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Stadtreinigung Hamburg: "Der beste Müll ist kein Müll"

Zero Waste ist eines der Trendthemen der letzten Jahre. Doch kann das auch ein Ziel für eine ganze Stadt sein? Wir haben mit Kay Goetze, Pressesprecher der Stadtreinigung Hamburg, über Recycling und Müllvermeidung gesprochen.

Wie viel Prozent des Hamburger Mülls wird recycelt?

Kay Goetze: In Hamburg werden von den rund 770.000 Tonnen Abfällen aus den Haushalten knapp 300.000 stofflich verwertet. Rund 470.000 Tonnen gehen in die thermische Verwertung zur Produktion von Fernwärme.

Warum wird der Rest nicht nicht recycelt?

Weil er entweder stofflich nicht verwertet werden kann und deshalb in den Restmüll gehört. Oder aber der Müll kommt gar nicht erst im Wertstoffkreislauf an, weil zum Beispiel falsch getrennt wurde. Eine bessere Trennung durch die Verbraucherinnen und Verbraucher ist ein Schlüssel zum besseren Recycling. Das geht natürlich einher mit einer weitreichenden Kommunikation zum Thema Recycling. Aber auch Verpackungshersteller sehen wir in der Verantwortung, künftig noch mehr Verpackungen auf den Markt zu bringen, die auch gut wiederverwendet oder stofflich verwertet werden können.

Was sind die größten Probleme für die Stadtreinigung? Was machen Verbraucher bei der Mülltrennung häufig falsch?

Das größte Problem sind die sogenannten Fehlwürfe, also falsch getrennte Abfälle, die nicht zurück in den Kreislauf gelangen. Eine große Herausforderung für die Stadtreinigung sind aber auch die wilden Müllablagerungen. Dazu gehört auch illegal abgestellter Sperrmüll, welcher häufig unter anderem an den Depotcontainer abgestellt wird. Auch beim Biomüll könnten noch größere Mengen zusammenkommen. Hier werden oftmals nur Gartenabfälle und weniger die Essensreste über die Biotonne entsorgt. Dadurch geht eine Menge Biomüll verloren.

San Francisco strebt an, in naher Zukunft eine Zero-Waste-Stadt zu werden. Das heißt: Der gesamte Müll soll wiederverwertet werden – ohne den Müll zu verbrennen oder zu deponieren. Gibt es in Hamburg solche Bestrebungen?

Das ist ein ambitioniertes Ziel, das sich San Francisco da gesetzt hat. Natürlich sollte auch in Hamburg die Abfallvermeidung das primäre Ziel eines jeden Bürgers sein. Wenn alle Hamburgerinnen und Hamburger nach dem Motto "Der beste Müll, ist kein Müll“ handelten, würden wir schon einen großen Schritt in der Reduzierung der Abfallmengen machen. Für Hamburg plant die Stadtreinigung Hamburg bis zum Jahr 2023 den Bau eines Zentrums für Ressourcen und Energie (ZRE). Mit dem ZRE bekommt Hamburg einen innovativen Meilenstein.

Abfallvermeidung und Recycling: Tipps für Verbraucher

Das ZRE ist ein in Deutschland einzigartiges Projekt. Eine große Aufgabe, die das Zentrum übernehmen wird: Abfalltrennung. Denn dafür ist in den eng bebauten Hamburger Stadtteilen häufig einfach kein Platz. Der sortierte Hausmüll wird im Anschluss zur klimaneutralen Energiegewinnung genutzt werden. Dennoch: Das ZRE kann nicht ersetzen, dass wir in Sachen Recycling mit anpacken.

Ein wichtiger Punkt dabei ist immer: Abfall vermeiden, wo es geht. Wir haben hier ein paar Tipps für ein nachhaltigeres Leben in Hamburg zusammengefasst. Wie ihr bereits so einkauft, dass wir möglichst wenig Verpackungsmüll mit nach Hause bringt, erfahrt ihr genauso auf der Seite der Stadtwerke Hamburg wie Antworten darauf, wie was am Ende entsorgt wird.

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