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Schlump, Rutschbahn, ABC-Straße: Das sind Hamburgs kurioseste Straßennamen

"Nächster Halt: Schlump" ... hihi, hat der gerade Schlumpf gesagt? Immer wieder sorgt die Ansage in der U2 und U3 bei Neuankömmlingen für Belustigung. Wenn die wüssten, was es in Hamburg noch für schräge Straßennamen gibt!

1. Hamburger Straßennamen: "Passierzettel" auf der Veddel

Wer versucht, den Passierzettel ohne Ortskenntnisse und Google Maps zu finden, fühlt sich ein wenig wie Asterix und Obelix auf der Suche nach dem verfluchten "Passierschein A38". Die kleine Straße auf der Veddel ist selbst einigen Bewohnern des Stadtteils nicht bekannt. Dabei hat sich sogar eine Hamburger Rockband nach dem Passierzettel benannt, deren Proberaum jahrelang in der Straße lag. Der Straßenname entstand, weil dort Hamburger Auswanderer im 19. Jahrhundert ein letztes Mal ihre Papiere vorzeigen mussten, bevor sie das Schiff in die Neue Welt betreten konnten.

2. Französischer Name in der Hamburger Altstadt: "Cremon"

Denkt hier noch jemand bei dem Namen Cremon zuerst an einen Crémant-Schaumwein? Mit alkoholhaltigen Getränken hat der Straßenname in Hamburg-Altstadt allerdings nichts zu tun. Genau genommen ist die genaue Herkunft unklar. Eine mögliche Erklärung ist, dass der Name auf einen ehemaligen Bewohner der Straße – oder besser: der Marschinsel – zurückgeht. Denn früher umfasste die Cremon-Insel das Gebiet der Straßen Cremon, Katharinenstraße, Katharinenfleet, Steckelhörn und bei den Mühren. Eine weitere Deutung besagt, dass sich der Name von der Ähnlichkeit des krummen Straßenverlaufs mit einer Mondsichel ableitet. Da denken wir lieber weiter an Schaumwein!

3. Die "ABC-Straße" in der Neustadt

Dieser Straßenname ist nicht so einzigartig, wie er klingt. Denn neben Hamburg haben auch Bochum und Wismar ihre eigene ABC-Straße. In der Hansestadt rührt der Name daher, dass Häuser einer Straße früher nicht mit Nummern, sondern in alphabetischer Reihenfolge mit Buchstaben versehen wurden. Als der Senat die Einführung von Straßennamen in Hamburg anordnete, bekam der Weg den Namen ABC-Straße. Es ist einer der ältesten urkundlich belegten Namen (erstmals erwähnt in 1620). Was unsere ABC-Straße in Neustadt außerdem einmalig macht: Der Autor Hubert Fichte setzte ihr mit seinem Roman "Die Palette" ein Denkmal. Die gleichnamige Bar befand sich bis zu ihrem Abriss in der ABC-Straße 55.

4. Die "Rutschbahn" in Rotherbaum

Eine Straße, die nach Spaß klingt, befindet sich in Rotherbaum. Leider sucht man im gleichnamigen Weg vergebens nach einer Rutschbahn, die das Fortbewegungstempo erhöhen könnte. Das war aber nicht immer so. Denn früher lag dort das Ausflugslokal "Auf dem Grindel". Dessen Wirt hatte tatsächlich eine lange Rutschbahn in seinem Garten aufgestellt – zur Bespaßung seiner Gäste. 1874 wurde die Straße dann nach dieser Rutschbahn benannt.

5. Straße in der Hamburger Neustadt: Die "Englische Planke"

Englische Planke, das klingt blaublütig und edel. Tatsächlich hat der Weg auch eine ziemlich noble Lage direkt am Michel. Was es mit dem Namen auf sich hat? Zwischen 1643 und 1806 gab es dort einen Sportplatz, den Bosselhof. Der Name deutet es schon an: Hier ging die englische Kolonie der Sportart Boßeln nach. Allerdings eignete sich der Platz aufgrund seiner Schieflage eher weniger für das Spiel, weil die Kugeln ständig bergab in Richtung Elbe rollten. Deshalb umgab man den Platz mit Planken – und so kam es zu dem Hamburger Straßennamen Englische Planke.

6. Einer der auffälligsten Straßennamen in Hamburg: "Beim Schlump" in Eimsbüttel

Zu guter Letzt wollen wir auch noch auflösen, woher der Straßenname Schlump in Hamburg kommt, der beim ersten Hören für so viele Lacher sorgt. Vermutlich leitet er sich von dem niederdeutschen Wort "slump" ab, womit man ein schlammiges, sumpfiges Gebiet bezeichnet. Möglich ist aber auch eine Herkunft aus dem Nordfriesischen, wo Schlump für einen "glücklichen Zufall" steht. Die Straße Beim Schlump zieht sich heute jedenfalls durch die Hamburger Stadtteile Eimsbüttel, Rotherbaum und Harvestehude.

Hamburgs schönste Haltestellen

Die meisten Bahnhöfe und Bushaltestellen sind ja eher grau und trist und laden nicht gerade zum Verweilen ein. Doch an Hamburgs schönsten Haltestellen warten wir hin und wieder auch ganz gern.

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