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Aufgepasst und mitgeschrieben: Mit diesen 10 Sätzen klingt ihr wie ein Hamburger Original

Zu Touristen und Zugezogenen sind wir Hamburger freundlich, aber reserviert. Wer unser Herz erobern will, outet sich am besten als langjähriger Hamburg-Kenner – und zwar mit Sätzen wie diesen.

1. "Ich war mal im Hertie in Barmbek einkaufen."

Mit diesem Satz schindet ihr gleich doppelt Eindruck. Erstens habt ihr eine der berüchtigtsten Ruinen Hamburgs erlebt, bevor sie dazu wurde. Denn wo heute das Neubau-Quartier Fuhle 101 prangt, gab es früher eine (arg hässliche) Filiale der Kaufhaus-Kette Hertie. Die schloss 2009, wurde aber erst fünf Jahre später abgerissen und mauserte sich bis dahin zu besagter Ruine – ungeliebt, aber fast schon kultverdächtig. Und zweitens: Falls ihr vor über zehn Jahren schon dort wart, habt ihr den rauen Klinker-Charme von Barmbek-Nord noch erlebt, bevor dort mit Neubauten, Infrastruktur-Projekten und Mieterhöhungen die Gentrifizierung einsetzte.

2. "Wie jetzt? Ich soll mein Bier in den Plastikbecher umfüllen?"

Ob der Türsteher auf dem Hamburger Berg, dem ihr diesen Satz auf dem Weg nach draußen entgegnet, euch eure Verwirrung nun abkauft oder nicht – Tatsache ist: auf dem Kiez gilt ein striktes Glasflaschenverbot. Falls ihr euch noch erinnert, wie ihr Clubs und Bars in Hamburg mit der Astra Knolle in der Hand verlassen durftet, feiert ihr schon länger als zehn Jahre rund um die Reeperbahn. Seit 2009 ist es nämlich so, dass euch Türsteher beim Rausgehen nicht nur besagten Plastikbecher in die Hand drücken – es wird auch teuer, wenn ihr euch nicht daran haltet.

3. "Das Streit's war Hamburgs einzig wahres Kino."

Falls ihr das aus eigener Erfahrung bezeugen könnt, habt ihr etwas gemeinsam mit Clint Eastwood, Barbra Streisand und Michael Douglas: Ebenso wie diese Hollywood-Giganten wart ihr mal im Streit's – einem der legendärsten Kinos in Hamburg. Der pompöse Saal und die dazugehörige Bar waren jahrzehntelang die erste Kino-Adresse in der Hansestadt, bis dann – großen Protesten zum Trotz – der Mietvertrag nicht verlängert wurde. 2013 musste das Streit's dann endgültig schließen. Nach aufwendiger Renovierung ist am Jungfernstieg heute die Filiale einer schwedischen Baumarkt-Kette. Vom Hollywood-Flair ist leider nichts mehr zu spüren – mit einer kleinen Ausnahme: Wenn ihr den Blick hebt, erkennt ihr immer noch das alte Vordach.

4. "Die Aussicht vom Fernsehturm ist echt toll."

Stellt euch darauf ein: das glaubt euch niemand! Falls ihr aber wirklich, ehrlich schon einmal auf der Aussichtsplattform des Telemichel gewesen seid, dann habt ihr den Eintritt noch in D-Mark bezahlt und keine Beweisfotos mit einem Smartphone machen können – kurz gesagt: das ist echt lange her. Seit 31. Dezember 2000 ist die Aussichtsplattform des Heinrich-Hertz-Turms (wie er ganz offiziell heißt) geschlossen und bisher trotz diverser Anläufe und Sanierungen leider nicht wieder eröffnet worden.

5. "Europapokal-Spiele im Volkspark – das war genial."

Bei dieser Aussage gilt es, ein wenig Vorsicht walten zu lassen. Denn ihr bezeugt damit zwar, dass ihr dem Fußball, der in Hamburg gespielt wird, schon eine ganze Weile treu seid (das letzte Europapokal-Heimspiel des HSV war ein 0:0 gegen Fulham im April 2010). Aber ihr könntet natürlich an einen Fan des FC St. Pauli geraten, dem das – im besten Fall – schnurzpiepegal ist. Übrigens: Ein internationales Pflichtspiel zwischen Vereinsmannschaften gab es danach noch im Volkspark (der damals allerdings HSH Nordbank Arena hieß), und zwar das Euro-League-Finale 2010 – nur leider ohne Beteiligung des HSV.

6. "Dass es die Kieztanke nicht mehr gibt, ist zu traurig."

Eine Tankstelle, die in Reiseführern stand? Über die Dokumentarfilme gedreht wurden? Die am Wochenende einen Türsteher brauchte? Das gab's wirklich nur in Hamburg. Die Esso-Tankstelle an der Taubenstraße 24 hat sich über die Jahrzehnte zu einer absoluten Kult-Location am Kiez entwickelt. Falls ihr das Treiben dort noch live mitbekommen habt, wisst ihr sicher, dass dort natürlich kaum mehr jemand getankt hat – zumindest kein Benzin. Im Dezember 2013 musste das gesamte Areal wegen Einsturzgefahr geräumt werden, die Tanke machte danach leider nie mehr auf und wurde letztlich mit abgerissen.

7. "Rotlicht und Rakete, den Quatsch gab's früher nicht."

Falls ihr ein Bierliebhaber seid, der Sätze wie diesen im Brustton der Überzeugung vorträgt, seid ihr wahrscheinlich ein Kind der Achtziger. Denn bis 2006 gab es tatsächlich nur eine einzige Astra-Sorte: keine Kiezmische, keine Rakete, kein Rotlicht – auf den Getränkekarten und am Kneipentresen gab's nur Urtyp. Damals war sogar das Logo erst wenige Jahre alt – schwer vorstellbar, wo der Herz-Anker doch heute Deutschlandweit fast schon synonym für Hamburg steht.

8. "Bis Mümmelmannsberg bin ich noch mit der U3 gefahren."

Am besten fügt ihr noch kopfschüttelnd hinzu: "Früher war das alles einfacher." Denn falls ihr in Hamburg schon so lange U-Bahn fahrt, dass ihr in den Osten der Stadt noch die U3 genommen habt, erinnert ihr euch sicher: Bevor die gelbe Linie im manchmal verwirrenden Kreis fuhr, hatte sie zwei eindeutige Endhaltestellen: Mümmelmannsberg und Barmbek. Aber Vorsicht! Geratet ihr an einen noch älter eingesessenen Hamburger, könnte der euch mit folgendem Fun Fact übertrumpfen: Von 1912, als die Linie eröffnet wurde, bis 1967 fuhr die U3 auch schon im Kreis.

9. "Ich kannte Ronald Schill schon vor 'Promi Big Brother'."

Im Rest Deutschlands war Ronald Barnabas Schill vor der Jahrtausendwende weitgehend unbekannt, in Hamburg jedoch berühmt-berüchtigt unter dem Spitznamen Richter Gnadenlos. Und es kam noch bunter: Falls ihr Anfang der Zweitausenderjahre schon hier gelebt habt, kennt ihr Schill noch als Innensenator und Zweiten Bürgermeister, bis ihn diverse Skandale sein Amt kosteten. Jahre später tauchte der Jurist und Politiker dann (unter anderem) im RTL-Premiumformat "Promi Big Brother" auf – doch zu diesem Zeitpunkt dürften sich wohl nur wenige Hamburger gern an ihn erinnert haben.

10. "Den Alsterpavillon hätte man damals abreißen sollen."

Recht machen konnte man es uns Hamburgern mit der Pracht-Immobilie am Jungfernstieg nie. So, wie er auf dem Foto unten aussieht, hat ihn sicher keiner von euch erlebt: Das Bild entstand etwa 1905 und schon damals brachte sein Äußeres dem Gebäude den Spottnamen "Kachelofen" ein. Auch der Neubau, der bis heute über die Innenalster blickt, war nie beliebt. Falls ihr ins Gezeter darüber einsteigen könnt, dann sicher mit dem Rückblick auf die Neunzigerjahre: Damals wurde der marode Pavillon mit vielen Millionen D-Mark saniert – obwohl viele einfach den Abriss forderten.

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