(© Christian Zeiser )

Robin König: Ein Leben für die Gitarre

Seit Jahrzehnten ist die Fender Stratocaster die meistverkaufte Gitarre der Welt. Wer aber bei Robin König kauft, erhält etwas viel Besseres: eine Gitarre, die es so nur einmal gibt.

Ein lauter Akkord zerreißt die Stille in der Werkstatt im Hellkamp. Ein Kunde testet die Modifikationen, die Robin König an seiner Gitarre vorgenommen hat, und lächelt zufrieden: „Viel besser!“

Robin König ist keine 30 Jahre alt und hat sich als Gitarrenbauer bereits einen Namen gemacht. Er selbst begann mit 14 Jahren, Gitarre zu spielen. „Zu der Zeit hörte ich, wie wohl alle in dem Alter, die Musik von Nirvana. Diese Songs auf einer akustischen Gitarre zu spielen, das ging gerade noch. Bald entdeckte ich aber Metallica – und wusste, dass ich eine elektrische Gitarre brauchte.“ Sein Vater, von Beruf Tischler, hatte eine Idee, der Königs Berufsleben prägen sollte: „Er beschloss, dass wir meine Gitarre selbst bauen. Das haben wir dann auch getan, und dann noch ein paar weitere.“ Seine Leidenschaft war geweckt, sein Berufswunsch war klar. Nach dem Abitur konnte er sich rasch einen der raren Ausbildungsplätze zum Zupfinstrumentenmacher sichern, im Sommer 2014 eröffnete König schließlich seine eigene Werkstatt – und fand schon bald treue Kunden für seine selbstgebauten Gitarren.

60 bis 80 Arbeitsstunden muss König in eine Gitarre investieren. Eine handelsübliche E-Gitarre wie der Bestseller Fender Stratocaster ist ab etwa 800 Euro erhältlich, Königs Eigenkreationen kosten ein Mehrfaches davon. Dafür bekommt man bei ihm genau die Gitarre, die man sich wünscht, hat Einfluss auf Form, Material, Farbe und Klang.

Zu mir kommen keine Rockstars.

Reiche Rockstars sind seine Kunden trotzdem nicht. „Zu mir kommen keine Rockstars. Bekannte Musiker bekommen ihre Gitarren von den Herstellern oft geschenkt. Meine Kunden reichen vom Studenten, der sich seine Wunschgitarre vom Mund abspart, bis zum gut verdienenden Anwalt. Aber sie sind alle Amateure, Laien mit Leidenschaft, die für ihr Hobby ein persönliches Instrument nach ihren Vorstellungen wollen. Sie erfüllen sich einen kleinen Traum mit ihrer Gitarre, die es dann nur einmal auf der Welt gibt.“

(© Christian Zeiser )

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Fragt man König nach der ungewöhnlichsten Gitarre, die er je für einen Kunden gebaut hat, muss er übrigens nicht lange überlegen: „Das“, lächelt er, „war ohne Zweifel die Arschgeige – in Form eines weiblichen Pos.“

Mehr Infos: www.koenig-gitarrenbau.de

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