(© Bayerische Hausbau (hfr) )

Neue Pläne zu den Esso-Häusern: Sozial statt Kapital?

Es war still geworden um die Planung des Areals, auf dem einst die Esso-Häuser standen. Nun gibt es Neuigkeiten aus St. Pauli – und die wirken auf den ersten Blick schon mal erfreulich.

Eineinhalb Jahre ist es her, seit wir die Architektenentwürfe für das neu geplante Paloma-Viertel zu Gesicht bekamen. Was uns Hamburgern davon blieb: Ein hundert Meter langer Bauzaun im Herzen von St. Pauli, der uns schmerzlich daran erinnert, dass hier einst das "Molotow" brummte (ja, wir wissen, es ist jetzt auch nur ein paar Schritte weiter, aber trotzdem!) und dass in den Esso-Häusern Menschen lebten, die ihre Wohnungen aufgeben mussten. Nun gibt es endlich wieder News zum Bauvorhaben: Am Dienstag lud das Bürgerbeteiligungsbüro "PlanBude" ins St. Pauli Museum ein. Nach vielen hitzigen Diskussionen stellt sich heraus: Das Paloma-Viertel wird so ziemlich das Gegenteil von dem, was die einstigen Investoren sich ausgemalt hatten.

Sozial statt Kapital?

Anstatt größtenteils auf Eigentumswohnungen zu setzen, bekommt das Areal rund 90 Sozialwohnungen mit besonders langer Bindung, nämlich 25 anstatt 15 Jahren. Dazu kommen weitere 80 kleine und frei finanzierte Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von rund 12 Euro. Außerdem mit dabei: ein Hotel mit 150 Zimmern – und Kletterwand. Des weiteren wird es Räume für Stadtteilkultur geben, sowie einen öffentlichen Dachgarten, eine Skate- und Basketballfläche und einen Balkon, der zum Spielbudenplatz zeigt. Auch das "Molotow" zieht wieder dahin, wo es hingehört.

Wie wird das soziale Bauvorhaben finanziert?

Um die niedrigen Mieten für das soziale und gemeinschaftliche Projekt nachhaltig sichern zu können, zieht sich der Investor aus diesem Teilkomplex zurück. Stattdessen wird dafür eine Baugemeinschaft beauftragt. Damit ist das Paloma-Viertel auf dem besten Weg ein beispielhaftes Projekt zu werden. Christoph Schäfer ist einer der "PlanBude"-Vertreter und erzählte gegenüber der WELT, man habe sich bei den Verhandlungen zwar viel gestritten, sei aber dennoch mit einem positiven Fazit aus den Diskussionen hervorgegangen, nämlich "dass man mit Bürgerbeteiligung klügere Stadtentwicklung betreiben kann." Bleibt abzuwarten, ob das Paloma-Viertel nun wirklich zu dem neuen, urbanen Quartier wird, in dem Wohnen, Gewerbe und Kiez-Kultur zusammenfinden – und das auch noch wirtschaftlich machbar.

... Wenn ihr an dieser Stelle auch wissen möchtet, wie es um die umstrittenen Pläne zum Feldstraßen-Bunker steht, dann hier entlang!

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