(© Unsplash/Honey Fangs )

Kult-Club in Eimsbüttel: Wie das Kir überlebte und sich treu blieb

Kennt ihr das Kir noch? Ja, den Kult-Laden gibt’s immer noch! Hier kommt die Geschichte einer Hamburger Club-Legende, die ihr heute in Eimsbüttel findet.

Schwarze Vorhänge. Schwarze Wände. Ganz schön düster hier. Dann die ersten Akkorde. Na klar, das ist "A Forest" von den Cure. Tausendfach gehört, immer noch gut. Gibt eben Dinge, die sich nie ändern. Das gilt trotz etlicher Ortswechsel auch für Hamburgs vielleicht düstersten Club. Das Kir kennt wohl jeder, der mit den Sisters Of Mercy, Depeche Mode und Joy Division aufgewachsen ist. Der Laden wurde oft totgesagt. Aber nix da, das Kir lebt! Und zwar seit 2016 am Langenfelder Damm in Eimsbüttel. Seid ihr erstmal drinnen, fühlt es sich noch fast an wie früher. Gönnt euch doch mal eine Reise in die Vergangenheit.

Die Kir-Geschichte beginnt in Poppenbüttel

Los geht’s mit dem Kir Anfang der 1980er-Jahre dort, wo in jenen Tagen nach Mitternacht keine Bahn mehr fährt. In Poppenbüttel, einem Stadtteil irgendwo zwischen spießig und verschlafen. In den alten Räumen des Rocker-Schuppens Sitrone beginnt die Geschichte einer Club-Legende. Und scheint nach ein paar guten Monaten mit Auftritten der Ärzte, von Kurtis Blow und den Cocteau Twins auch gleich wieder zu Ende, denn ein Feuer lässt nicht viel übrig. Schade eigentlich.

Legendäre Nächte and er Sternbrücke

Doch die Katastrophe wird für das Kir zum Geschenk. Denn 1984 geht es in den legendären Flachbau an der Max-Brauer-Allee, nur ein paar Schritte von der Sternbrücke entfernt. Hier wird der Kult um den Club mit dem Ecktresen und der Discokugel so richtig begründet. Hier steigen die legendären Wave-Nächte. Nicht selten mit einem schüchternen Robert Smith. Der Frontmann der Band The Cure nippt gern in dunklen Ecken am Rotwein, wenn er in der Stadt ist. Andere kommen, um sich auf der kleinen Bühne erste Sporen für eine Weltkarriere zu verdienen. Björk etwa. Soundgarden und New Model Army auch. Die DJs liefern vor allem, was Leute in schwarzen Klamotten lieben. Gothic findet eine Heimat. Aber eigentlich geht im Kir alles, was alternativ ist.

2003 endet das goldene Zeitalter. Der Flachbau an der Max-Brauer-Allee wird abgerissen. Gejammert wird nicht, das neue Kir eröffnet in einer alten Halle unweit der Fabrik an der Barnerstraße. Drinnen verändert sich nicht viel. Es ist dunkel. Man trägt gern schwarz. Ein paar gute Jahre folgen, aber irgendwann ist auch in Ottensen Schicht. Das war’s dann wohl, sagen viele.

Dark Wave, Post Punk und Dream Pop

Ein Trugschluss. Denn entgegen vieler Unkenrufe gibt’s den Laden immer noch. Jetzt im Langenfelder Damm in Eimsbüttel. Und ein Blick ins Programm des Kir offenbart, dass der Club sich und seinen Fans treu bleibt. Unter dem Motto "Unsond Methods" gibt’s Dark Wave, Post Punk und Dream Pop auf die Ohren. Wenn es "Into The Void" heißt, kommt noch etwas Dark Electro hinzu. Wer es mehr mit den lebensbejahenderen Songs der 80er hat, kommt am besten zu "The Politics Of Dancing", um sich Gute-Laune-Nummern wie "Smalltown Boy", "Billie Jean" und "Celebrate Youth" zu geben. Trance-Fans kommen beim "Nordic Rave" ins Schwitzen.

Die gute alte Indie-Nacht, die in den 90ern zum Pflichtprogramm für Alternative-Junkies gehörte, gibt’s natürlich auch noch. Heller ist es im Kir nicht geworden. Wäre auch komisch. Ist das etwa immer noch der alte Löwen-Kicker aus dem Flachbau an der Sternbrücke? Ach, herrlich!

Infos: Kir, Langenfelder Damm 94, 22525 Hamburg

Legendäre Clubs in Hamburg

Das Kir ist aber nicht der einzige legendäre Schuppen in unserer schönen Stadt. Hier kommen 5 Clubs, die in Hamburg Geschichte schrieben. Und wenn ihr einfach mal wieder so richtig abtanzen wollt, empfehlen wir euch diese Clubs in Hamburg.

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