(© Ulrike Fischer )

Mehrgenerationenhaus: Komm mit ins Nachbarschatz!

Ein vielseitiger Treffpunkt für Jung und Alt: Das Mehrgenerationenhaus von „Nachbarschatz e. V.“

Das Wohnzimmer in der Amandastraße 58 ist heute besonders gut besucht. Denn in der offenen Küche des großen Aufenthaltsraumes wird zweierlei Lasagne zubereitet, die sich hier großer Beliebtheit erfreut. Erste Hungrige bilden ein Schlange vor der Ausgabe, um für 4,50 Euro ihre Portion abzuholen. Die Besucher kommen aus der ganzen Nachbarschaft: Angestellte der nahegelegenen Jugendberufsagentur, Mütter mit kleinen Kindern, alleinstehende ältere Herren, und auch eine junge Flüchtlingsfamilie aus Albanien, die hier von einer Patin betreut wird, nimmt am Mittagstisch teil.

(© Ulrike Fischer )

Der freundliche Aufenthaltsraum ist das Herz von Nachbarschatz e. V. Hier wird sichtbar, wofür Leiterin Dagmar Engels und das Team des Vereins stehen: „Ein gutes Miteinander aller Generationen in unserem Viertel, ein Lernen voneinander, und dass man füreinander da ist“, erklärt Engels. Sie und ihre Mitstreiterinnen können sich noch gut an die Anfänge ihrer Initiative erinnern, die 1989 als Mütterzentrum startete: „In den 1980er Jahren gab es so wenig Angebote für Mütter mit kleinen Kindern, so wenig Möglichkeiten, wieder ins Berufsleben einzusteigen, das wollten wir ändern!“, erzählt Susanne Meyer, die heute in der Verwaltung von Nachbarschatz arbeitet. „Mütter raus aus der Isolation!“ lautete damals das Motto der Initiative. Heute gilt es für die gesamte Nachbarschaft.

(© Ulrike Fischer )

KiTa, Friseurstube und spannende Lebensgeschichten

Das Angebot des Mehrgenerationenhauses ist vielfältig: Kinderbetreuung in der hauseigenen KITA, Familien-Brunch, Babymassage und Erwachsenen-Malkurse, Chorsingen und diverse Infoveranstaltungen für Jung und Alt stehen auf dem Programm. Aber auch eine Friseurstube, Yogastunden, eine günstige Wäscherei mit Änderungsdienst und eine Sozialberatung können in Anspruch genommen werden. Man kann sich allerdings auch einfach nur ins große Wohnzimmer setzen, lesen, Kaffeetrinken und Leute aus der Nachbarschaft treffen. Und Storys hören, die es nicht an jeder Ecke gibt. Ob die schillernde Lebensgeschichte der 74jährigen Brasilianerin Renate, die in der Wäscherei arbeitet oder die Fluchtgeschichte von Mali, die mit ihren zwei Kindern vor 13 Jahren allein nach Deutschland kam: „Ich habe hier einen Deutschkurs besucht, dann im Café mitgeholfen und bin schließlich geblieben – das Nachbarschatz ist mein zweites Zuhause!“, erzählt sie.

(© Ulrike Fischer )

Die Herzlichkeit des Mehrgenerationenhauses, die vielen unterschiedlichen Menschen, die hier unter einem Dach zusammen kommen – man wünscht sich mehr davon. Für jeden Stadtteil Hamburgs.

Nachbarschatz e.V., täglich geöffnet von 9 – 18 Uhr, Mittagstisch 12.30 – 14.30 Uhr

Mehr Infos
www.nachbarschatz.de

Könnt ihr euch auch vorstellen, in einem Mehrgenerationenhaus zu leben? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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