Anthony Oxley )

Mehr als nur Flohmarkt: Das "Brakula" ist Bramfelds Kulturzentrale

Am beliebtesten sind die Flohmärkte, die regelmäßig im "Brakula" in Bramfeld stattfinden. Dabei gibt es auch sonst viel zu entdecken, zum Beispiel Konzerte, Lesungen und Poetry Slams. Wir haben mit Geschäftsführer Uwe Schmidt über die vielen bunten Veranstaltungen gesprochen, aber auch über Stadtentwicklung und die Zukunft von Bramfeld.

Flohmärkte, Lesungen, Konzerte, Poetry-Slams und verschiedene Kurse. Seit 1981 hat sich das Kulturzentrum "Kultur für alle" auf die Fahne geschrieben. Eine Idee aus den 80er Jahren und eine Gegenbewegung zur Hochkultur. Das Ziel: möglichst mit Menschen vor Ort arbeiten und so auch Leute, die sonst nichts mit kulturellen Programmen am Hut haben, mit ins Boot holen. Um das zu erreichen bietet das Stadtteilkulturzentrum eine Vielzahl von Veranstaltungen an. "Vor allem unsere regelmäßigen Flohmärkte und Formate wie der Poetry-Slam laufen sehr gut. Aber auch unsere Jazzformate haben ihr Stammpublikum gefunden. Insgesamt läuft es sehr gut von den Besucherzahlen", erzählt Brakula-Geschäftsführer Uwe Schmidt.

Gramlow / Hamburg Fuehrer )

Stadtteilentwicklung: Nicht nur wohnen, sondern leben

Trotzdem sei es schwierig, Menschen mit den Veranstaltungen zu erreichen. Viele wollen trotzdem ins Theater, Museum oder Kino und fahren dafür in die City, wo das Angebot riesig ist: "Es gibt große Stadtentwicklungsdiskussionen dazu, ob man Stadtteile wie Bramfeld beleben sollte. Also darüber, dass Menschen in Stadtteilen wie Bramfeld nicht nur wohnen, sondern auch leben können", so Uwe Schmidt. Das werde zum Beispiel auch von vielen Wohnungsbaugesellschaften gefordert, um den Wohnungssuchenden solche Stadtteile schmackhaft machen zu können.

"In Hamburg liegen Welten zwischen den Stadtteilen"

Die Gefahr bei so großen Bauprojekten, wie sie gerade auch in Bramfeld geplant werden, sei, dass Menschen aufgrund der Wohnungsnot in Hamburg nach Bramfeld ziehen, weil sie es – zum Beispiel aus finanziellen Gründen – müssen. Nicht, weil sie es wollen. "Das könnte zu sozialen Problemen im Stadtteil führen", meint Uwe Schmidt. "In Hamburg liegen manchmal, wenn man zum Beispiel Eppendorf und Kirchdorf Süd miteinander vergleicht, Welten zwischen den Stadtteilen. Ich glaube viele Menschen sehen es als sehr unfair an, dass es schöne, lebenswerte Stadtteile gibt, wo sie tolle Geschäfte und Gastronomie finden, und dann Stadtteile, wo das oberste Ziel ist, billigen Wohnraum zu schaffen. Im Viertel selbst passiert aber nichts. Da ist aus meiner Sicht eine verfehlte Politik." Der Geschäftsführer des Brakula ist sich sicher, dass Menschen etwas in dem Stadtteil machen wollen, in dem sie auch leben. In Bramfeld ist mit dem Brakula ein toller Ort dafür geschaffen worden. Vielleicht gesellen sich in Zukunft ein paar weitere dazu. Wir drücken die Daumen.

Info: Bramfelder Chaussee 265, 22177 Hamburg; www.brakula.de

Mehr über Bramfeld

Dass Bramfeld im Wandel ist, zeigt sich in den kleinen Dingen, zum Beispiell ist auch das "Vistro", Hamburgs einzige vegane Pizzeria, in das Haus gezogen, in dem sich auch das Brakula befindet. Ihr hattet mit diesem Stadtteil noch wenig am Hut? Wir haben euch in einer kleinen, aber feinen Liste Dinge zusammengetragen, die ihr an Bramfeld lieben werdet. Viel Spaß beim Entdecken!

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