Stadtmacherei Eimsbüttel / Andreas Vallbracht )

Neues Quartier in Eimsbüttel: Das sind die Pläne fürs Beiersdorf-Gelände

Wohnen am Weiher: Das sind die Pläne für bis zu 900 Wohnungen auf dem Beiersdorf-Gelände in Eimsbüttel. Ein Architektenwettbewerb ist jetzt gestartet.

Morgens zum Joggen in den beschaulichen Park am Weiher. Danach ganz bequem mit der U-Bahn zur Arbeit. Nachmittags noch schnell in der nahen Osterstraße einkaufen oder eine Kleinigkeit essen. Ja, das Leben in Eimsbüttel bietet viel. Zumal der Verzicht auf ein Auto in dem so zentral gelegenen Hamburger Stadtteil nicht schwer fällt. Wohnungen sind allerdings Mangelware. Vor allem bezahlbare. Da wird es manch verzweifelt Suchenden freuen, dass Eimsbüttel wächst.

(© Stadtmacherei Eimsbüttel / Isadora Tast )

Architektenwettbewerb: Acht Planungsbüros im Rennen

Wo bislang die Konzernzentrale des einzigen am DAX notierten Unternehmens Beiersdorf steht, leben bald Menschen. Und zwar viele Menschen. Bis zu 900 Wohnungen werden gebaut. Nach umfassender Bürgerbeteiligung startet jetzt der städtebauliche Wettbewerb. Acht Planungsbüros gehen ins Rennen und werden sich mit ihren Konzepten messen. Wichtige Eckpunkte haben engagierte Bürger aus dem Stadtteil entwickelt.

Neues Eimsbüttel: Umfangreiche Bürgerbeteiligung

Zwischen Unnastraße und Quickbornstraße, wo heute noch die alte Konzernzentrale des Unternehmens Beiersdorf beheimatet ist, sollen voraussichtlich ab 2022 Wohnhäuser hochgezogen werden. Die Bürger waren seit Mitte 2018 eingeladen, bei der Gestaltung des frei werdenden, etwa 3,4 Hektar großen Geländes mitzuwirken. In einer "Stadtmacherei" wurden seitdem jede Menge Ideen für Freiflächen, Mobilität und Infrastruktur gesammelt, unterstützt vom Bezirk Eimsbüttel. Als Partner des Beteiligungsprozesses wurde die Hamburger Firma Urbanista, die schon mehrere derartige Projekte moderierte, gewonnen. Dort rechnet man damit, dass die ersten Bewohner frühestens 2023/2024 einziehen können.

Die Vorgabe: 90 Prozent Wohnnutzung

Das Wettbewerbsverfahren hin zu einem städtebaulichen Entwurf verläuft in mehreren Abschnitten. Phasen der Entwurfsarbeit der beteiligten Planungsteams werden jeweils von öffentlichen Beteiligungsveranstaltungen eingeleitet und abgeschlossen. Den Startschuss bildete jetzt der Wettbewerbsauftakt, bei dem sich die teilnehmenden Büros der Öffentlichkeit vorstellen konnten und die inhaltlichen Vorgaben für den Wettbewerb erläutert wurden. Demnach haben sich die Planer an rund 90 Prozent Wohnnutzung zu orientieren. Es sollen ausschließlich Mietwohnungen entstehen, mindestens 20 Prozent davon öffentlich geförderte Sozialwohnungen.

(© Stadtmacherei Eimsbüttel / Isadora Tast )

Kein Einkaufszentrum und möglichst autofrei

Ein Zehntel der verfügbaren Fläche darf an Gewerbetreibende gehen. Vornehmlich in den Erdgeschossen könnten kleine Einzelhändler zum Zuge kommen. Gastronomie ist denkbar. Ein Einkaufszentrum ist ausgeschlossen. Die Planer sind zudem aufgefordert, für rund 200 Kita-Plätze auf dem Gelände zu sorgen, inklusive Außenspielflächen. Oberirdischer Autoverkehr soll auf dem gesamten Areal vermieden werden, stattdessen sollen 1500 Fahrradstellplätze her.

Finale Entwürfe sollen im Sommer 2019 vorliegen

Der Zeitplan für die Entwicklung des neuen Stadtteils steht. Nach einer ersten Phase der Konzeptentwicklung durch die Teams wird der Stand der Entwürfe in der Gläsernen Werkstatt am 25. Mai 2019 präsentiert und zur Diskussion gestellt. Im Spätsommer 2019 werden die finalen Entwürfe öffentlich vorgestellt. Auf der anschließenden Jurysitzung wird dann der Siegerentwurf gewählt, der als Grundlage für die Realisierung dient. In der Jury sitzen Bauexperten, Vertreter der Bezirksversammlung und von Beiersdorf. Auch vier Bürgervertreter entscheiden mit, welcher Entwurf zum Zug kommt.

Beiersdorf: Neubau des Hauptgebäudes läuft nebenan

Möglich macht all dies der Neubau des Beiersdorf-Hauptgebäudes an der nur wenige hundert Meter entfernten Troplowitzstraße. Für den wurde Ende März der Grundstein gelegt. Der Hersteller von Nivea, Hansaplast und Tesa investiert rund 250 Millionen Euro. 3.000 Arbeitnehmer werden in der neuen Zentrale ihrem Job nachgehen. Nach dem Umzug von der Unnastraße. Unter Denkmalschutz stehen die dortigen Rotklinkerhäuser des alten Werksgeländes übrigens nicht. Denkbar ist, dass trotzdem Fassadenteile stehen bleiben. Als Reminiszenz an die Geschichte einer Firma, die Eimsbüttel mehr als 100 Jahre lang prägte.

Darum lieben wir unser Eimsbüttel

Ihr würdet gern auch mitten in Eimsbüttel wohnen? Die Bloggerin Johanne hat Glück und lebt bereits in ihrem Traum-Viertel. Die Dreifach-Mama erzählt, warum sie Eimsbüttel so liebt. Auch unser Autor kennt das Viertel wie seine Westentasche: Er ist hier aufgewachsen und teilt mit euch fünf Erinnerungen an eine Kindheit im Eimsbüttel der 80er-Jahre.

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