Macht Lärm, ist aber kein Musiker. Jörn Menge von Laut gegen Nazis mit Lena Winkel. Die freie Grafikerin teilt Büro und Ideen mit Jörn (© Philipp Jung )

Laut gegen Nazis

Sie machen sich stark gegen Rechts: Der Verein Laut gegen Nazis kämpft unermüdlich für demokratische Grundwerte.

Jörn Menge (50) organisiert als Ein-Mann-Betrieb von Altona aus die Aktionen von Laut gegen Nazis. „Ich bin der Gründer dieser Kampagne“, sagt er. „Ich hatte lange eine Agentur – das Büro Lärm. Wir haben für den Stern gearbeitet und Mut gegen rechte Gewalt gemacht, mit viel Unterstützung der Musikbranche. Als der Stern keinen Bock mehr hatte, Etats zu verwalten und zu schaffen, waren wir pleite. Ich habe damals gesagt, es kann nicht sein, dass eine der größten Initiativen gegen Nazis nicht mehr stattfinden kann. Und dann habe ich 2004 die Gründung der Kampagne Laut gegen Nazis vorangetrieben.“

Tolle Partner

Jörn kommt eigentlich aus der Musik-Promoter-Szene. Auf Partys sein und geil sein, das sei ja alles ganz cool, sagt er grinsend, aber er wollte etwas Sinnvolles machen. „Ich hatte gleich tolle Partner: Smudo und Peter Lohmeyer, die sind beide noch heute dabei. Wir haben Konzepte ausgearbeitet, eine Tour geplant. 2008 gründeten wir den Verein Laut gegen Nazis, um die Förderung von Initiativen und deren Finanzierung durch Spenden voranzutreiben. Strategisch in ganz Deutschland.“

Wenn Flüchtlingshäuser brennen, freut sich unser Spendenkonto. So bitter das ist.

Es ist, wie es ist: Spenden fließen immer dann, wenn es brennt. Bei Laut gegen Nazis ist das leider oft wortwörtlich zu verstehen. „Wenn Flüchtlingshäuser brennen, freut sich unser Spendenkonto. So bitter das ist. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, haben wir daher den ganzen Koloss an Mitarbeitern abgeschafft. Wir waren bis vor Kurzem mehr Leute, waren auch Ausbildungsbetrieb. Aber in diesen dynamischen Zeiten müssen auch wir sparen.“

Ein Zuhause für Kreative

Nun sitzt Jörn allein mit seinem Schreibtisch in seinem Büro, hinter ihm stapeln sich Kartons mit Shirts, Jutebeuteln und anderem Kampagnenmaterial. In der Ecke schräg gegenüber hat Lena Winkel ihren Arbeitsplatz. Seit Ende 2016 ist sie dabei. Die freie Grafikerin arbeitet eng mit Jörn zusammen und unterstützt ihn. Das ist es, was Jörn sehr schätzt an diesem Haus an der Grenze Ottensens, in dem viele Kreative ein Zuhause gefunden haben: die Synergien. „Hier habe ich ein gutes Netzwerk. Wir tauschen uns alle aus, Lena unterstützt uns grafisch. Das ist sehr kommunikativ und spart gleichzeitig Geld. Und wir kommen aus dieser Ecke, Laut gegen Nazis wurde auf St. Pauli geboren. Altona war für uns schon immer wichtig. Derzeit fühlen wir uns als Verein sehr gut aufgehoben. Wir passen hier einfach rein.”

Mehr Informationen unter www.lautgegennazis.de und www.lenawinkel.com

Autorin: Regine Marxen

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