Kino als Gemeinschaftsprojekt: das Team des B-Movie vor selbigem. (© Johanna Klier )

St. Paulis kultiges Hinterhof-Kino: das B-Movie

Mainstream und Moneten? Nicht im B-Movie. Das von einem gemeinnützigen Verein betriebene Kino zeigt ein ganz besonderes Programm.

Ein gelbes Leuchtschild mit den Buchstaben KINO. Mehr verrät auf den erste Blick nicht, dass sich im Hinterhof mitten auf St. Pauli ein cineastisches Kleinod verbirgt: das B-Movie. Kleinod ist hier wörtlich zu nehmen, denn mit nur 58 Sitzplätzen ist das Kino eines der kleinsten Lichtspielhäuser in Hamburg. Und eines der ungewöhnlichsten.

Kultur statt Kommerz

Denn auf dem Programm werdet ihr nichts finden, das es in den anderen Hamburger Kinos zu sehen gibt. Das B-Movie, das verrät ja auch schon der Name, setzt auf ein konsequent nichtkommerzielles, anspruchsvolles Programm abseits des Mainstreams. Kontroverse Themen, Subkulturelles und Abseitiges wird euch hier präsentiert, zumeist Genrefilme, ältere Blockbuster, Exploitation-, Trash-, Underground- und Experimentalfilme.

Jeden Monat gibt es ein neues Schwerpunktthema

Im Mittelpunkt steht immer ein Monatsthema, zu dem ihr in die flauschigen roten Sessel gekuschelt diverse Filme gucken könnt. Das können Werke eines unbekannteren Filmemachers, Themen wie "Frauen im Gefängnis", "Monströses" oder auch "Taxi" sein. Zwar verfügt das B-Movie (nach einer großartigen Spendenaktion) mittlerweile über einen Digitalserver, viele der Filme werden aber im analogen Format gezeigt – vom Super-8-, 16- oder 35-Millimeter-Projektor.

Die Anfänge sind ein Mysterium

Betrieben wird das B-Movie mittlerweile von einem gemeinnützigen Verein "B-Movie Kulturiniative auf St. Pauli". Das Kollektiv aus Kinobegeisterten hält das Kino ehrenamtlich am Laufen – ein toller Einsatz für die Hamburger Kulturlandschaft. Vom ursprünglichen Team, das 1987 die Sache zunächst nur mit ein paar Obstkisten als Sitzen und einem russischen 35er-Projektor ins Rollen brachte, ist keiner mehr dabei. Mehr noch: Wer überhaupt dazu gehörte oder auch nur die Idee hatte, ist eines der vielen kleinen Mysterien des kultigen Kinos.

Gesprächsrunden und Diskussionen

Glasklar ist aber, was die Macher antreibt: eine andere Kinokultur zu leben und Themen auf die 30 Quadratmeter große Leinwand zu bringen, die in all den Hochglanzkinos (die selbstverständlich auch ihre Berechtigung haben) nicht zu sehen sind. Und mehr noch: Es wird auch darüber gesprochen – unter anderem in den regelmäßig stattfindenden Gesprächsrunden im herrlich schraddelig-gemütlichen Foyer.

Infos: B-Movie, Brigittenstraße 5, 20359 Hamburg

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