich vermissen!

Für viele Hamburger ist das sonore Brummen am Himmel der Hansestadt ein gewohntes Geräusch in den Sommermonaten. Doch damit ist jetzt Schluss: Die alte Tante Ju geht in Rente.

Fast 83 Jahre ist die alte Dame schon – und nun soll Tante Ju sich aus dem Passagierflugbetrieb zurückziehen. Abschied einer Legende trifft es wohl sehr gut. Denn die Junkers Ju 52, ein Flugzeugtyp der Junkers Flugzeugwerk AG in Dessau, startete ihren Erstflug bereits im April 1936. Ihr bewegtes Leben bildet die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung, Eigentümer der historischen Maschine, anhand eines Zeitstrahls sehr anschaulich ab.

Jeder Passagier kostet Geld

Der Betrieb sei perspektivisch nicht mehr wirtschaftlich, ließ ein Sprecher der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung verlauten. Jeder Passagier habe den Eigentümer des Oldtimers Geld gekostet. Und das, obwohl eine halbe Stunde Rundflug über Hamburg stolze 239 Euro kostete.

Eine alte Dame mit "Rückenproblemen"

Erst im letzten Jahr war eine Maschine des gleichen Typs in der Schweiz abgestürzt. Alle 20 Passagiere starben. Zeitweise dufte daraufhin in der Schweiz keine Junkers Ju 52 mehr fliegen. Mit dem Einstellen des Passagierbetriebs in Hamburg hat der Absturz aber wohl nichts zu tun. Erst 2016 wurde die Ju umfangreich repariert, nachdem ein Mittelholm im Flügel gebrochen war. Fast zwei Jahre war die alte Dame wegen ihrer "Rückenprobleme in Behandlung". Im August 2018 gab es im Rahmen einer Routinekontrolle erneut einen Befund: Ein Schaden an einem Strukturbauteil an der Motoraufhängung. Es wurden alle Flüge bis Ende der Saison im Oktober abgesagt.

Zukunft der alten Ju unklar

Ob die Ju 52 weiterhin bei Flugshows wie dem Hafengeburtstag zum Einsatz kommen darf, wird derzeit geprüft. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Sicher ist aber, dass wir sie nicht mehr regelmäßig am Hamburger Himmel hören werden. Mach‘s gut, alte Tante Ju, du wirst uns fehlen.

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