Der Ginster – niederdeutsch Bra(a)mbusch – gab Bramfeld seinen Namen. (© Unsplash / Eva Wilcock )

Mal gut zu wissen: Warum heißt Bramfeld eigentlich Bramfeld?

Bramfeld ist auf den ersten Blick ein eher unspektakulärer Stadtteil. Die Historie hat aber durchaus Spannendes zu bieten. Lest selbst.

Habt ihr schon einmal das Wappen von Bramfeld genauer angeguckt? Es zeigt gelb blühendes Gesträuch: Ginster. Der wuchs im Viertel offenbar seinerzeit recht üppig, denn nach ihm wurde der Stadtteil – oder vielmehr früher die Ansiedlung – benannt: Auf niederdeutsch heißt Ginster Bra(a)mbusch. Der zweite Namensteil, "-feld", verrät, dass es sich eher um eine Heide- denn eine Waldlandschaft handelte.

Bramfeld war das zweitgrößte Gemüseanbaugebiet

Gegründet wurde das stormarnsche Dorf – denn das war es zunächst – um 1100. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte erst fast 200 Jahre später im Jahr 1271: Dort stand festgeschrieben, dass Bramfeld gegenüber dem Hamburger Domkapitel abgabepflichtig war. Vom 15. bis 19. Jahrhundert stand das Dorf vorwiegend unter dänischer Herrschaft – bis Preußen-Österreich im Schleswig-Holstein-Konflikt über Dänemark siegte. So wurde Bramfeld 1867 preußisch und 1900 zur Hamburger Vorstadt erklärt. Damals lebten hier bereits mehr Gärtner als Bauern, die Struktur wurde zunehmend städtischer. Wusstet ihr, dass Bramfeld in den 1920er-Jahren nach den Vier- und Marschlanden das zweitgrößte Gemüseanbaugebiet der Region war?

Bramfeld ab 1918: ein "roter" Stadtteil

Das ist heute freilich nicht mehr so, auch wenn es noch dörfliche Ecken gibt. Zu Hamburg gehört der Stadtteil übrigens seit 1937. Und noch ein interessanter Fakt: Da Bramfeld ein "roter" Stadtteil war, kam es 1933 zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Sozis auf der einen, Nazis auf der anderen Seite. Die Tendenz nach links ist heutzutage zwar noch da, aber im Vergleich zu anderen Stadtteilen nicht übermäßig: Bei der Europawahl 2019 wählten 23,9 Prozent die SPD und 24,2 die Grünen. Die CDU kam auf 19,5 Prozent.

Bramfeld in Zahlen

Einwohner: 52.489, davon 51,5 Prozent weiblich und 48,5 Prozent männlich, 12,5 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 50,8/49,2/16,9 Prozent)
Durchschnittsalter: 44,6 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Einpersonenhaushalte: 53,6 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 16,6 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 4,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 4,8 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 30.928 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

Wenn nicht anders gekennzeichnet: Stand 31.12.2018.

Neue U5 und Campus Life Hamburg in Bramfeld

Einen Straßenbahnanschluss bekam Bramfeld übrigens 1948. So richtig toll angebunden ans Hamburger ÖPNV-Netz ist es aber bis heute nicht. Noch: Bald beginnt der Bau der neuen U-Bahnlinie 5 mit Startpunkt Bramfelder Marktplatz. 3 Dinge, die ihr über die neue U5 wissen müsst! Außerdem geplant: der futuristische Campus Life Hamburg

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