Hamburgs Großmarkt H. Retzlaff )

Nachts um halb Vier auf Hamburgs Großmarkt

Der Hamburger Großmarkt ist eine eigene Welt der Gerüche, Farben und des Handels. Wenn ihr die erleben wollt, müsst ihr aber ganz früh aufstehen.

Hell ist es. Laut ist es. Und farbenfroh. Händler in dicken Rollkragenpullis und Daunenjacken feilschen mit Kunden. Es duftet nach frischen Kräutern, Orangen und Blumen. Wir sind zu Gast auf dem größten Markt Hamburgs. Ja sogar Norddeutschlands. Der ist nicht für "normale" Kunden bestimmt. Nicht für den Endverbraucher, wir es heißt. Nein, hier im Stadtteil Hammerbrook kaufen Ladenbesitzer, Gastronomen und Beschicker ein. Auf dem Großmarkt, in den architektonisch beeindruckenden Hallen unweit des Hafens und der Innenstadt.

Mit einem Profi über den Großmarkt

Viel zentraler geht es kaum in Hamburg. Und doch ist das hier eine eigene Welt. Wenn ihr die erleben wollt, müsst ihr verdammt früh aufstehen. Richtig rund geht es hier nachts um halb Vier. Wer aus den Hallen mit den wie Wellen gebogenen Dächern etwas mitnehmen will, der muss selbst sein Gewerbe dokumentieren können. Besuchen könnt ihr den Großmarkt aber auch so.

Es gibt sogar Führungen durch all die Kisten, Kartons und Kühlboxen. Die finden mehrmals im Monat statt und werden von einem ehemaligen Händler geleitet. Der kann euch ganz genau erklären, wie das Obst in die Hallen gelangt, wie die Preise sich entwickeln und wo die Ware dann letztlich landet. Dabei erfahrt ihr dann vermutlich auch, dass sogar skandinavische Kaufleute in die Hansestadt kommen. Denn Hamburgs Hafen ist ein wichtiger Umschlagplatz für ganz Nordeuropa.

Händlerdrehkreuz Großmarkt

Seit knapp 60 Jahren geht es auf dem Hamburger Großmarkt frühmorgens zur Sache. Bürgermeister Peter Tschentscher machte sich kürzlich selbst ein Bild vom bunten Treiben in den Hallen und zeigte sich beeindruckt vom logistischen Aufwand, der hier allmorgendlich betrieben wird. Dass der immens ist, zeigen ein paar Zahlen, die belegen, wie wichtig das Händlerdrehkreuz mittlerweile ist. So ist das gesamte Gelände satte 27 Hektar groß, allein die Halle für Obst und Gemüse ist 220 Meter lang und fast genauso breit. Rund 1,5 Millionen Tonnen an Waren gehen dort pro Jahr über die Theken. Den gesamten Warenwert beziffert der Großmarkt selbst auf rund zwei Milliarden Euro jährlich.

Food Market und große Konzerte

Und der Hamburger Großmarkt ist längst mehr als nur Handelsplatz. Hier hat auch das Deutsche Zusatzstoffmuseum seine Heimat. Regelmäßig wird zum Food Market eingeladen. Zudem hat die Kultur in Hammerbrook eine Heimat gefunden. Denn im März 2015 eröffnete direkt auf dem Großmarktgelände das Mehr! Theater. Seitdem gastieren dort Rock- und Musicalstars, spielen vor bis zu 3.500 Fans. Ins Gehege kommen die den Händlern nicht. Schließlich ist bei denen erst um 2 Uhr in der Frühe Verkaufsstart. Bis 9 Uhr am Morgen wird dann gehandelt. Nur sonntags ist Ruhe.

Für den Großmarkt müsst ihr früh aufstehen

Ihr wollt euch selbst mal ein Bild machen? Dann müsst ihr euch per E-Mail anmelden und euch am gebuchten Termin um 5.45 Uhr zu dem Tor West an der Bankstraße aufmachen. Los geht es um 6 Uhr. Die Führung kostet euch zehn Euro und dauert etwa zwei Stunden, gibt schließlich viel zu sehen auf dem Hamburger Großmarkt. Mit Glück lässt euch der eine oder andere Händler ja sogar mal was probieren. Frischer als hier geht wohl kaum.

Infos: Großmarkt Hamburg, Auf der Brandshofer Schleuse 4, 20097 Hamburg

Stadtführungen durch Hamburg

Hamburg mal ganz anders kennenlernen? Das werdet ihr definitiv bei der Führung durch den Großmarkt. Wenn früh aufstehen allerdings nicht so euer Ding ist, solltet ihr mal hier vorbeischauen: Alternative Stadtführungen durch Hamburg. Außerdem haben wir hier noch 7 Stadtführungen, die jeder Hamburger mal gemacht haben sollte.

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