(© Ute Daebeler )

So denken die Eimsbüttler über den Umbau ihrer Osterstraße

Der Umbau der Eimsbüttler Osterstraße sorgt seit 2017 für Diskussionen. Zahlen belegen: Die beliebte Einkaufsstraße ist sicherer geworden.

Jede Menge Geschäfte, Cafés und Gewusel: Rund um die Osterstraße schlägt das Herz Eimsbüttels. Damit es trotz zunehmenden Verkehrs auch künftig im Takt bleibt, hat die Stadt Hamburg zwischen 2015 und 2017 satte acht Millionen Euro rausgehauen. Für das Geld gab's begrünte Inseln inmitten der Straße, mehr Platz für Fußgänger, neue Radverkehrsstreifen – und eine ganze Menge Kritik als "Nachtisch". Hat das teure Lifting wirklich was gebracht? Scheint so. Zumindest mit Blick auf die Zahlen, die auf dem Tisch liegen. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Es gibt weniger Unfälle in der Osterstraße. Viel weniger.

Weniger Unfälle

So beziffert die Hamburger Polizei die Anzahl der Unfälle in Eimsbüttels beliebtester Einkaufsstraße 2015 noch auf 117. Im Jahr 2018 kommen die Statistiker nur noch auf 60. Seien im Jahr 2015 noch 15 Radfahrer betroffen gewesen, so seien 2018 noch zehn Radfahrer verunglückt. Bei den Fußgängern sei die Unfallzahl von acht im Jahr 2015 auf nur noch einen im Jahr 2018 zurückgegangen.

Klar, es gibt Dinge in der Osterstraße, die haben Bestand. Etwa der große, graue Klotz, in dem noch immer Karstadt beheimatet ist. Nicht hübsch, aber auch nicht wegzudenken. Dass die Eimsbüttler sich nicht gegen Veränderungen sperren, macht eine Umfrage zur Umgestaltung deutlich. Die geänderte Verkehrsführung kommt demnach bei den Menschen mehrheitlich an. 70 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen die Osterstraße seit der Umgestaltung mehr Spaß bereitet.

Nicht alle Radfahrer sind zufrieden

Wenn Kritik laut wird, richtet die sich weniger an die Planer und Architekten, sondern eher an die Autofahrer. Die parken oft in zweiter Reihe. Das nervt nicht nur die Busfahrer, die ihre schweren Gefährte in der Osterstraße durch Engpässe manövrieren müssen. Auch Radfahrer haben unter den Wildparkern zu leiden, denn die stehen oft auf dem Radfahrstreifen. Überhaupt finden laut Befragung immerhin noch 45 Prozent der Radler, dass sich die Situation für sie verschlechtert hat. Sie fühlen sich auf den schmalen Schutzstreifen unsicher, weil die Autos ihnen zuweilen sehr nah kommen.

Autofahrer werden ausgebremst

Auch unter den befragten Autofahrern hat der Umbau der Osterstraße nicht so viele Fans. Mehr als die Hälfte ist mit der Situation unzufrieden. Das könnte daran liegen, das sie nur langsam vorankommen. So liegt die Reisegeschwindigkeit nur noch bei durchschnittlich 23 Stundenkilometern. Das passt allerdings zu Bestrebungen in der Politik für Tempo 30.

Insgesamt haben rund 2.500 Menschen an der Befragung zur Osterstraße teilgenommen. Von 200 angeschriebenen Gewerbetreibenden haben sich nur wenige beteiligt. Sie loben mehrheitlich die Aufwertung des öffentlichen Raumes. Kritisiert worden war stets, dass die Zahl der legalen Plätze von zuvor 220 auf 110 halbiert wurde. Die Stadt verweist jedoch jetzt darauf, dass die vorhandenen Stellplätze nicht mal voll ausgelastet seien.

Autofreie Zone?

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Umbau von 2017 nicht die letzte Veränderung rund um die Einkaufsmeile. Zuletzt wurde in der Politik auch darüber diskutiert, ob die Osterstraße im Zuge vom Projekt Straßenpark nicht sogar zur autofreien Zone erklärt werden könnte. Beschlossen ist bereits, dort auf eine grüne Welle für Radfahrer zu setzen.

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