Julia SchwendnerThisIsJulia Ph )

Pâtissierie in Ottensen: Naschen wie Gott in Frankreich

Es duftet herrlich nach frisch gebackenem Brot und Croissants. Die Kaffeemaschine zischt. In der Vitrine leuchten die bunten Törtchen um die Wette. Wer die Pâtissierie in Ottensen betritt, fühlt sich wie in Frankreich. Nissa Groening begrüßt ihre Kunden mit einem freundlichen „Bonjour“.

Wer die Bahrenfelder Straße entlang schlendert, wird irgendwann zwangsläufig von einem der besten Gerüche aller Zeiten erschlagen: frisch gebackenes Gebäck. Hier buhlen Croissants, Pain au chocolat, Baguette de Tradition, sündige Eclairs, bunt geschmückte Tartes und Macarons um die Gunst von Nase und Auge. In der Pâtissierie wird alles in traditioneller Handarbeit gefertigt. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Ouvrard hat Nissa am Valentinstag 2015 die original französische Konditorei und Bäckerei eröffnet – und "super Jobs" zurückgelassen um sich diesen Traum zu erfüllen.

Nissa und Pierre Ouvrard verwöhnen ihre Kunden in der Pâtissierie mit französischen Leckereien. Julia SchwendnerThisIsJulia Ph )

Viele der Kunden an diesem Morgen begrüßt Nissa persönlich, man kennt sich. Geschäftsleute aus der Nachbarschaft kommen auf einen Kaffee vorbei, es gibt ein wenig Smalltalk. „Wir haben eine super Nachbarschaft hier und tolle Kunden, das lieben wir so an der Lage“, sagt Nissa.

Auf der Sitzbank draußen vor dem Café erzählt sie von den Anfängen. „Viele haben uns für verrückt gehalten. Es war ein großes Wagnis für uns.“ Pierre war in Frankreich als Drucker tätig. Vor zehn Jahren machte er eine Umschulung und lernte an einer berühmten Pâtissierie-Schule in Paris. Damals lebte das Paar gemeinsam in Frankreich. „Es war immer klar, dass ich irgendwann zurück nach Deutschland will“, sagt Nissa, die selbst vorher in der Touristik-Branche gearbeitet hat. Beide haben „super Jobs“ aufgegeben, um sich selbstständig zu machen, wie Nissa betont.

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Bereut haben sie es nicht. Es sei viel Arbeit und natürlich bedeutet selbstständig zu sein einen ganz anderen Druck und viel Verantwortung. Doch sie haben sich voll reingekniet. Mit allen Mitarbeitern sind heute fast 15 Leute in der Pâtissierie beschäftigt. Das Team ist international, französisch sprechen hier eigentlich alle. Manche der Mitarbeiter haben Nissa und Pierre sogar aus Frankreich „importiert“, wie die Chefin sagt.

Nissa und ihr Mann haben mit ihrer französischen Bäckerei eine echte Marktlücke erwischt. „So etwas gab es hier bisher nicht“, sagt die 41-Jährige. So gab es am Anfang aber auch Vorurteile und Skepsis. „Aber mit dem Duft und der guten Butter haben wir die Menschen überzeugt“, meint Nissa.

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In der vier Meter langen Vitrine stehen die Törtchen, die eigentliche Pâtissierie. Die zwei anderen Sparten, die in der Bäckerei hergestellt werden, sind Viennoiseries – Croissants, Plunder, Brioche – und Brot. „Der Brotverkauf ist immer weiter angestiegen, aber so richtig der Renner sind bei uns Croissants und die Törtchen“, sagt Nissa. In Frankreich sei die Qualität des Brotes ausschlaggebend. „Wenn das Brot nicht gut ist, würden die Kunden in Frankreich in der einer Bäckerei niemals Gebäck oder etwas anderes kaufen“, betont sie.

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Nissa und Pierre wählen die Zutaten selbst aus, sehen sich jedes Stück Obst an, das sie kaufen. Etwa 250 Kilogramm Mehl werden in der Backstube pro Woche verarbeitet. Das sei nichts im Vergleich mit großen Bäckereien, aber bei ihnen sei eben alles Handarbeit.

Für Nissa ist das schönste an ihrem Geschäft, dass sich so eine Eigendynamik entwickelt hat. „Unser kleines Café ist irgendwie zu einem unvoreingenommenen Treffpunkt geworden, hier treffen sich unglaublich viele verschiedene Menschen“, sagt Nissa. Sie fügt hinzu: „Hier spielt das pralle Leben aus vollen Eimern. Das ist es, was wir so lieben.“

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