Felix Valentin )

Skate-Fotograf Felix Valentin: "Try this at home!"

Freiheit, Rausch und Systemkritik prägen Straßenkulturen – auch die Skateszene. Der Wandsbeker Designer, Fotograf und Skater Felix Valentin dokumentiert den Zeitgeist einer Subkultur, zu der er selbst gehört.

Das erste Skateboard bekam Felix Valentin in der 7. Klasse von seiner Großmutter geschenkt, seitdem ließ der Board-Sport den heute 30-Jährigen nicht mehr los. Durch einen neuen Job als Art Director erhielt die Fotografie mehr Einzug in sein Leben – beruflich wie privat. Was anfänglich mit Skate-Fotos begann, entwickelte sich schnell zu einer dokumentarischen Arbeit über die lokale Szene abseits des Skateparks.

"Das ist das eigentlich Spannende, weil es Außenstehende nie zu Gesicht bekommen", so Felix Valentin. "Wenn man abends mit den Jungs nach Hause geht, mit denen man sich tagsüber aufs Maul gelegt hat, dann gibt es oft eine explosive Mischung aus Adrenalin, einer Scheiß-egal-Haltung und dem Hang zum Exzessiven."

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Skaten ist eine körperliche und geistige Grenzerfahrung und nicht immer rational erklärbar.

In solchen Momenten entstehen authentische Fotos von Menschen, die sich dem Rausch nur zu gern hingeben und für die Freiheit wie Selbstbestimmung existentiell sind. Dass sich solche Charaktere besonders häufig unter Skatern finden, ist für Felix leicht zu erklären. "Skaten kann eine Flucht vom tristen Alltag sein. Während einer Session hat man viele Erfolgserlebnisse. Einen Trick zu stehen, den man noch nie gestanden hat, gibt einem ein höchst befriedigendes Gefühl. Es ist oft harte Arbeit, einen neuen zu lernen. Dafür auch noch Anerkennung von Freunden zu bekommen, die diese Leidenschaft mit dir teilen, fühlt sich einfach gut an", so der Designer. "Skaten ist eine körperliche und geistige Grenzerfahrung und nicht immer rational erklärbar. Das Wichtigste, was einem das Skaten lehrt: Immer wieder aufstehen, auch wenn man noch so tief gefallen ist."

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Schönheit ist nur ein gemachter Begriff

Der hohe Kontrast und die "Farbigkeit" des Schwarz-Weißens unterstreicht die Härte seiner Bilder. Starke Schatten sind erwünscht, die Haut soll gar nicht weich wie bei einem Beauty Shot aussehen. Alles, was auf dem ersten Blick nicht klassisch schön ist, ist für Felix Valentin ästhetisch. "Schönheit ist für mich ein gemachter Begriff. Darum habe ich gar kein Verlangen danach, so etwas abzulichten. Ich will ehrliche Momentaufnahmen, die nicht kreiert sind und meine Sicht der Dinge zeigen. Das ist für mich interessant – nicht die gebaute, bunte Welt."

Der Hamburger Fotograf & Agenturchef Felix Valentin ist selbst leidenschaftlicher Skater. Jana Sachse )

Ausstellung in der Pony Bar

In Zukunft möchte sich der Fotograf auch der Dokumentation des Lebens anderer Randgruppen widmen, die so nicht auf jedem x-beliebigen Instagram-Kanal zu finden sind. Im September 2018 können sich Interessierte die Arbeiten in der Ausstellung "Try this at home" in der "Pony Bar" anschauen.

Info: Für mehr seiner fotografischen Arbeiten folgt Felix Valentin auf seinem Instagramkanal.

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