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Ottensen im Wandel: Die "Forelle" geht, etwas Neues entsteht

Ottensen verändert sich – ob wir wollen oder nicht. Nun hat der Wandel das geschichtsträchtige Café "Forelle" getroffen. Der Nachfolger ist aber auch schon gefunden. Was uns dort aufgetischt wird, lest ihr hier.

Es ist doch immer wieder traurig, wenn einer gehen muss. Ob Menschen, mit denen wir kaum geredet oder Cafés und Bars, die wir viel zu selten besucht haben. Vor kurzem trat das "Blaue Barhaus" seinen Bulldozern entgegen, dann verkündete "Otto's Burger" nach einem langen Rechtstreit und anderen Hürden sein Aus. Nun ist die "Forelle" dran. Das Café ist wohl den meisten Ottensern ein Begriff. Selbst wer seine Mittagspause noch nicht dahin verlegt hat, kannte zumindest das Markenzeichen: die ikonischen türkisen Kacheln. Sie sind, oder waren, ein Relikt aus Zeiten, in denen das Lokal noch ein Fischladen war. Für den Nachfolger mussten ausgerechnet sie als erstes weichen.

Die "Forelle" war ein Herzensprojekt

Drei Jahre lang hatten Betreiber Ilse und Christof gebraucht um die passende Location zu finden, ein weiteres Jahr um den ehemaligen Fischladen zu sanieren – immerhin war hier alles darauf ausgelegt, Fisch zu kühlen und nicht Ottenser bei ihrem Kaffee und Kuchen warm und muckelig zu halten. Der Name "Forelle" ist eine Hommage an die Geschichte der Location. Der Flair des Fischladens blieb zudem durch besagte türkise Kacheln erhalten, sowie diverse Schilder, die an alte Zeiten erinnerten, als hier noch in Zeitungspapier gewickelte Aale und Karpfen über die Theke flutschten.

Fast vier Jahre lang waren die Betreiber Ilse und Christof das Herz und die Seele der "Forelle", nun posteten sie auf Facebook und Instagram das Aus des Cafés. Die genauen Gründe nennen die beiden darin nicht, nur Dankbarkeit für alle Menschen, welche die fast vier Jahre "Forelle" mit ihrer Arbeit und ihren Besuchen unterstützt haben.

Was wir über den Nachfolger wissen

Wer zieht anstelle der "Forelle" in die Räumlichkeiten? Es ist, Trommelwirbel, eine Crêperie! Im "La Creme de la Crêpe" erwarten uns ab September allerlei süße Crêpes und die herzhafte Variante davon, nämlich Galettes. Davon gibt es in Hamburg tatsächlich noch nicht so viele, bisheriger Anführer derCrêpes-Szene ist wohl das "Ti Breizh Haus der Bretagne" in der Deichstraße. Hier kommen zum Beispiel traditionelle, bretonische Buchweizen-Galettes auf den Tisch. Ähnliches dürften wir auch in der Erzberger Str. 14 erwarten. Der neue Besitzer Jean hat an der Tür der ehemaligen "Forelle" jedenfalls einen Aushang an alle "Freunde der Forelle" befestigt. Er entschuldigt sich darin bei den Nachbarn für den Baulärm und freut sich darauf "diese geschichtlichen Räumlichkeiten zu übernehmen". Man würde "alles dafür geben, diese einladende Atmosphäre, die hier bereits seit vielen Jahren besteht, beizubehalten und ein freundliches Ambiente zu schaffen." Wie gut sich diese Aussage mit der Tatsache verträgt, dass soeben die farbenfrohen türkisen Kacheln herausgekloppt wurden, sei dahingestellt. Manch Ottenser mag sich durch diesen Umstand persönlich angegriffen fühlen. Bleibt aber immer die Frage: Wie geschichtsträchtig ist ein Fischladen? Und: Muss denn immer alles beim Alten bleiben? Vermutlich nicht. Begrüßen wir Besitzer Jean und seine Crêpes also mit Ottenser Offenheit, Herzlichkeit und mit unserem gesegneten Appetit.

Tief in Ottensens Schaufenster geblickt

Ihr wollt noch mehr zu den Läden und Menschen wissen, die in diesem schönen Stadtteil ihre Waren feilbieten? Dann haben wir noch ein paar für euch: Da wäre Ottensens Traditionsschuster, natürlich "Der Lederladen" und der Hängematten-Laden, die uns vielleicht alle überleben werden.

kiekmo

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