(© Kiekmo )

"Knut Hansen Gin": Ein Hamburger Gin mit norddeutscher Seele

Seit einigen Monaten ist der schmackhafte "Knut Hansen Gin" bei immer mehr Hamburgern in aller Munde. Wir haben uns mit den beiden Köpfen hinter dem Gin-Projekt auf einen norddeutschen Schnack getroffen. Prost und gute Unterhaltung!

Hier steckt richtig viel Herzblut drin: Die beiden Hamburger Jungs Martin Spieker und Kaspar Hagedorn produzieren unter dem Label Knut Hansen einen Gin, der norddeutscher nicht sein könnte. Die Äpfel, die die beiden verwenden, stammen aus dem alten Land, der Basilikum, die Gurken und andere Zutaten aus ganz Norddeutschland. Das Konzept der Gin-Virtuosen, das auf Regionalität abzielt, wird zudem auch auf der Flasche sichtbar: Auf dieser leuchten die strahlend blauen Augen eines Hamburger Seemanns. Wir haben uns mit Kaspar und Martin auf ein Interview getroffen - herausgekommen ist ein spannendes Gespräch über einen Sprung ins kalte Wasser, den perfekten Gin Tonic und einen Seemann mit blauen Augen.

Die "Knut Hansen"-Gründer im Interview

kiekmo: Lasst uns mit einer passenden Einstiegsfrage starten. Gin pur, mit Tonic oder als Martini?
Martin: Ich trinke ihn tatsächlich am liebsten als Gin Tonic. Damit bin ich aufgewachsen.
Kaspar: Du bist doch mit Cola Korn aufgewachsen (lacht).
Martin: Nee, wenn schon mit Herrengedeck. Aber zurück zum Thema, wir trinken Gin eigentlich beide am liebsten mit einem frischen Tonic, einer Orangenscheibe und richtig, richtig kalt. Nicht zu viel Schnickschnack.
Kaspar: Es kommt immer darauf an, in welchem Moment man Gin trinkt. Meistens doch in einer geselligen Runde, da möchte man anstoßen und genießen. Ein Gin "pur" wäre da einfach zu schnell leer.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen eigenen Gin zu produzieren?
Kaspar: Wir kennen uns beide noch aus Frankfurter Zeiten, sind aber eigentlich echte Nordlichter. Zurück in Hamburg haben wir dann in einer Nacht auf dem Kiez die Idee ausgebrütet, unseren eigenen Gin herzustellen.
Martin: Man kommt ja in so einer Nacht auf viele fixe Ideen. Das war aber die erste, die wir am nächsten Morgen nicht verworfen haben. Ich würde mal behaupten, wir kannten uns damals schon beide gut aus mit Gin, aber was dann alles hinter dem Produktionsprozess steckt, das war uns noch gar nicht bewusst.

Wie seid ihr so ein Riesenprojekt angegangen?
Kaspar: Erstmal mussten wir eine Destille finden. Die Destillen, die für uns in Frage kamen, können wir wahrscheinlich an zwei Händen abzählen.
Martin: Irgendwann sind wir dann auf Axel und Werner in Dollerup bei Flensburg gestoßen. Als wir uns mit den beiden getroffen haben, wurde ganz schnell klar, dass zwischen uns einfach die Chemie stimmte.

Und die Rezeptur stimmte auch?
Martin: Axel ist die Supernase im Team, er hat uns mit der Zusammenstellung der Zutaten geholfen. Die Rezeptur haben wir mit einer kleinen Tischdestille erarbeitet, bevor es in die richtige Produktion ging. Es hat hat einige Versuche benötigt, bis wir die richtige Balance der Botanicals gefunden haben. Bei den ersten Proben hatten wir das Gefühl, wir würden in eine Gurke oder einen Strauch Basilikum beißen. Diese Ausschläge haben wir dann immer mehr reduziert, bis wir unsere finale Rezeptur gefunden hatten. Unsere Freunde haben sich auf jeden Fall sehr über die vielen "Testabende" gefreut (lacht).

Nach 20 Minuten war die erste Flasche verkauft

Wie lange hat es gedauert, bis ihr eure erste Flasche in der Hand gehalten habt?
Kaspar: Das erste Mal abgefüllt haben wir im August 2017. Wir hatten damals zu einem Event zugesagt und wollten unbedingt unseren Gin ausschenken. Wir haben also die ganze Woche destilliert, dann schnell abgefüllt, die Kartons ins Auto gepackt und sind sofort losgefahren.
Martin: Davor haben wir noch eine Ladung in dem eigenen Shop der Destille abgegeben. Wir saßen keine 20 Minuten im Auto, als wir den Anruf bekamen, dass die erste Flasche verkauft wurde.
Kaspar: Wie wir uns gefreut haben!
Martin: Der Anfang war echt unfassbar. Wir konnten ja mit unserem kleinen Budget schlecht eine aufwendige Marktforschung durchführen, wir wussten nur: Unseren Freunden und unserer Familie schmeckt der Gin. Klar, hinter dem ganzen Projekt steckt auch kein kleiner Taler. Dass es so gut angelaufen ist, ist nach wie vor ein schönes Gefühl.

Wenn ihr in eine Bar geht, die "Knut Hansen" hat, bestellt ihr ihn?
Kaspar: Na klar!
Martin: Und in den Bars, die ihn nicht haben, fragen wir natürlich explizit, warum nicht (lacht).
Kaspar: Unser Ziel ist es, dass irgendwann in einer Bar, in der wir niemanden kennen, jemand neben uns einen "Knuti Tonic" bestellt.
Martin: Würden wir sofort ausgeben (lacht).

Gin ist nicht gerade eine Marktlücke. Ist so viel Konkurrenz nicht problematisch?
Martin: Wir sind sicher nicht der erste Gin, der auf den Markt kommt, das stimmt. Deswegen sind wir an das Ganze auch mit einer gesunden Portion Realismus rangegangen. Als wir die ersten paar Flaschen verkauft hatten, war das eine große Genugtuung. Dass die Leute bereit sind Geld für unseren Gin, also für unser eigenes Produkt, zu bezahlen, ist immer noch unglaublich für uns.
War der Gin-Trend, den es aktuell gibt, auch ein mitentscheidender Faktor für euch?
Martin: Trend ist glaube ich gar nicht mehr das richtige Wort dafür. Aus der Trend- oder Hype-Bewegung ist der Gin mittlerweile raus. Gin ist angekommen, nicht nur in der Gastro-Szene, sondern auch in der breiten Bevölkerung. Natürlich profitieren wir davon auch. Wir hätten aber nie nur Gin produziert, weil es einen Markt dafür gibt. Wir trinken Gin selber sehr gerne.

"Knut Hansen" soll als Hamburger Gin erkennbar sein

Muss der Gin auffallen, um sich gegen die Vielzahl der Produkte durchzusetzen?
Martin: Natürlich hat vieles mit der Verpackung zu tun, die muss im Gin-Regal schon auffallen.
Kaspar: Aber das schafft dir auch nur den Erstkauf.
Martin: Ich finde, bei uns stimmt das Paket. Wenn wir eines authentisch rüberbringen können, dann unsere norddeutsche Art.

Wie passt dazu das Gesicht auf eurer Flasche?
Kaspar: Wir wollten, dass sofort erkennbar ist, dass "Knut Hansen" ein Hamburger Gin ist. Ohne es explizit auf die Flasche zu schreiben. So kamen wir schließlich auf die Idee des Seemanns. Ein Freund von uns hat das Gesicht dann gezeichnet.
Martin: Wir spielen natürlich extrem mit dem Thema Regionalität. Unsere Gurken und den Basilikum bauen wir selber an, die Äpfel stammen aus dem Alten Land. Das sollte sich auch im Design widerspiegeln. Auch unsere beiden norddeutschen Heimatorte sind auf der Flasche verewigt.
Wer war dieser mysteriöse Knut Hansen überhaupt?
Kaspar: Ich weiß gar nicht mehr, wie wir auf den Namen gestoßen sind. Knut Hansen war ein Hamburger Seefahrer. Es ist allerdings schwer etwas über ihn herauszufinden. Wir sind das ganze Schifffahrtsmuseum abgelaufen, und haben nichts über ihn gefunden (lacht).
Martin: Aber er hat Gin geliebt. Da sind wir uns sicher (lacht ebenfalls).

Weitere Gin-Sorten aus Hamburg

Kaspar und Martin sind nicht die einzigen Hamburger, die mit ihrem "Knut Hansen" einen tollen Gin auf den Markt gebracht haben. Guten Gewissens können wir euch auch den großartigen Gin Sul aus Ottensen ans Herz legen. Oder ihr verschafft euch einfach selbst einen Überblick: Diese Gin-Hersteller aus Hamburg solltet ihr kennen.

Melde Dich für unseren Newsletter an und sei immer ganz nah dran an deinem Hamburg

Jetzt anmelden

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.