(© Katharina Grabowski )

Musikatelier Ottensen: Im "MAO" geben alle alles für die Musik

Das Musikatelier Ottensen ist ein Ort für alle, die Musik lieben. Ob jung oder alt, Pop oder Klassik, alleine oder in der Gruppe – bei Tilman Frank und seinem Team kann jeder seinen inneren Musiker entdecken.

Warum werden die meisten Musikschulen von Schlagzeugern eröffnet? Das kann sich auch Tilman Frank nicht recht erklären, doch auch er erfüllt das Klischee. Als ausgebildeter Musiker war er jahrelang im Tourbus auf deutschen Straßen unterwegs, bis er seinen beruflichen Lebensmittelpunkt nach Ottensen verlagerte und hier das Musikatelier Ottensen gründete, kurz: MAO. Seit nunmehr sieben Jahren bieten er und sein Team hier Musik für alle und alles für Musik: von musikalischer Früherziehung über klassischen Gitarren- oder Gesangsunterricht bis hin zu Samba- oder Trommel-Workshops.

Eine zwielichtige Vergangenheit

Bis er geeignete Räumlichkeiten fand, um seinen Traum zu verwirklichen, legte Tilman Frank einige Kilometer zurück: Auf seinem Fahrrad fuhr er monatelang durchs Viertel und erkundete jeden Hinterhof. So entdeckte er schließlich das Gelände in der Gaußstraße 136 – damals beherbergte es unter anderem ein Bordell. Beim Eigentümer des verfallenen Gebäudes stieß Tilman Frank mit seiner Idee, eine Musikschule zu eröffnen, auf offene Ohren. Von der zwielichtigen Vergangenheit des Gebäudes ist heute nichts mehr zu erkennen: Die Hauswand leuchtet in Rot, Gelb- und Grün-Tönen, und im Inneren sorgen großzügige Unterrichtsräume auf mehreren Etagen, eine Spielecke und eine Selbstversorgerbar für eine freundliche, fast familiäre Atmosphäre.

Tilman Frank, Gründer vom Musikatelier Ottensen (© Katharina Grabowski )

40 Dozenten aus 17 Nationen

Am Anfang war Tilman Frank noch allein mit seiner Idee, doch eines war ihm von Anfang an klar: Das Wichtigste beim Aufbau einer Musikschule sind die diejenigen, die ihr Wissen weitergeben, also die Lehrer. Dadurch, dass sich der studierte Schlagzeuger seit 1995 in der Hamburger Musikszene bewegte, wusste er genau, wen von seinen Kollegen er für sein Projekt anheuern muss: Mittlerweile wird Frank von etwa 40 Dozenten aus 17 Nationen unterstützt, die nicht nur Unterricht für Standardinstrumente wie Gitarre, Klavier oder Schlagzeug, sondern auch Saz, Sitar oder afrikanische Percussion anbieten. Ein Angebot, das sich in dieser Form mit Sicherheit nicht in jedem Stadtteil finden lässt, weshalb Frank es auch schelmisch die „Ottensen-Variante“ nennt – ein bisschen unkonventionell und sehr international.

Fast die Hälfte der Musikschüler sind Erwachsene

Damit erreicht er nicht nur junge Musiker, sondern auch diejenigen, die in ihrer Jugend ein Instrument gespielt haben und das Musizieren gerne wieder in ihr Leben integrieren möchten. Heute sind fast die Hälfte der Schüler Erwachsene. Unter ihnen viele Wiedereinsteiger, aber es ist auch nicht ungewöhnlich, dass sich die 70-jährige Rentnerin anmeldet, die nun endlich Cello spielen lernen möchte. Ob jemand bereits Erfahrung hat oder blutiger Anfänger ist, spielt also keine Rolle: Hier bekommt jeder den Musikunterricht, den er sich wünscht, ganz individuell auf die eigenen Fähigkeiten zugeschnitten. Die Fortschritte können dann auf einer Bühne präsentiert werden, wie zum Beispiel beim großen Sommervorspiel, bei dem sich vor allem die Kids ihren großen Applaus abholen.

Für alle, die sich langsam ans Musikmachen herantasten wollen, bietet das Musikatelier Ottensen selbstverständlich auch Probestunden an. Also greift zur Gitarre oder überwindet euer Blockflöten-Trauma aus Grunschulzeiten!

Info: MAO – Musikatelier Ottensen, Gaußstraße 136, 22765 Hamburg, www.mao-hamburg.de

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