Julia ist die Gründerin und Inhaberin von Pole Your Body (© Maria Kotylevskaja )

Klartext an der Stange: 10 Fragen an eine Poledancerin

Wir haben Julia von "Pole Your Body" in Barmbek zehn Fragen gestellt, die uns schon lange auf der Seele brannten, inklusive: "Was sagt deine Omi dazu?"

1. Liebe Julia, welche Reaktionen bekommst du, wenn du erzählst, dass du Poledancerin bist?
Gott sei Dank mittlerweile nicht mehr nur ein "Aha, ok", sondern viel öfter ein "Ach wie cool, toll!"

2. Welche Klischees über das Pole-Tanzen begegnen dir am häufigsten?
Dass es viel zu anstrengend sei und ganz sicher auch nur etwas für Frauen. Die meisten sind allerdings hauptsächlich überrascht, dass wir doch so viele Schüler haben, die das regelmäßig als Sport in Kursform betreiben.

3. Wird dein Sport oft sexualisiert? Und wenn ja, wie reagierst du darauf?
Sexualisiert wird er eigentlich nie. Dadurch, dass ich ausschließlich im Fitness-, Hobby-Bereich sowie im künstlerischen Sinne Pole Dance betreibe und mein Umfeld dementsprechend gleichgesinnt ist, wird die sexy Seite des Sports eher als ein möglicher und dann auch eher stilvoller Bereich empfunden. Ich versuche erst gar nicht zu missionieren, wenn es mal so sein sollte. Dass Pole Dance eben auch eine andere Seite haben kann und darf, empfinde ich persönlich als Freiheit, auch in meiner eigenen Umsetzung und Auslebung des Sports.

4. Und was sagt die Omi dazu?
Meine Omi findet es toll!

5. Warum ist Pole Dancing ein ernstzunehmender Sport?
Weil beim Training die Kraft, die Ausdauer, die Beweglichkeit, die Körperspannung und ja, auch das Hirn gleichermaßen trainiert wird. Jeder der daran zweifelt, darf sehr gern zu unseren Schnupperstunden kommen und sich selbst ein Bild machen.

6. Wie ist die Geschlechterverteilung in deinen Kursen?
Wir haben vereinzelt Männer, die Pole Dance ausprobieren oder auch regelmäßig zum Training kommen, allerdings ist das definitiv die Minderheit in unseren Kursen. Ich glaube, hätten wir in unserem Team einen männlichen Trainer, würde sich das ändern. Ich arbeite auf jeden Fall daran. Ansonsten denke ich schon, dass viele sportliche Männer Respekt vor Pole-Tänzerinnen haben.

7. Mal ehrlich: Wie schwer ist es wirklich, sich um eine Stange zu drehen?
Sich um die Stange zu drehen ist ziemlich leicht und schnell erlernbar. Sich an einer Stange hoch zu bewegen wird schon etwas kniffliger! Aber mit der richtigen Technik und entsprechender Willenskraft ist das ebenso schnell machbar.

8. Wie oft hast du nach dem Training wunde Oberschenkel?
Wirklich nur, wenn ich mich auf einen Wettkampf vorbereite, da ich mir dann weniger Ruhephasen gönne und das Training einseitiger wird. Ansonsten trainiere und unterrichte ich sehr ausgewogen und ausgeglichen. Klar nutzen wir die Oberschenkel zum Festhalten – aber Kniekehlen, Ellenbögen, Achseln, Bauch und Hände nutzen wir ebenso.

9. Was ist für die meisten, die Pole-Dancing ausprobieren, am schwierigsten zu meistern?
Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich! Jeder hat seine Schwächen und Stärken, Ängste und positive wie negative Erfahrungen. Für den Einen ist es die Kraft um Posen zu halten, für den Anderen die fehlende Beweglichkeit um in die Posen zu kommen. Dem Nächsten fehlt der Mut für Posen über Kopf und für den wieder Nächsten ist es am schwierigsten sich den Ablauf zu merken oder tänzerisch umzusetzen.

10. Kommen die meisten nur zum Ausprobieren zu deinen Kursen oder bleibt der Großteil auch langfristiger?
Achtung - Suchtgefahr! Eine Schnupperstunde ist ja dafür da, um herauszufinden, ob der Sport einem Spaß macht. Wenn das so ist, hat man sich im wahrsten Sinne des Wortes direkt mit dem Pole-Fieber angesteckt. Ich habe damals in meiner ersten Stunde auch sofort gemerkt, dass ich Feuer und Flamme für diesen Sport war. Das Tolle an dem Training ist die Abwechslung. Selbst nach 10 Jahren finde ich jeden Tag neue Posen, Kombinationsmöglichkeiten und kann mich ausleben, ohne dass mir langweilig wird. Ein weiterer, unglaublich motivierender Aspekt ist die Belohnung: Es macht so viel Spaß auch schwierige Elemente zu erlernen und über mehrere Stunden zu erarbeiten. Das Glücksgefühl beim Erreichen seiner Ziele ist nicht vergleichbar - zumal ich keinen anderen Sport kenne, bei dem man seine Ziele so wunderschön in Bildern festhalten kann.

(© Maria Kotylevskaja )

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