(© Shutterstock / EKramer )

5 Solidaritätsgeschichten aus Hamburg in Zeiten von Corona

Corona stellt uns alle vor Herausforderungen – doch selten war der Zusammenhalt unter den Hamburgern so groß wie jetzt. Das zeigen die vielen Solidaritätsaktionen in dieser Zeit. kiekmo hat für euch fünf besonders berührende Beispiele.

"Der Kiez hält zusammen": Kneipenwirt sammelt für Obdachlose

Eigentlich hätte Elbschlosskeller-Wirt Daniel Schmidt selbst Grund genug zu klagen. Aufgrund der Pandemie musste er nach 70 Jahren Dauerbetrieb seine Kiezkneipe zum ersten mal schließen. Doch statt den Kopf hängen zu lassen, denkt er an die, denen es noch schlechter geht: Obdachlose. Restaurants, die ihnen sonst Mahlzeiten schenken, sind geschlossen. Und es sind deutlich weniger Passanten unterwegs, um sie mit einer Spende zu unterstützen. Da ist die Aktion des Elbschlosskellers für viele ein Lichtblick: Daniel und sein Team rufen zu Spenden für Obdachlose auf, von Essen über Schlafsäcke und Klamotten bis hin zu Hygieneartikeln. Und die Hamburger spendeten so viel, dass ein Annahmestop ausgerufen werden musste. Brote schmieren und warme Mahlzeiten verteilen Daniel und sein Team dagegen weiterhin. "Der Kiez hält einfach zusammen", beschreibt er seine Motivation. Im Video seht ihr Daniels Engagement und was der Kiez in Zeiten von Corona sonst noch so auf die Beine stellt.

"Konnten es nicht glauben": Vermieter erlassen die Miete

Viele Hamburger sind wegen Corona in Kurzarbeit oder haben gar ihren Job verloren. Sie fragen sich, wie sie fortan ihr Leben finanzieren und zum Beispiel die Miete bezahlen sollen. Doch es gibt Vermieter, die in dieser Zeit Herz beweisen. So wie einige Eigentümer, deren Objekte die Immmobilienverwaltung Gladigau betreut. Sie erlassen oder kürzen ihren Mietern die Miete. Mittlerweile können sich Mieter unter anderem in Barmbek, Hamm, Eimsbüttel und Wandsbek über dieses Solidaritätszeichen freuen. "Das nimmt hoffentlich einige Zukunftsängste, gerade bei denen, die von Kurzarbeit betroffen sind oder derzeit gar keine Einnahmen generieren können", kommentiert einer der Vermieter auf Instagram seinen freiwilligen Verzicht auf die Einnahmen. Dazu gehört Rentner Jürgen Fritsch: "Wir konnten es erst nicht glauben, als dieses nette Schreiben kam", erzählt er der MOPO.

"Für Solidarität bedanken": Gebürtige Italienerin näht ehrenamtlich Masken

Wer am Alltagsleben teilnehmen möchte, braucht eine Maske. Viele Geschäfte haben ihr Angebot umgestellt und verkaufen den Mundschutz. Doch dafür fehlt manchem das Geld – und auch das Selbernähen ist für einige keine Möglichkeit. Wie gut, dass es Menschen wie Gisella Pindinello gibt. Die gebürtige Italienerin und pensionierte Schneiderin näht seit einigen Wochen Masken im Akkord. Da sie selbst zur Risikogruppe gehört, verteilt ihre Tochter die Mundbedeckungen unter Nachbarn und Freunden. "Wir möchten uns bedanken für die große Solidarität, die hier im Viertel herrscht", so Pindinello, deren Familie ein Restaurant betreibt und aktuell auch mit großen Schwierigkeiten kämpft. Um Engagement wie das Pindinellos zu bündeln, hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) die Aktion "Hamburg näht" ins Leben gerufen. Das Prinzip: Ehrenamtliche fertigen Masken an, der ASB verteilt sie an soziale Einrichtungen. Zuvor werden die Masken von Greenpeace-Mitarbeitern durch Auskochen gründlich gereinigt und verpackt.

"Zu Tränen gerührt": Nachbarn retten 50. Geburtstag

Es ist einer dieser Meilensteine im Leben – der 50 Geburtstag. Die meisten feiern diesen besonderen Tag mit Freunden und Familie, geben eine große Party. Doch 2020 ist auch für Geburtstagskinder alles anders, Trostlosigkeit statt Trubel sind angesagt. So ging es auch Nicole Holm aus Ottensen, die mit Freunden aus ganz Deutschland mächtig feiern wollte. Damit der Tag trotzdem etwas besonderes wird und ewig in Erinnerung bleibt, ließ sich ihr Freund Björn etwas einfallen: Er verteilte Zettel in der Nachbarschaft, bat darum, dass alle um 11 Uhr aus den Fenstern und von Balkonen gemeinsam "Happy Birthday" für Nicole singen. Die ließen sich nicht lange bitten, als er zum verabredeten Zeitpunkt "zufällig" mit ihr, ein Glas Sekt trinkend, auf einer Bank im Innenhof der Wohnanlage saß. Der Mopo sagt sie später: "Ich war so gerührt, ich hatte Tränen in den Augen." Gelebte Nachbarschaftshilfe für die Seele – mal eben nebenbei.

"Ich habe niemanden." – Doch! #Coronahilfe Hamburg

Allein, zwei Kinder, Risikogruppe: Sara Varshocchi Monfarde fühlte sich in ihrer kleinen Wilhelmsburger Wohnung isoliert, unglücklich und hilflos. Wer sollte die Einkäufe erledigen? Sie selbst hat Asthma und Diabetes, wagte sich nicht aus dem Haus. "Ich habe niemanden", habe sie in diesem Moment gedacht, so Varshocchi Monfarde zur "Zeit". Doch ein Anruf beim Wilhelmsburger Sozialverein brachte schnell Erleichterung: Sie solle doch mal die Facebook-Gruppe #Coronahilfe anschreiben. Varshocchi Monfarde tat es – und wenig später erledigte eine junge Frau für sie die anstehenden Einkäufe.

Hamburg solidarisch

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