SC Victoria )

Kultclub SC Victoria: Bier, Wurst und Fußball-Liebe

Einst spielte der SC Victoria um die Deutsche Meisterschaft, heute ist er nur noch in Hamburgs Oberliga anzutreffen - Kult ist der an der Hoheluft beheimatete Jugendclub von Stefan Effenberg trotzdem immer noch.

Auf dem Weg zum SC Victoria. Der alte Mann tritt durchs Eingangstor an der Hoheluft. Verweilt kurz. Ein Blick zum Spielfeld, dann schwingt er seinen Stock und steuert die Tribüne an. Langsam, aber bestimmt. Die Tür zur Victoria-Klause steht offen. Er tritt ein. Wohl auf ein Bierchen in Räumen, die Hamburger Fußballgeschichte atmen. Denn hier, beim SC Victoria, wurde sogar mal um Deutsche Meisterschaften gekämpft.

Der SC Victoria war einst die Nummer 1 in Hamburg

Das SC Victoria-Stadion am Lokstedter Steindamm fasste zeitweilig mehr als 30.000 Zuschauer. Und ja, der Club war tatsächlich mal die Nummer 1 in Hamburg. Gut, diese glorreichen Zeiten sind mehr als hundert Jahre her. Aber der Kult beim SC Victoria Hamburg lebt. Noch heute werden im Stadion neben dem UKE bei Oberligaspielen im Schnitt 300 Fans gezählt. Bei den Klassikern gegen Barmbek-Uhlenhorst oder Altona 93 sogar weit mehr. Davon können andere Oberligisten nur träumen.

SC Victoria Hamburg: Kampf um die Deutsche Meisterschaft

Und wer ins Stadion Hoheluft kommt, in dem bis heute Hamburgs Pokal-Endspiele ausgetragen werden, der spürt die Vergangenheit in jedem Winkel. Das auf den Stehrängen wuchernde Gras kann diese nicht überdecken. Da sind Erinnerungen an Tage, als viermal in Folge der Titel des Hamburger Meisters errungen wurde. An das Jahr 1907, als der SC Victoria gar ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft einzog. Damals war Eppendorf schon Heimat des Clubs. Zuvor kickte man in Bahrenfeld und noch früher gar auf dem Heiliggeistfeld. Heute unvorstellbar: Dort musste das Spielfeld vor dem Anpfiff erstmal aufgebaut und abgesteckt werden.

Auf ein Bier in der SC Victoria-Klause

Beim SC Victoria Hamburg, der meist in der Oberliga um den Titel mitspielt und auch mal in die Regionalliga schnuppert, gibt’s noch Fußball, Bier, eine Wurst und Fachsimpelei. Ursprünglichkeit. Fernab vom Kommerz großer Ligen. Wer das mag, sollte mal an der Hoheluft vorbeischauen. Vielleicht ja in der Klause. Die hat täglich geöffnet. Mit etwas Glück ist dann die eine oder andere Geschichte aus früheren Jahren aufzuschnappen.

Bei SC Victoria kickt jetzt ein Van der Vaart

Dafür, dass die Nachwuchsarbeit auch von ehemaligen Weltklassefußballern geschätzt wird, gibt es übrigens einen Beleg. Ein Junge namens Van der Vaart wird den SC Victoria später als seine erste Vereinsstation nennen. Ob er er ebenso weit bringen wird wie sein Vater Rafael, immerhin Rekordnationalspieler Hollands und trotz privater Eskapaden in der Stadt immer noch heiß geliebter Ex-Kapitän der HSV, wird sich zeigen. Andere haben es vorgemacht. Erwin Seeler etwa, der 1932 die Hoheluft als Zwischenstation auf dem Weg zum HSV nutzte. Oder Walter Junghans, der in der Jugend des SC das Halten lernte – und später bei den Bayern zwischen den Pfosten stand.

Info: SC Victoria Hamburg, Lokstedter Steindamm 87, 22529 Hamburg; Victoria-Klause: täglich 16.30 bis 1 Uhr, Sonntag Frühschoppen ab 9.30 Uhr

Nicht nur beim SC Victoria richtig mitfiebern

Neben den zwei großen Hamburger Vereinen HSV und FC St. Pauli hat die Stadt noch mehr Kultclubs, bei denen sich ein Besuch lohnt. Fußball, Bier und Blutgrätschen gibt's zum Beispiel auch beim HSV Barmbek-Uhlenhorst. Doch egal, wo ihr hingeht: Mitfiebern und Meckern gehören zum Fußball dazu. Damit ihr immer die richtigen Beleidigungen parat habt, solltet ihr diese 10 hamburgischen Schimpfworte verinnerlichen – keine Sorge, eine rote Karte kassiert ihr damit nicht.

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