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Spielplatz fertig, Zebrastreifen weg: Posse in Stellingen

Die Posse um einen verschwundenen Zebrastreifen in Stellingen sorgte für jede Menge Hohn und Spott. Jetzt haben sich Eltern und Kinder ihren Überweg zurück erkämpft.

Der neue Spielplatz ist fertig, der Zebrastreifen davor verschwunden. Klingt komisch, oder? Ist aber genau so passiert. Und zwar im Hamburger Stadtteil Stellingen. An der Vogt-Kölln-Straße, die Niendorf mit Eimsbüttel verbindet. An einer Straße, die viele Pendler als Ausweichstrecke nutzen, wenn die nahe Autobahn 23 mal wieder verstopft ist. Dann ist hier richtig was los.

Zebrastreifen für Bauarbeiter

Und eben hier wurden mehr als acht Millionen Euro in einen neuen Spiel- und Sportplatz investiert. Während Bagger und Laster unterwegs waren, gab es einen Zebrastreifen. Ausgerechnet nach Abschluss der Bauarbeiten wurde der markierte Übergang entfernt. Und das, obwohl die Sportplätze vom Stadtteilclub SV West Eimsbüttel genutzt werden. Der Verein ist vor allem für seine herausragende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bekannt.

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Eltern-Demo gegen den "Schildbürgerstreich"

Auch mehrere Kitas sowie eine Grundschule sind ums Eck. Ihr könnt es euch also sicher denken: Das Verschwinden des sicheren Übergangs kam im Viertel nicht gut an. Besorgte Eltern machten ihrem Ärger Luft, organisierten sogar eine Demonstration. Und sorgten so für reichlich Schlagzeilen. Es hagelte Hohn und Spott. Die Bild prangerte eine "Behörden-Posse in Stellingen" an, sprach von einem "Schildbürgerstreich". Es gehe schließlich um die Sicherheit von Kindern. Das Blatt zitierte Eltern, die von brenzligen Situationen vor Ort berichteten. Der Spiel-und Sportplatz liege an einer schlecht einzusehenden Kurve. Auch Hamburger Morgenpost und das Abendblatt widmeten sich in Berichten der Verkehrssituation.

Für die NDR-Satiresendung Extra3 wurde die Story zu einem gefundenen Fressen. Die Auskunft aus dem Bezirksamt: Die Polizei sei zuständig. Die Ordnungshüter konterten mit der Vorschrift, dass für die Einrichtung eines dauerhaften Zebrastreifens auf beiden Seiten der Straße ein Fußweg vorgesehen sei. Für den müsse das Bezirksamt sorgen, das für derartige bauliche Maßnahmen zuständig sei.

Erfolg für "Aktion Zebra"

Ein Hin und Her, dass Anwohner nur noch mehr auf Zinne brachte. Sie starteten ihre "Aktion Zebra". Und können jetzt einen überraschenden Erfolg verbuchen. Denn das Amt lenkte nach den Protesten ein. Seit kurzem gibt es an der Vogt-Kölln-Straße wieder einen Zebrastreifen. Wenn auch nur einen provisorischen.

Hamburg und seine Fußgängerüberwege – so richtig rund läuft's nicht. Schon im Februar hatte es große Aufregung im Stadtteil St. Georg gegeben. Unter anderem in der Danziger Straße waren über Nacht Zebrastreifen entfernt worden. Zunächst hatten Anwohner vermutet, die verblichenen Übergänge sollten erneuert werden. Aber da hatten sie die Rechnung ohne die Stadt gemacht. Denn die Streifen waren im Auftrag der Behörden entfernt worden. Und zwar, weil sie in Tempo-30-Zonen laut Gesetz nicht vorgesehen seien.

Im Sommer dann die nächste Episode – wieder in St. Georg. Als Bezirksamtsleiter Folko Droßmann auf die Idee kommt, statt normaler nun bunte Regenbogenstreifen auftragen zu lassen, erntet er einen Rüffel. Und zwar aus der Innenbehörde. Dort hält man die farbigen Markierungen für nicht zulässig. Bei vielen Hamburgern sorgt diese Paragrafenreiterei für Kopfschütteln. Wie jetzt erneut an der Vogt-Kölln-Straße in Stellingen. Wo Eltern und Kinder sich ihren Zebrastreifen zurück erkämpft haben. Geht doch, Hamburg. Ganz sicher!

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