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Shuttle-Service per App: Hamburgs Nordwesten wird besser an den HVV angeschlossen

Lurup und Osdorf waren bislang eher schlecht an den HVV angebunden. Ein Shuttle-Service per App soll es richten. Wo und wie die ioki-Wagen fahren, lest ihr hier.

Alles, was wir über Einsamkeit wissen, haben wir gelernt, als wir im Baumarkt auf einen Mitarbeiter oder in Osdorf und Lurup auf den Bus gewartet haben. Der Hamburger Nordwesten ist leider nicht besonders gut an den HVV angeschlossen. Ein neuer Fahrgast-Service soll nun diejenigen abholen, die irgendwo in der Pampa stehen. Über die "ioki Hamburg App" können alle, die im Nordwesten wohnen oder dem Nordwesten einen Besuch abstatten einen elektrischen Shuttle zur nächsten HVV-Haltestelle rufen. Die Elektro-Autos zum HVV-Tarif bündeln im Idealfall mehrere Mitfahrer zu einer Fahrgemeinschaft. In Deutschland ist das Konzept bisher einmalig: Beteiligt sind die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) und die Bahn-Tochter Ioki.

Wie und wo Ioki funktioniert

Feste Fahrtrouten wie beim HVV gibt es keine, zunächst ist das Gebiet aber auf das Gebiet zwischen den beiden S-Bahn-Achsen mit den Stationen Elbgaustraße (S3/S21) und Klein Flottbek (S1/S11) beschränkt. Der ioki-Shuttle kommt dahin, wohin ihr ihn per App ruft. Die Wartezeit soll maximal 20 Minuten betragen. Klar, das ist nicht so fix wie ein Taxi, aber in der Pampa fixer als eine Kamel-Karawane oder womit man sonst so in Lurup unterwegs ist. "Ioki kommt immer, auch bei geringer Nachfrage", erklärte Ioki-Firmenchef Michael Barillère-Scholz gegenüber dem Hamburger Abendblatt und empfiehlt, es einfach mal auszuprobieren. Wo auch immer euch das Ioki-Auto ausspuckt: Ihr sollt nie weiter als 200 Meter bis zur nächsten Haltestelle laufen müssen und werdet so quasi dem HVV zugeführt.

Der Fahrdienst ist erst einmal von Montag bis Freitag zwischen vier Uhr morgens und ein Uhr nachts verfügbar. Ab dem 8. August geht er in den Regelbetrieb: Dann könnt ihr rund um die Uhr ein ioki-Shuttle rufen – das kostet so viel wie eine Zeitkarte des HVV.

Nicht nur etwas für die Anwohner

Zunächst sind nur fünf Wagen im Einsatz, wird der Dienst gut angenommen, soll die Flotte aus ingesamt 25 Elektro-Autos bestehen. 40 Fahrer sind bislang für den Dienst eingestellt worden. Die Wagen haben Platz für sechs Fahrgäste, zusätzlich verfügen sie über eine Rollstuhlrampe und haben auch Platz für einen Kinderwagen. Das Angebot richtet sich explizit nicht nur an die Anwohner von Lurup und Osdorf, sondern auch an Besucher und Touristen. Auch die Mitarbeiter des Forschungszentrum DESY, welches schlecht an den HVV angebunden ist, sollen von dem Angebot profitieren. In 100 Tagen soll eine erste Bilanz gezogen werden, danach soll es "Nachjustierungen" geben.

Es tut sich was auf Hamburgs Straßen

Die ioki-Autos sind ein weiterer Schritt in Richtung "Weniger Privatautos auf Hamburgs Straßen". Statistiken zeigen: Die meisten Privatautos werden nur eine Stunde am Tag genutzt. Die restlichen 23 stehen sie einfach nur in der Gegend herum, nehmen Parkplätze und wertvollen Lebensraum ein. Dass das Hamburg der Zukunft neue Mobilitätsansätze braucht, ist offensichtlich: Der VHH wird für die ioki-Autos mit rund 900.000 Euro von der Stadt unterstützt. Der HVV rüstet sein Angebot nach, bald düsen elektrische MOIA-Busse als Shuttle Service durch die Stadt und sehr bald auch die ersten autonomen Fahrzeuge.

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