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Straight outta Langenhorn: 5 berühmte Töchter und Söhne des Stadtteils

Dank Ex-Kanzler Helmut Schmidt und seiner Frau Loki ist Langenhorn weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt. Rund 50 Jahre lang wohnten die beiden hier. Doch Langenhorn hat noch einige weitere Berühmtheiten hervorgebracht. Welche? kiekmo verrät's euch!

1. Die Schmidts: Am Neuberger Weg 80

Das Haus Am Neuberger Weg 80 in einer beschaulichen Wohnsiedlung am Stadtrand repräsentiert ein Stück Zeitgeschichte: Dort lebten der langjährige Bundeskanzler Helmut Schmidt und seine Gattin Loki ab 1961. Die gastfreundlichen Schmidts empfingen in ihrem Haus zahlreiche Politgrößen wie den US-Außenminister Henry Kissinger, den sowjetischen Staatschef Leonid Breschnew oder den spanischen König Juan Carlos. Mehr als 30 Jahre lang traf sich hier regelmäßig die sogenannte Freitagsgesellschaft, bei der Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft die Weltlage diskutierten. Privat gaben sich Loki und Helmut Schmidt bewusst bodenständig, mit feinem Sinn für Kunst. Von ihrer Liebe zur Musik zeugt unter anderem ein Flügel, auf dem der Kanzler regelmäßig und talentiert spielte. Nach Schmidts Tod ist das Haus weitgehend unverändert geblieben. Als Museum ist es aktuell nicht zu besichtigen, ihr könnt allerdings einen virtuellen Rundgang unternehmen.

2. Rapperin Haiyti: Prekär aufgewachsen in L.A.

Eines der größten deutschen Raptalente ist in Langenhorn aufgewachsen, als Kind einer Alleinerziehenden zwischen Sozialwohnungen, einem Containerdorf und Helmut Schmidts Wohnhaus: Ronja Zschoche, besser bekannt als Haiyti. Sie selbst und ihre Freunde nannten den Stadtteil in ihrer Jugend L.A., als liege Hollywood gleich ums Eck. Tatsächlich hat es Haiyti mittlerweile mit ihrer unnachahmlichen Musik – einer schrillen Mischung aus Rap und Pop – ins Glamour-Business geschafft. Etablierte Hip-Hop-Größen wie Deichkind und Haftbefehl zählen zu ihren Fans.

3. Wolf Biermann: Flucht vor den Bomben in den Laukamp 10

Dem späteren Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann war Langenhorn im Sommer 1943 ein Zufluchtsort: Nachdem ein schwerer Luftangriff die Wohnung der Familie in Hammerbrook zerstört hatte, kamen der damals Sechsjährige, seine Mutter Emma, die Oma und ein Cousin in der Fritz-Schumacher-Siedlung am Laukamp 10 unter. Biermanns Vater, Werftarbeiter und Jude, wurde im selben Jahr im KZ Auschwitz ermordet. Um dessen kommunistischen Traum zu verwirklichen, siedelte Biermann später in die damalige DDR über, kehrte jedoch desillusioniert zurück in die BRD. Heute lebt Biermann wieder in Hamburg und hat seine Geschichte in zahlreichen bewegenden Gedichten und Liedern verarbeitet.

4. Susianna "Susi" Kentikian: Aus der Flüchtlingsunterkunft rausgeboxt

Auch Susianna "Susi" Kentikian – heute als mehrfache Box-Weltmeisterin im Fliegengewicht international bekannt – verknüpft eine Fluchtgeschichte mit Langenhorn. Als sie fünf Jahre alt war, floh sie mit ihrer Familie vor dem Krieg in Armenien und kam in einer Asylunterkunft in dem Stadtteil unter. Das Leben in der Unterkunft und Angst vor Abschiebung prägten sie. Mit zwölf Jahren entdeckte Kentikian das Boxen für sich. Ein Ventil für all den angestauten Frust und den Ärger über ihre schwierige Situation. "Da kann man seine ganze Wut rauslassen", sagt die Jugendliche damals: "Danach fühlt man sich richtig gut." Längst hat sich das Blatt gewendet. Die als "Killer Queen" bekannte Susi Kentikian gilt mit 400 Schlägen pro Minute als schnellste Boxerin der Welt.

5. Olli Dittrich: "Dittsches" Kindheit in Langenhorn

Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte auch der Komiker Oliver Michael "Olli" Dittrich in Langenhorn. Er zog im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie in ein Haus in der Straße Am Ohlmoorgraben und spielte mit den Nachbarskindern im Hinterhof Fußball. In der Schule eher mäßig erfolgreich, schlug sein Herz zunächst für den Leistungssport, als Außenstürmer war er beim TuS Alstertal erfolgreich. Davon abgesehen zeigte Olli musikalisches Talent. Er lernte Gitarre, Schlagzeug und Waschbrett, gründete eine Skiffle-Band und trat unter anderem in der Fabrik und im legendären Onkel Pö auf. Seinen Durchbruch als Komiker hatte der Mann mit viel Wortwitz Mitte der 1990er-Jahre bei "RTL Samstag Nacht". Seine wohl bekannteste Figur ist der Imbissbuden-Philosoph im Bademantel: "Dittsche".

Kennt ihr die schon? Promis in Hamburg

Nicht nur Langenhorn kann mit prominenten Bewohnern aufwarten: 5 Promis, die in St. Georg wohnen. Und hier findet ihr auch noch ein paar: 10 Promis, die in Hamburg wohnen.

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