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Tierisches Treiben in Hamburg: Augen auf beim Spaziergang

Krisenbedingte Schließungen und Kontaktverbot sorgen dafür, dass weniger Hamburger auf den Straßen unserer schönen Stadt unterwegs sind. Das gilt gleichermaßen für Fußgänger und den Autoverkehr. Die einzige Ausnahme: Unsere tierischen Stadtbewohner, die sich über den neuen Platz freuen.

Ob Pfaue in Madrid, Enten in Paris, Schakale in Tel Aviv, oder ein Puma in Santiago: In allen Städten der Welt trauen sich die ansässigen Tiere durch die neue Ruhe vermehrt aus ihren Verstecken und in den Stadtraum. In Berlin legte zuletzt ein Biber einen Stadtspaziergang ein. Und auch in Hamburg wagen sich die pelzigen und gefiederten Stadtbewohner auf neues Terrain.

Eichelhäher

Der Rabenvogel lebt eigentlich eher stadtfern in Wäldern oder waldnahen Grünanlagen. Nun können wir Hamburger ihn immer öfter im Stadtgebiet beobachten. Im Gegensatz zu seinen schwarzen Artgenossen, kommt er in aufwändigem braun-rosa Federkleid mit schwarzem Bart und blau schillernden Bugfedern daher. Bis zu zehn Eicheln kann er in seinem Kehlsack mit sich tragen – daher der Name. Man ist eben doch, was man isst.

Eichhörnchen

Die putzigen Nager sieht man mit Glück ab und an in einem Hamburger Park, nun aber deutlich verstärkt. Außerdem trauen sie sich näher an die Menschen heran. "149 Individuen nahmen wir seit dem 1. März auf, was ziemlich viel ist", sagte Sven Fraaß, Sprecher des Hamburger Tierschutzvereins nach Angaben der MOPO. Die niedlichen Katteker vergraben ihre Nüsschen mit Vorliebe in unseren Gärten oder Balkonkästen.

Kaninchen und Feldhasen

Insgesamt 51 Hoppler sind bis dato beim Hamburger TSV gelandet – Tendenz steigend. Besonders die 17 Feldhasen sind laut Fraaß bemerkenswert. Denn die Langlöffler leben normalerweise außerhalb der Stadt. Wer Hasenbabys findet, kann sie auch beim Wildtier- und Artenschutzzentrum in Pinneberg abgeben. Dort werden die kleinen Mümmler wieder aufgepäppelt.

Igel

Auch Igel trefft ihr öfter als sonst. 39 der kleinen, stacheligen Kerlchen wurden bereits in die Obhut des Hamburger Tierschutzvereins gegeben. Findet ihr einen verletzen Mecki, bringt ihn zum Tierarzt, zur Looki Igelstation in Bergedorf oder zur Igel-Ambulanz in Stellingen. Und falls die drolligen Kerlchen euren Garten besiedeln, haben wir Tipps, wie ihr Igeln helfen könnt.

Wildvögel

Kaum zu glauben: Selbst drei Waldkäuze, einen Bergfink und einen Uhu hat der Tierschutzverein mittlerweile unter seine Fittiche genommen. Außerdem war ein Seidenschwanz in Hamburg unterwegs. Die schönen Vögel sind in dieser Jahreszeit eigentlich in nördlicheren Gefilden zu finden.

Tierschutzverein nimmt vermehrt Wildtiere auf

Sogar ein Fuchs und ein Nutria sind bei ihrem Stadtspaziergang beim Hamburger Tierschutzverein gemeldet worden. Dieser konnte die Tiere aufgreifen. Durch die Ruhe und den gesunkenen Autoverkehr überleben mehr Jungtiere als sonst. Der wilde Nachwuchs gerät hin und wieder auf Abwege – und landet beim Tierschutzverein. Seit dem 1. März verzeichnet dieser die Aufnahme von 703 Wildtieren. Im Vergleich: Letztes Jahr waren es mit 335 Tieren weniger als die Hälfte.

Nun heißt es für uns Spaziergänger mehr denn je, die Augen aufzuhalten – und uns rücksichtsvoll zu verhalten.

Spazieren mit Tieren in Hamburg

Hamburg ist wilder, als ihr vielleicht glaubt! Zuletzt wurde ein Wolf in Duvenstedt gesichtet. Bei eurem Spaziergang ist so eine Begegnung doch eher unwahrscheinlich – vielmehr trefft ihr auf wilde Vögel und Kleintiere. Zum Beispiel bei einem Spaziergang durchs Eppendorfer Moor oder den Moorgürtel im Süden Hamburgs. Wer näher ran will, kann im Wildpark Schwarze Berge mit Alpakas flanieren.

Findet ihr ein verletztes oder verlaufenes Tier auf eurem Spaziergang, helfen euch die Hamburger Tierheime weiter.

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