(© Sebastian von Zanderich )

Rive Hamburg: Das Restaurant mit der schönsten Aussicht

Das Restaurant Rive in Hamburg ist vor allem für seinen Elbblick und hervorragende Fischküche bekannt – Yvonne und Alexander Tschebull haben bei ihrer Übernahme des Restaurants vor zwei Jahren einen Modernisierungskurs eingeschlagen.

"Vielleicht stürmt es heute noch ein bisschen", begrüßt Yvonne Tschebull an einem typisch-grauen Hamburger Mittag. Sie sitzt am Fenster des Restaurants Rive, das sie neben dem Tschebull im Levantehaus mit ihrem Ehemann Alexander führt. Draußen, direkt hinter der Terrasse, schlägt die Elbe unruhige Wellen im Wind. Die Fähre nach Finkenwerder fährt vorbei, Wasser peitscht am Bug empor. Dahinter: Kreuzfahrtschiff, Hafenkräne, Dockland. "Jedes Mal, wenn ich hier durch die Tür gehe, bekomme ich Urlaubsgefühle". Frau Tschebulls Blick bleibt an einem vorbeifahrenden Kutter hängen. "Und das, obwohl ich hier arbeite." Diese Gefühle bekommen hier aber auch die Gäste: Der Blick auf die Elbe hat eine beruhigende Wirkung. "Wenn man hier so rausschaut, ist die Zeit auf einmal nicht mehr so relevant." Und so soll es ja auch sein, beim Essen in einem namenhaften Restaurant wie dem Rive in Hamburg.

(© Thomas Eigel )

Fest verankert in Hamburgs Gastro-Szene: Das Rive

Wobei sich das Fischrestaurant Rive seinen Namen schon vor Jahren gemacht hat. Einst zählte es zur Riege der Kult-Adressen von Gastro-Legende Alice von Skepsgardh und ihrem Mann Hubertus Henrich. Als diese sich vor zwei Jahren endgültig aus der Branche zurückzogen und das Rive, die letzte Bastion, hinter sich ließen, waren Yvonne und Alexander Tschebull schnell. Anfang 2017 wurde der Kaufvertrag unterschrieben. "Wir hatten immer guten Kontakt zu Frau von Skepsgardh", erzählt Yvonne Tschebull. Ihr Mann hätte früher im Ventana, einem der Skepsgardh-Restaurants, gearbeitet. "Das sind natürlich ganz große Fußstapfen, in die wir da treten", führt sie fort. "Die beiden waren ihrer Zeit immer voraus."

Modernes Make-Over für das Restaurant Rive

Auch deshalb war die erste Devise des Ehepaars Tschebull bei der Übernahme des Restaurants an der Elbe: "Wir müssen das Rive neuzeitlich gestalten". Erst renovierten sie die Terrasse, mit viel Holz und neuer Markise. Ende 2017 wichen dann die prunkvollen, goldenen Palmenblätter an den Säulen für geradlinigere Dekoration, die Bänke wurden frisch bezogen, neue Stühle wurden gekauft. Auch die Karte krempelte das Ehepaar um: Moderne Vorspeisen mit internationalem Einfluss tauchten auf der Karte auf, Cheviche beispielsweise, oder ein herrlich frisches Poké. Nur wenige Klassiker blieben, wie die Seafood-Etagère für zwei.

Der Sprung von der österreichischen Küche im Mutterschiff im Levantehaus wirkt auf den ersten Blick zwar groß. Dabei arbeitet Alexander Tschebull schon lange mit Fisch: "Wir sind vor gut 28 Jahren nach Norddeutschland gekommen, damals war mein Mann Chef-Poissonnier bei Jörg Müller auf Sylt", erinnert sich Yvonne Tschebull. "Da hat er seine Liebe zu Fisch entdeckt." Ein paar Verbindungen nach Österreich können Gäste dann doch auf der Karte entdecken: Das Wiener Schnitzel. "Wir machen Fisch, aber nicht dogmatisch", erklärt die Inhaberin des Restaurants Rive schmunzelnd. "Deshalb gibt es auch mal was anderes."

(© Thomas Eigel )

Das Rive: Eine Liebeserklärung an Hamburg und Hafen

Für ihre Gäste ist es wohl die richtige Mischung – seit der Übernahme vor zwei Jahren läuft es im Rive in Hamburg rund. "Wir sind sehr zufrieden", so Yvonne Tschebull. Expansionspläne gibt es aber erstmal nicht. "Im Tschebull sind dieses Jahr die ersten zehn Jahre rum", gerade feile das Ehepaar daran, wohin es in Zukunft geht. Große Veränderungen stehen fürs erste nicht an, jetzt, wo sich alles eingespielt hat. Früher, kurz nach der Übernahme, waren die beiden oft im Rive, inzwischen schaut Yvonne Tschebull aber nur noch ein, zweimal die Woche vorbei. "Das ist ein Lernprozess", erklärt sie lachend. "Aber mir hat mal jemand gesagt: Das ist ein Restaurant von mir, nicht mit mir". Sie verabschiedet sich, blickt ein letztes Mal über den Hafen vor dem Fenster. Es geht zurück in die Zentrale ins Levantehaus, aber erstmal: raus ins stürmische Hamburg. Draußen riecht der Wind nach Meer und Fisch, die Möwen kreischen. "Herrlich, oder?", findet Yvonne Tschebull.

Info: Restaurant Rive, Van-der-Smissen-Straße 1, 22767 Hamburg; Di-So 12 bis 0 Uhr

Mehr Fischrestaurants aus Hamburg

Hamburg ist Hansestadt – frisches Seafood ist hier deshalb leicht zu kriegen. Leckeren Fisch und Co. gibt es dank der Nähe zur Fischauktionshalle vor allem in Altona. Wer eher Low-Budget unterwegs ist, wird ebenfalls fündig: Eines der besten Fischbrötchen der Stadt gibt es bei Nuggi's Elbkate.

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