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Schlagermove ade? Grüne planen neuen Veranstaltungsort

Zu laut, zu schrill, zu viel: Mitte Juli kommt auf Hamburg einiges zu. Vier Großveranstaltungen an einem Wochenende. Davon sind offenbar nicht nur die Anwohner genervt, sondern auch Grüne und SPD. Die wollen nun handeln.

Großveranstaltungen gehören zu einer Großstadt. Oder etwa nicht? Hafengeburtstag, Schlagermove und Harley Days sind nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern ziehen auch Touristen an. Was aber, wenn es irgendwann zu viel des Guten wird? Die Grünen in Hamburg wollen die Großveranstaltungen, allen voran den Schlagermove, am liebsten aus dem Zentrum verbannen.

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Geballtes Partywochenende

Partys, Konzerte, Großveranstaltungen – das alles gehört doch irgendwie zum Nacht- und Kulturleben einer vitalen Großstadt dazu. Immerhin sind derartige Events immer auch Lockmittel, die auch oder gerade auf Touristen attraktiv wirken. Allerdings sind nicht alle Hamburger von solchen Menschenaufläufen und dem damit verbundenen Lärmpegel begeistert. Vor allem dann nicht, wenn es direkt vor ihrer Haustür stattfindet. Wie die Morgenpost berichtet, machen sich die Grünen deshalb stark dafür, derartige Events in den Speckgürtel zu verlagern. Auch ihr Koalitionspartner, die SPD, sieht Handlungsbedarf. Grund für die Kritik: Am Wochenende des Schlagermoves (13., 14. Juli) finden parallel drei weitere Veranstaltungen dieser Größenordnung statt: der Triathlon, das WM-Fanfest sowie ein Helene-Fischer-Konzert.

SPD sieht Stadt in der Pflicht

Arik Willner, SPD-Chef im Bezirk Mitte, sieht bei dieser Fehlplanung vor allem die Stadt Hamburg in der Pflicht. Er empfindet diese Zumutung als Respektlosigkeit gegenüber den Anwohnern auf St. Pauli: "Natürlich weiß jeder, der hierherzieht, worauf er sich einlässt. Aber wir brauchen eine Entzerrung der Termine."

Für Michael Osterburg von den Grünen geht die schriftliche Zusicherung der Stadt aber nicht weit genug. Er möchte den Schlagermove am liebsten gar nicht mehr auf St. Pauli stattfinden lassen: "Man kann für den Schlagermove-Umzug auch mal die Wandsbeker Chaussee sperren. Wieso immer alles auf dem Kiez?"

Doch gerade für den Tourismus scheinen solche Veranstaltungen relevant zu sein. Norbert Aust vom Schmidts Tivoli und Vorsitzender des Tourismusverbands glaubt nicht, dass die Anwohner ein Problem mit dem Schlagermove hätten. Auch er sieht die Ballung der Termine zwar nicht unproblematisch; gleichwohl sichere der Besucherandrang zu derartigen Veranstaltungen auch Arbeitsplätze. Für ihn ist klar: "Der Tourismus ist Hamburgs Zukunfts-Industrie."

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