Ottensens Kino-Tipps: Die besten Filme im Dezember

Draußen kalt und duster, drinnen kuschelig. Die Zeise Kinos, das Lichtmeß und das Spelunkenkino im Hafenbahnhof versüßen uns den dunklen Monat mit einem bunten Programm: Zauberhaftes, Unheimliches, Tiefsinniges, animiert, dokumentarisch, dramatisch und stumm. Die Highlights!

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

Der Weihnachts-Kinderbuchklassiker von Cornelia Funke, bei dem ein Weihnachtsmann in einem Gewitter mit seinem Wohnwagen vom Himmel fällt, ist zauberhaft. Die Augsburger Puppenkiste ist auch zauberhaft. Was wäre also zauberhafter, als wenn die Marionettenkünstler die Geschichte spielten? Keine schnellen Schnitte, keine brachialen Effekte, nur die liebevoll geschnitzten Puppen vor märchenhaften Kulissen. Ein wunderbares Adventsmärchen für die ganze Familie!

Info: Seit dem 3.12., Zeise Kinos

(© FS/ Kiko )

Werner Nekes – Das Leben zwischen den Bildern

Der in diesem Jahr verstorbene Werner Nekes ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Experimentalfilmmacher. Mehr als 100 avantgardistische, häufig preisgekrönte Werke hat er geschaffen. Filmemacherin Ulrike Pfeffer hat den Ausnahmekünstler porträtiert und zeigt nicht nur einen Querschnitt seines Werks, sondern zeichnet auch sorgfältig nach, wie Nekes von seinen Bildern und der Zusammenarbeit mit Helge Schneider oder Christoph Schlingensief inspiriert wurde und wie tiefgehend er sich mit dem Thema Wahrnehmung auseinandersetzte. Am 7. Dezember kommt Ulrike Pfeffer persönlich zur Vorstellung von "Werner Nekes - Das Leben zwischen den Bildern".

Info: 7.12., Lichtmeß-Kino, 20 Uhr

Coco

Neckisches Äffchen? Plappernder Papagei? Nein, der Name des neuesten Pixar-Animations-Coups gehört einer dementen, mexikanischen Omi. Deren Enkel Miguel träumt von einer Karriere als Musiker. Sein großes Vorbild ist die längst verstorbene Sänger-Legende Ernesto de la Cruz. Beim Versuch, am traditionellen "Dia de los Muertos" dessen Klampfe aus der Gruft zu entwenden, gerät Miguel ins Reich der Toten, wo recht fidele Skelette darauf warten, einmal im Jahr ihre noch lebenden Angehörigen zu besuchen. Toll animierter Weihnachts-Smasher für die ganze Familie... mit transzendentem Tiefgang und tränendrüsigem Finale.

Info: Ab 7.12., Zeise Kinos

(© 2017 Disney•Pixar )

3. Hamburg Animation Night

Der Animationsfilm lebt! Und das nicht nur in den Pixar-Studios. Schließlich ist Animationsfilm viel mehr als nur Kinderkino. In Hamburg gibt es eine vielseitige und kreative Animationsfilmszene von Einzelkünstlern, VFX-Spezialisten und Animationsstudios. Bei der Animation Night sollen, wie schon bei den beiden früheren Ausgaben, lokale Produktionen und ihre Macher vorgestellt sowie die Szene besser vernetzt werden. Im Mittelpunkt der 3. Hamburg Animation Night stehen die Filmemacher und Animationskünstler Jim Lacy sowie das Geschwisterpaar Ines Christine und Kirsten Carina Geisser a.k.a. KIIN. Sie arbeiten gemeinsam an preisgekrönten Animationsfilmen und sind Teil des Projekts "Sticky Frames" aus Kassel – das gibt's als Schmankerl noch obendrauf. Initiiert hat das Projekt der gebürtige Hamburger Florian Maubach. Er hat den Vergleich: Wo animiert es sich besser, in Hessen oder der Hansestadt? Über den Animationsstandort Hamburg soll zum Abschluss des Abends noch diskutiert werden. Wer's verpasst: Der ganze Abend wird von TIDE aufgezeichnet und als Sendung im Fernsehen und Internet zur Verfügung gestellt.

Info: 12.12., Zeise Kinos, 19.30 Uhr

Spelunkenkino: Jimmy Orpheus

Beim Spelunkenkino ist der Name Programm: Eine herrlich schraddelige Atmosphäre, die passenden Snacks und – es darf geraucht werden! Zum mittlerweile dritten Mal ruft Julia Meyer-Grieben, sonst unter anderem seit neun Jahren für das Programm der "film altonale" zuständig ,zum ganz besonderen Kinoerlebnis in den Hafenbahnhof. Gezeigt werden hier herrliche Schinken, die thematisch zur Location passen. Dieses Mal: Jimmy Orpheus von Roland Klick (1966). Hier torkelt der junge Hamburger Hafenarbeiter Kristoff zusammen mit einer jungen Frau durch die Kiez-Nacht. Liebesgeschichte und Reeperbahn-Ballade in einem! Vor dem 52-Minüter gibt es Klicks Kurzfilm "Weihnacht" zu sehen.

Info: 13.12., Hafenbahnhof, 20 Uhr

Tartüff

Fast hundert Jahre ist Friedrich Wilhelm Murnaus Adaption von Molières Gesellschaftskomödie "Tartuffe" schon alt: 1925 war Premiere. Meisterhaft inszenierte Murnau das Drama um einen jungen Mann, der von seinem Großvater wegen der Intrigen der geldgierigen Haushälterin enterbt wird, ihm jedoch als Betreiber eines Wanderkinos verkleidet die Geschichte des "Tartüff" vorspielt und ihm so die Augen öffnet. Untermalt wird der Stummfilm vom Trio Dirk Dhonau (Schlagzeug), Sandra Hempel (Gitarre) und Hans-Christoph Hartmann.

Info: 14.12. Lichtmeß-Kino, 20 Uhr

Drei Zinnen

Mächtig ragen die Drei Zinnen, jene charakterischen Berggipfel der Dolomiten, auf. Hier, in einer kleinen Berghütte mit Blick auf die majestätischen Gipfel, macht eine kleine Patchwork-Familie Urlaub: Lea (Bérénice Bejo), ihr achtjähriger Sohn Tristan (Arian Montgomery) und Stiefpapa Aaron (Alexander Fehling). Eigentlich kommen sie alle gut miteinander aus, doch in den Bergen kippt die Situation plötzlich: Tristan hat keine Lust mehr, sich mit Aaron zu arrangieren. Er beginnt zu intrigieren, heimlich, skrupellos. Die Situation beginnt zu eskalieren und der Urlaub unter den nun bedrohlich wirkenden Felswänden wird zum Überlebenskampf …

Info: Ab 21.12., Zeise Kinos

(© Rohfilm Productions 2017 )

Kurzfilmtag

Lichtmeß-Kino: "Zu schön, um wahr zu sein – alles echt!" Dokumentarische Köstlichkeiten, zusammengesucht von der KFA: über die Angst vor dem Sprung vom Zehn-Meter-Turm. Über Emmelsum, einen Ort, den keiner kennt und der doch erstaunliche Geheimnisse birgt. Über nutzlose Hunde, eine Garage voller Bockwürstchen und noch einige schräge Dinge mehr. Außerdem gibt es eine Feuerzangenbowle und Überraschungsgäste. Beginn: 20 Uhr.
Zeise Kinos: Shortfilm Slam "Lieblinge": Am Kurzfilmtag gibt’s zum traditionellen Shortfilm Slam die Filme zu sehen, die die Veranstalter selber noch einmal sehen wollen. Die subjektive Crème de la Crème. Animiertes, Dreidimensionales, Beiges und vor die Wände Laufendes. Auch Filmemacher sind da. Beginn: 21 Uhr.

Info: 21. Dezember 2017

The Killing of a Sacred Deer

Erst der Hummer, nun ein Elch: Der griechische Kultregisseur Yórgos Lánthimos hat's mit Viechern. Doch klar, "The Killing of a Sacred Deer" ist ebensowenig ein schnuckeliger Tierfilm wie seinerzeit "The Lobster". Im Gegenteil: Herrlich abgefahren und in bester "Shining"-Manier erzählt er angelehnt an die griechische Mythologie eine absurde Rachegeschichte, bei der ein 16-Jähriger eine perfekte Familie verflucht. Bizarres, unheimliches, anspruchsvolles Fantasy-Drama mit Top-Besetzung: Colin Farrell und Nicole Kidman geben das liebende Ärztepaar, Barry Keoghan ("Dunkirk") den teuflischen Jugendlichen. In Cannes wurde Lánthimos mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

Info: Ab 28.12., Zeise Kinos

(© Alamode Film )

Autor: Maike Schade

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