(© C.F. Møller Architects Danmark A/S )

Nach der Einigung: 5 Fragen und Antworten zum neuen Fernbahnhof Altona

Es war eine schwere Geburt, aber jetzt haben die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn einen Kompromiss mit dem Verkehrsclub Deutschland geschlossen. Damit ist der Weg endlich frei für den Bau des Fernbahnhofes Altona. Was das im Einzelnen heißt, verraten wir euch hier.

Eigentlich sollte der neue Fernbahnhof Altona bereits 2023 fertiggestellt werden. Doch dann machte das Hamburgische Oberverwaltungsgericht Bahn und Stadt einen Strich durch die Rechnung. Das Projekt wurde gestoppt. Das war 2018. Seitdem liegen die Arbeiten brach. Entsprechend überraschend kam die frohe Botschaft: Man hat sich mit dem letzten Kläger, dem Verkehrsclub Deutschland, geeinigt. Mehr als 25 Krisentreffen waren notwendig, um einen Kompromiss zu finden. Dazu habt ihr sicher ein paar Fragen – und wir die Antworten.

1. Wie sieht der Kompromiss denn aus?

Offenbar hatten Stadt und Bahn nicht groß genug gedacht: Statt täglich 25 Zügen zu Spitzenzeiten werden künftig 31 Züge am neuen Fernbahnhof in Diebsteich abgefertigt. Statt sechs Fernbahngleisen und zwei S-Bahngleisen werden acht Fern- und vier S-Bahngleise gebaut.

Planungsentwurf: Blick von der Stresemannstraße Richtung Diebsteich (© Deutsche Bahn )

2. Warum muss der Fernbahnhof überhaupt umziehen?

Der jetzige Bahnhof in Altona kann das große Reiseaufkommen nicht mehr stemmen und auch der Hauptbahnhof ist überfüllt. Um mehr Kapazitäten zu schaffen, wird der Fernbahnhof nach Diebsteich verlagert. Der neue Bahnhof bietet ein Mehr von allem: mehr Fahrgäste, mehr Regional- und Fernzüge, mehr HVV-Busverbindungen, mehr Fahrradständer. Die Kosten für das Großprojekt belaufen sich auf 360 Millionen Euro.

3. Und was ist mit dem jetzigen Bahnhof Altona?

Der S-Bahnhof bleibt als Dreh- und Angelpunkt für den S-Bahn- und Busverkehr erhalten. Im Zuge des Umzugs bekommt der Busbahnhof eine Schönheitskur und die Laufwege von den S-Bahnen zu den Bussen werden verkürzt.

4. Was passiert als nächstes?

Nach der Zustimmung durch die Bürgerschaft wird der Verkehrsclub Deutschland seine Klage gegen das Großprojekt zurückziehen. 2021 können die Bauarbeiten beginnen. Fertigstellung voraussichtlich in 2026.

5. Was hat das Ganze mit der "Neuen Mitte Altona" zu tun?

Der Umzug des Fernbahnhofes macht Platz für neuen Wohnraum in Hamburg. Rund 138.000 Quadratmeter Fläche werden frei. Die Stadt hat dieses Areal gekauft. Als Teil der "Neuen Mitte Altona" sollen hier 1.900 Wohnungen entstehen. Zudem soll Platz für Grün- und Freiflächen sein.

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