Sammlung W.U. Eckart )

"Lebenszeichen" aus dem Lazarett: Als der Krieg in Hamburg lag

Im Medizinhistorischen Museum auf dem UKE-Gelände könnt ihr euch ab Mitte Oktober ganz besondere Postkarten anschauen. Es sind historische Nachrichten als Lebenszeichen von Verletzen aus dem Ersten Weltkrieg.

Im Medizinhistorischen Museum des Eppendorfer Krankenhauses werden ab Oktober Postkarten gezeigt. Keine Urlaubsgrüße mit Strandpanoramen, das versteht sich. Die historischen Kärtchen stammen vielmehr aus dem Ersten Weltkrieg. Verwundete Soldaten sandten sie an ihre Liebsten. „Lebenszeichen“ nennt sich die Ausstellung. Klingt nach schwerer Kost? Ist aber Stadtgeschichte pur.

Denn wer die Ausstellung besucht, bekommt einen Einblick in die „Lazarettstadt“, die Hamburg im Ersten Weltkrieg war. Etwa die Kunstgewerbeschule Lerchenfeld, die Volksschule Erikastraße oder das Staatliche Technikum, die spätere Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW, wurden damals genutzt, um Verletzte zu versorgen. Als Feldpostkarte diente dabei in vielen Fällen ein Foto des Patienten, das auf der Rückseite beschriftet war. Dies war dabei meist das erste Lebenszeichen, das die Verwundeten senden konnten.

Vortrag über "Kriegsneurotiker und Nervenschwächlinge"

Die Sonderausstellung wird zusätzlich mit Vorträgen, zum Beispiel über "Kriegsneurotiker und Nervenschwächlinge", einer Lesung und der Live-Vertonung eines Stummfilms vertieft. Außerdem werden kostenlose Führungen angeboten.

Das auf dem UKE-Gelände beheimatete Museum ist in einem alten, vom Architekten Fritz Schumacher konzipierten Backsteinbau untergebracht. Den Gebäudekomplex konnte der Freundes- und Förderkreis des UKE ab 2010 mit Unterstützung des Hamburger Denkmalschutzamtes, zahlreicher Stiftungen und privater Spender restaurieren. Das größte Exponat des Medizinhistorischen Museums Hamburg ist der große Sektionssaal, der sich im Originalzustand des Jahres 1926 präsentiert. Ein Besuch lohnt allein dafür schon.

Was? Sonderausstellung "Lebenszeichen"
Wann? 19.10.2018 – 31.01.2019, jeweils 18.30 bis 20 Uhr,
Wo? Medizinhistorisches Museum Hamburg, Gebäude N30b (Fritz-Schumacher-Haus), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52 (Eingang Schedestraße / Ecke Frickestraße), 20246 Hamburg
Was noch? Wer mehr über das Überleben in einem Lazarett erfahren möchte oder bei der Stummfilmvertonung dabei sein will, bekommt alle Termine auf der Website des UKE.

Mehr Hamburger Geschichte

Ohne die Arbeit zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer in den Geschichtswerkstätten Hamburgs wären Ausstellungen wie diese kaum möglich. Hobbyforscher sammeln mit professioneller Unterstützung Fotos und andere historische Artefakte aus privaten Nachlässen oder Spenden zusammen und stellen sie in Stadtteilarchiven oder Museen aus. Auch im Altonaer Museum erfahrt ihr derzeit mehr über die Geschichte Altonas, die auch Rückschlüsse auf die Zukunft des Stadtteils zulässt. Schaut vorbei!

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