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Neue Pläne: Zieht ein Luxushotel in den Feldstraßen-Bunker?

Der graue Klotz aus Kriegszeiten hatte tolle Pläne: Er wollte ein urbaner Dachgarten werden, auf dem gestresste Großstädter ihre Möhrchen ernten. Doch in den alternativen Feldstraßen-Bunker zieht nun offenbar auch ein Luxushotel. Wie passt das zusammen?

Erst gestern haben wir uns in der kiekmo-Redaktion noch gefragt ob es denn etwas Neues über die Begrünung des Bunkers gäbe – irgendwie hatten wir doch alle lange nichts gehört. Die heutigen Nachrichten zur geplanten Bunkerbebauung jedenfalls haben wir nicht erwartet: Bunkerinvestor Thomas Matzen steht offenbar in Verhandlungen mit Luxushotelier Louis C. Jacob, welcher sich auf der Veranstaltungsfläche einmieten möchte. Er betreibt das Luxushotel "Louis C. Jacob" an der Elbchaussee, das Boutiquehotel "Henri" in der Innenstadt sowie die Kette A-ja Resorts.

Aus "Gästehaus" wird "Hotel"

Henry Otterbein ist Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft von Matzen Immobilien. Die Zusammenarbeit mit der DSR Hotel Holding möchte er allerdings noch nicht offiziell bestätigen. Spannend für viele Hamburger ist die Tatsache, dass das Wort "Hotel" offenbar lange gemieden wurde: Stets sei von einem "Gästehaus" mit bezahlbaren Zimmern die Rede gewesen. Daran hält Otterbein in der WELT fest: "Es wird kein Kettenprodukt und kein Luxushotel." Neben normalen Gästezimmern sollen hier auch drei Künstler-WGs und ein sogenanntes Stipendiatenzimmer entstehen.

Ein bisschen Beständigkeit bleibt uns in anderer Form erhalten: Die Veranstaltungshalle soll nach Informationen der WELT weiterhin durch die Waldenfels Musik & Konzern GmbH bespielt werden, welche auch unser geliebtes "Uebel & Gefährlich" betreibt. Die Vertragsverhandlungen mit den künftigen Mietern sollen bis Ende Juni abgeschlossen sein. Derweil suche man zudem noch nach dem passenden Bauunternehmen.

Die ersten Beete sind bepflanzt

Die Projektgruppe Hildegarden hat bereits ihren grünen Daumen bewiesen und ein Konzept für die Begrünung des Bunkers erarbeitet: Eine exzentrisch bepflanzte Fassade gibt dem grauen Klotz einen Touch Utopie, ein Dachpark soll zum Herumlungern einladen. Die ersten Hochbeete seien jedenfalls schon im Einsatz: Hier wachsen offenbar schon die ersten Radieschen, Spinat und besagte Möhrchen.

Das sagen die Kritiker des Vorhabens

Immer wieder hatte es kritische Argumente gegen die Bebauung gehagelt, an welcher Architekten schon seit Jahren feilen: Der alternative Stadtteil würde bereits durch den Hamburger DOM und Veranstaltungen wie dem Schlagermove "eventisiert". Man hätte den Dachgarten als etwas dargestellt, das dem Allgemeinwohl diene, dabei ginge es im Endeffekt doch nur um Profit.

Zudem bestünde die Gefahr, dass der fünfgeschossige Aufsatz auf dem Komplex den umliegenden Wohnhäusern den ohnehin spärlichen Sonnenschein stiehlt, der uns als Hamburgern gegeben ist.

Wie steht ihr zu dem Bauvorhaben? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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