(© Katharina Meßmann / StrassenBLUES e.V. )

"Strassenblues": Bescherung für Hamburger Obdachlose

Der gemeinnützige Verein "Strassenblues" will zu Weihnachten die Wünsche der Obdachlosen erfüllen – und schafft so vor allem Verständnis und gegenseitigen Austausch.

Winterstiefel, Schlaf­säcke, Mäntel, Super­markt-­Gutscheine, Tabak, ein Tag im Holthusenbad – die Wünsche von Obdachlo­sen sind oft bescheiden. Einige sind notwendig, um sich gegen den kalten norddeutschen Win­ter zu schützen. Viele Hambur­ger geben erfahrungsgemäß ger­ne, gerade zur kalten Zeit des Jahres, wissen aber oft nicht wie und was. Der gemeinnüt­zige Verein Strassenblues bringt beide Seiten zusammen: Zum inzwischen vierten Mal ver­anstaltet die Organisation den "Strassenweihnachtswunsch". Gemeinsam mit seinen Part­nern, wie zum Beispiel dem JesusCenter oder Pik As, sammeln sie die Wünsche der ob­dachlosen Menschen und ver­öffentlichen die Liste auf ihrer Website, über die man sich ganz unkompliziert anmelden und einen Wunsch erfüllen kann.

(© Katharina Meßmann / StrassenBLUES e.V. )

Eine Begegnung auf Augenhöhe

Mitmachen könne jeder, sagt der Strassenblues­-Gründer Ni­kolas Migut, es müsse aber eine gewisse Bereitschaft zum Aus­tausch vorhanden sein – von beiden Seiten. Denn das Pro­jekt soll vor allem Verständnis fördern und dazu beitragen, dass sich Schenker und Beschenk­te auf Augenhöhe unterhalten können. Die Bescherung ist dieses Jahr am 16. Dezember, bei einer kleinen Weihnachts­feier. Im letzten Jahr war der Saal mit rund 150 Menschen komplett gefüllt. Auch die Obdach­losen bringen etwas mit: Klei­nigkeiten, oft Selbstgebasteltes. "Die Stimmung war immer sehr herzlich, sogar emotional", er­zählt Nikolas Migut. "Viele hat­ten bei der Übergabe ein paar Tränen in den Augen."

(© Katharina Meßmann / StrassenBLUES e.V. )

Chance auf langfristige Freundschaften

Für viele ist der Nachmittag auch eine kleine Flucht aus der eisigen Realität der Straße. "Unsere Beschenkten können ein paar Stunden vergessen, welchen ge­sellschaftlichen Status sie haben“, bestätigt Migut. "Alle be­gegnen sich hier als Menschen." In Zukunft möchte er auch das Knüpfen nachhaltiger Verbin­dungen mehr fördern. Verein­zelt ist das schon passiert: Je­mand hätte sich letztes Jahr Fut­ter für seinen Hund gewünscht und wird bis heute regelmäßig mit Nachschub versorgt. "Und einer der Obdachlosen, der sich Schlittschuhe gewünscht hat, war einige Male mit zwei Teilnehmerinnen Schlittschuh­ fahren." Denn sozialer Kontakt oder sogar Freundschaften sind neben den Winterschuhen ein ebenso wertvolles Geschenk.

Ihr möchtet auch einen Weihnachtswunsch erfüllen? Auf der Webseite von Strassenblues könnt ihr die aktuelle Wunschliste der Obdachlosen einsehen und euch anmelden. Die Beschwerung findet am 16. Dezember statt.

Weihnachten, das Fest der Nächstenliebe

Gerade zur kalten Weihnachtszeit geben viele Hamburger gerne – zum Beispiel beim Adventskalender der Tafel. Jeden Tag könnt ihr einen Korb mit einem neuen haltbaren Lebensmittel füllen, und am Ende schließlich 24 "Türchen" an die Tafel spenden. Wer sich noch mehr für Hamburgs Obdachlose engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, Sachspenden in den kiekmo-Schließfächern zu hinterlegen. Die Spendenaktion läuft noch bis zum 15. Januar.

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