(© Unsplash / Khara Woods )

"Sillemsalabim": Dem Künstlerhof in Eimsbüttel droht das Aus

Der Künstlerhof an der Sillemstraße ist eine Oase der Kreativität und Ruhe im sonst oft hektischen Eimsbüttel. Doch jetzt droht den Mietern das Aus.

Ein altes Boot liegt im Hof. Überall stehen Töpfe mit Pflanzen. Schirme bieten Schutz, wenn’s in Hamburg mal wieder dröppelt. Beschaulichkeit pur, während nur ein paar hundert Meter entfernt Hektik und Betriebsamkeit herrschen. Der Künstlerhof in der Sillemstraße ist ein Ort der Kreativität, der Stadtteilkultur und Ruhe. Dass das so bleibt, ist jedoch mehr als fraglich. Mieter des Ensembles, das früher mal einen Schrotthandel beherbergte, fürchten derzeit um ihre Oase. Die alten Häuser aus der Gründerzeit könnten abgerissen werden. Dem Projekt "Sillemsalabim" droht das Aus.

Die ersten Künstler müssen ausziehen

Einige der Mieter des Künstlerhofs haben noch ein paar Jahre Vertrag. Andere müssen wohl schon in wenigen Monaten ausziehen und sich neue Schaffensorte suchen. Dass das im Hamburger Stadtgebiet mit gnadenlos steigenden Mieten immer schwieriger wird, ist ein offenes Geheimnis. Oft sind Künstler gezwungen, die Stadt zu verlassen und sich in andere Regionen umzuorientieren. Kreativität, die Hamburg verloren geht.

Bezahlbarer Wohnraum geplant

Wie andere Medien hat der NDR dem drohenden Aus für den Künstlerhof einen Bericht gewidmet. Der Sender zitiert Anwälte, die den Eigentümer des rund 100 Jahren alten Ensembles vertreten. Die Juristen hätten mitgeteilt, dass die alte Gebäudesubstanz aufgrund ihres baulichen Zustandes mittelfristig nicht erhalten bleiben könne. Für die entsprechende zukünftige Nutzung plane ihr Mandant "den Neubau von dringend benötigtem bezahlbarem Wohnraum für Familien". Die Planung sehe bis zu 40 entsprechenden Wohnungen auf der Fläche vor.

Mit Nadine Faulhaber lässt der NDR auch eine der Mieterinnen zu Wort kommen: "Orte wie dieser waren vor etwa 15 Jahren noch Orte, die tatsächlich teilweise leer standen, nicht gesucht und nicht bedient wurden", so die Illustratorin. Das habe sich in den letzten Jahren natürlich rasant verändert, vieles sei entweder platt gemacht oder teuer saniert worden.

Ist der Künstlerhof noch zu retten?

Diskutiert wird in Eimsbüttel schon etwas länger. Die Politik hat sich sogar schon für den Erhalt des Künstlerhofs an der Sillemstraße ausgesprochen. Die Mittel, Investoren zu bremsen, sind jedoch begrenzt. Der Fall erinnert an einen vergleichbaren im Stadtteil St. Pauli. Auch auf dem Künstlerhof an der Bernstorffstraße fürchten Künstler und Gewerbetreibende, aus ihrem Werkhof verdrängt zu werden. Und kämpfen um ihre Heimat, die für den Stadtteil längst zu einer Art Treffpunkt geworden ist.

Infos: stadtteilkultur-eimsbüttel.de

Mehr Kreativität für Hamburg

Auch in der Neustadt fürchten Künstler immer wieder um ihre Heimat. Jetzt ist der Streit erstmal beigelegt: Bis 2024 übernehmen die Kreativen das Zepter im Gängeviertel. Wie sich erfolgreich aus einer runter gekommen Hinterhofwerkstatt eine autonome Künstleroase schaffen ließ, beweist auch die Hebebühne in Ottensen. Für mehr Kreativität in Hamburg.

Melde dich für unsere kostenlose Zusammenfassung aller News aus deinem Viertel an. Jede Woche neu.

Jetzt kostenlos anmelden

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.

Cookie-Einstellungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, diese Website und eure Erfahrung zu verbessern sowie Marketing zu betreiben. Mehr Infos findet ihr in der Datenschutzerklärung.